Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Trikot n.
Trikot n.
Trikot n., auch m. ‘gestrickter oder gewirkter elastischer Stoff für anliegende Kleidungsstücke’ (oft Mask.) und ‘aus solchem Stoff gefertigtes Kleidungsstück’ (Hemd, Sportdreß, Ballettkostüm, vorwiegend Neutr.), Übernahme (Ende 18. Jh.) von frz. tricot m. ‘Strickstoff, Gewirk, Strickarbeit’ (älter auch ‘Stricknadel’, erst Ende 19. Jh. im Sinne von ‘Kleidungsstück aus gewirktem Stoff’), abgeleitet von mfrz. frz. tricoter ‘stricken, klöppeln’ (mfrz. und im älteren Frz. auch ‘prügeln’ und ‘die Beine bewegen, laufen, springen’), zu mfrz. triquot m. (auch tricote f.), frz. tricot ‘kurzer Stock, Knüppel’. Dieses ist Deminutivum von mfrz. frz. trique ‘starker Stock, Knüppel’ (oder selbständige Bildung zum Verb mit dem Suffix -ot für Werkzeugbezeichnungen?) und geht damit zurück auf mfrz. estriquer ‘die Getreidekörner im Maßgefäß mit einem Stock glattstreichen’, afrz. estrichier ‘streichen’, reflexiv ‘sich strecken’ (wobei anlautendes es- für ein Präfix gehalten wurde und wegfiel, vgl. daneben mfrz. estricque ‘Holz zum Abstreichen der Körner bei Messen’), herzuleiten aus anfrk. *strīkan, mnl. strīken (s. streichen). Heute ist Trikot vor allem ‘in bestimmten Farben gehaltenes Sportler-, Vereinshemd’ (Anfang 20. Jh.), vgl. im Radrennsport Gelbes Trikot ‘Trikot, das der in der Gesamtwertung führende Rennfahrer trägt’. – Trikotagen Plur. ‘Unter- und Oberbekleidung aus Strick- und Wirkwaren’ (Anfang 19. Jh.), nach frz. tricotage m. ‘das Stricken, Klöppeln, Strick-, Wirkware’.