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trendeln

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trendeln vb.

Bd. 22, Sp. 108
trendeln, vb. , rollen; zaudern; ags. ā-trendlian Grein 685b (engl. trend); nl. drentelen; vgl.tründeln und trindeln sowie ahd. thuruhtrennilon 'peragere' (gl. zu lustrare, circuire) ahd. gl. 1, 203, 24. 11) rollen; vor allem nd. bezeugt: tröndeln, trendeln (in Niedersachsen) an der erde fortrollen Schrader dtsch.-frz. 2, 1386; 'mit kugeln spielen, kegeln': wur ein botzellek (kegelbahn) is ... dar me trendelt eder botzet umme penninge ... dewile dat me dare spelet eder de botzeklote eder de stene dar lopet, dar me pleghet to spelende eder to trendelende goslar. bergges. § 14 bei Schiller-Lübben 4, 610; 'würfeln': (den knechten der 'garbrader' ist verboten) nicht to dobelende noch to trendelende by 3 mk sulvers (1376) Lübecker zunftrollen 205 Wehrm.; vom spiel der kinder mit kügelchen u. dergl. Kehrein Nass. 1, 407; Pfister nachtr. z. Vilmars id. 299; 'auf eine besondere art mit bällen spielen' für Hildesheim d. dtsch. maa. 2, 123 Fromm.; die beschreibung des spieles (als trenseln) Schambach Götting. 234. für sich steht, auch lautlich abweichend: revolvirn wider umbhin walgen, widerweltzen, hinumb trandlen Sim. Roth diction. (Augspurg 1572) o 6a. 22) aufs rad flechten: trendiln oder radebrechin rotare Konr. v. Heinrichau voc. 396a Gusinde; trendelen, trendeln auch sonst mit rotare glossiert Diefenbach gloss. 500c aus ndd. md. u. obd. glossarien des 15. jh., was aber auch zu 1) gestellt werden könnte. 33) wirbeln: gedanzt a getrendelt Follmann lothr. 102; sich drängeln 'sich hin und her drehen' siebenbürg.-sächs. wb. 2, 67b; trendeln 'tanzen, sich drehen' Unger-Khull steir. 170; Lexer kärnt. 69; vgl. nu trink wir auss dem fläschlin und lassen wir den kopf, so trenelt uns der schopf Osw. von Wolkenstein 117 Schatz. 44) gerste u. andere früchte in der mühle abstoszen, von den schalen befreien; auch in der form trindeln: getrendelt, gebrochen, gespalten, gerolt, geschraden, getrendelte bonen, erbis, getrendelte, gerölte getraid Henisch (1616) 1587; synonym mit rändeln, rollen, rellen, renneln (s. d.) u. a.; Fischer schwäb. 2, 315; Brenner - Hartmann Bayerns maa. 1, 41; Schmeller-Fr. 1, 666; Lexer kärnt. 69; Schöpf tirol. id. 754; ain vierling ungetrindelt erbis umb 40 d ... ain vierling getrindelt gersten umb 40 d chron. dtsch. st. 23, 327 (Augsburg 1530). 55) vermutlich andern ursprungs ist die wortgruppe tränteln, trändeln, trenteln, trendeln im sinne 'langsam gehen, nicht vorwärts kommen', meist mit wertender nebenbedeutung 'trödeln, saumselig sein'. denn abgesehen von dem bedeutungsunterschied (vgl. auch trant 'langsamer gang') hebt sie sich auch dialektgeographisch von 1 ab; doch musz mit formkreuzungen gerechnet werden. bemerkenswert sind auf diese bedeutung beschränkte, im schriftdeutschen überwiegende formen mit inlautendem t. das wort ist weit über die von Kretschmer wortgeogr. 540 angegebenen landschaften (Elsasz, Lothringen, Hessen, Schwaben, Bayern) hinaus verbreitet: Unger-Khull steir. 170; Lexer kärnt. 69; Stadler schweiz. 1, 297; lux. ma. 440; Autenrieth pfälz. 141; Sartorius Würzburg 126; Hertel Thür. 246; insbesondere auch im nordwesten, vgl. drenten, drentelen Schuerman vlaam. id. 104b; tranten, trantselen Kilian (1605) 565a: Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 430; Hönig Köln. 182; Rovenhagen Aach. 147; Wegeler Kobl. 77; Schmidt westerw. 262; Christa Trier. 70; Woeste westf. 274; Köppen Dortmund 60; Leihener Cronenberg. 127; tränteln trippeln Bauer-Collitz waldeck. 105a; trenteln hoffärtig gehen Strodtmann id. Osnabr. 251; auch in Ostdeutschland: trandeln, transeln Knothe schles. ma. in Nordböhmen 184; 186; trenteln Frischbier preusz. 2, 411a. lexikographisch ist das wort häufiger erst seit dem 18. jh. belegt: Kramer 2 (1702) 1132a; niderhocht. dict. 1, 72a; Ludwig teutsch-engl. (1716) 2, 2013; Adelung versuch 4, 1026; Schrader dtsch.-frz. 2, 1380; Voigtel hwb. 3, 415b; 'schlendernd gehen': so kumen dan hin zue (zu den budenhändlern) dy jungen knaben und trendln da in die lettzelten (lebkuchen) altd. passionsp. aus Tirol 345 Wackernell; (sie) zehlen (beim essen) die bissen und die khewer, triendlen und fiendlen, als ob sie schlaffend essen Guarinonius grewel der verw. 811; Catonis praeceptum fuit: quare cessator es? warumb trendelstu so lange mit einem ding? Corvinus fons latinit. (1646) 1701; zeit hat ehre, war der magd wort, als der knecht so lange trentelte alamod. techn. interim (1675) 470; ihr hund, soll ich euch bein machen? wie sie zaudern und trenteln, die esel Göthe 8, 140 W.; das wetter wäre gut genug, wenn die droben auf dem schlosse nicht so lange trentelten maler Müller w. (1811) 3, 26; nun rührt euch, rührt euch, dasz es einmal wird, der junker schilt, dasz ihr so lange trentelt Tieck schr. (1828) 13, 195; deutlichere bewegungsvorstellung läszt das abschätzige in der bedeutung zurücktreten: darob trendelte er vergnügt durch die straszen der stadt Spitteler Imago (1906) 212; die maulthiere trendelten hinter dem pferde her in immer weiterem abstande, sie schienen gehend zu schlafen H. Grimm volk ohne raum 2, 128.
5142 Zeichen · 124 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trêndeln

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Trêndeln , S. Adelung Trändeln .

  2. modern
    Dialekt
    trendeln

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    trendeln Band 4, Spalte 4,408

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