Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Suite f.
Suite f.
Suite f. ‘musikalische Komposition aus einer losen Folge von mehreren in sich geschlossenen Sätzen’ (1. Hälfte 18. Jh.), älter ‘Gefolge, Begleitung’ (vereinzelt 1. Hälfte 15. Jh., geläufig seit Anfang 17. Jh.), in diesem Sinne entlehnt aus mfrz. frz. suite ‘Gefolge, Aufeinanderfolge, Abfolge, Reihe, Folgeerscheinung, Folgezeit’, afrz. suite, siute, sieute ‘Gefolge, Verfolgerschar, Verfolgung’, das auf dem Fem. vlat. *sequita eines Part. Perf. vlat. *sequitus (statt lat. secūtus) zum Verb lat. sequī ‘folgen, nachfolgen, begleiten’ (auch alat. vlat. sequere, vlat. *sequīre, woraus afrz. sivre, frz. suivre ‘folgen, verfolgen, befolgen, nachahmen’) beruht. Im Dt. entwickelt Suite (anfangs auch Swede, Svite, Swit(t)e), das zunächst ‘das militärische oder fürstliche Gefolge, die Dienerschaft einer hochgestellten Persönlichkeit’ bezeichnet, weiter die Bedeutung ‘mehrsätzige musikalische Komposition’ (wohl nach gleichbed. engl. suit, 17./18. Jh., heute suite, während frz. suite als Musikterminus erst im 19. Jh. auftritt), ‘Folge, Reihe zusammengehöriger Gegenstände’ und (im Plur.) ‘Konsequenzen, Folgen einer Tat, eines Ereignisses’ (beide 18. Jh. im Anschluß an das Frz.), ferner ‘Zimmerflucht’ (um 1800, engl. suite seit 18. Jh., im Frz. erst fürs 20. Jh. nachgewiesen) sowie in der Studentensprache ‘lustiger Streich’ (1. Hälfte 18. Jh.).