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sühnen

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

sühnen

sühnen

Sühne f. ‘Genugtuung, Vergeltung, Strafe für begangenes Unrecht, Versöhnung’. Herkunft ungeklärt. Ahd. suona ‘Gericht, Urteil, Gerichtsverhandlung’, auch ‘Beilegung von Rechtshändeln, Vertrag, Frieden’ (8. Jh.), mhd. suon, suone ‘Urteil, Gericht, Versöhnung, Frieden, Ruhe’, asächs. sōna ‘Gericht’, mnd. sȫne ‘Schlichtung von Rechtsstreitigkeiten, Friede, gewährte Verzeihung’, mnl. soen(e) ‘Versöhnung’, nl. zoen (seit Kiliaen auch ‘Kuß’ als Besiegelung der Versöhnung), afries. sōn(e) hat keine außergerm. Anknüpfungsmöglichkeiten. Es werden Formen mit sw-Anlaut vorausgesetzt, erhalten in mnd. swōne, mnl. swoene ‘Friedensschluß’. Als germ. Verwandte werden dazugestellt anord. sōa ‘opfern, töten’, isl. sóa ‘vernichten, verzehren’, norw. (mundartlich) sōnast ‘ohnmächtig werden’, svana ‘abnehmen, sich besänftigen’, aengl. āswōgan ‘ersticken’, (ge)swogen ‘ohnmächtig’. Sühne ist ein Wort der Rechtssprache; es verlagert seinen Bedeutungsschwerpunkt von ‘Gericht, Urteil’ (ahd.) auf ‘Beilegung, Wiedergutmachung, Versöhnung’ durch Gericht, Urteil (vgl. Schuld und Sühne) und ‘Preis, der als Wiedergutmachung gezahlt wird’. Um 1700 ist Sühne nahezu ungebräuchlich; durch Luthers Bibelübersetzung im Sprachbewußtsein bewahrt, wird es zur Zeit des Sturm und Drang neu belebt. – sühnen Vb. ‘begangenes Unrecht wiedergutmachen’, ahd. suonen ‘richten, einen Ausgleich herbeiführen’ (8. Jh.), mhd. süenen, suonenversöhnen, ausgleichen, abhelfen, beseitigen’, asächs. gisōnian ‘aussöhnen’, mnd. sȫnen, mnl. soenen, suenen, auch ‘küssen’, nl. zoenen; vgl. auch gleichbed. mnl. swoenen. S. versöhnen.
1595 Zeichen · 42 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sühnen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    * Sühnen , verb. regul. act. welches in dieser Form gleichfalls veraltet ist, S. eben daselbst, ingleichen Versöhnen.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sühnen

    Goethe-Wörterbuch

    sühnen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    sühnen

    Rheinisches Wb.

    sühnen schw.: nur vereinz. -ē-, sich v., versöhnen; Versehnung (u. -ī- ) feiern; onversihnlich (u. -ē- ) Trier-Stdt ; er…

  4. Spezial
    sühnen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    süh|nen vb.tr. 1 (für ein Unrecht bezahlen) espié (-iëia), pené (pëna) 2 (wieder gutmachen) refá (refej, refat) 3 reconz…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit suehnen

4 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

suehnen‑ als Erstglied (1 von 1)

sühnengel

DWB

suehnen·gel

sühnengel , m. : wenn jener jüngling in der Schweiz nicht Rousseaus echter Emil, sondern nur dessen sühnengel war Gutzkow ges. w. (1872) 4, …

suehnen als Zweitglied (1 von 1)

versühnen

DWB

ver·suehnen

versühnen , verb. , ältere und heute alterthümliche form zu versöhnen s. sp. 1350 ff.

Ableitungen von suehnen (2 von 2)

entsühnen

DWB

entsühnen , piare, expiare, versöhnen, reinigen: entsühnst den fluch und schmückest neu die deinen mit frischen lebensblüten herlich aus. Gö…

versühnen

DWB

versühnen , verb. , ältere und heute alterthümliche form zu versöhnen s. sp. 1350 ff.