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stülpe

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stülpe f.

Bd. 20, Sp. 370
stülpe, stulpe, f. , 'unten offener hohlkörper'. mnd. stulpe, älter nl. stolpe, stulpe v. d. Schueren Teuthonista 74a; 261a Clignett; Kilian (1605) 533a; postverbale aus mnd. stulpen, nd. stülpen. auf nd. gebiet zu hause, in der literatur selten. 11) gewölbter erhabener deckel, besonders auf töpfen des hausrates, ostnd. und obd. stürze, schriftd. deckel entsprechend, s. Kretschmer wortgeogr. 169, von Heynatz antibarb. (1797) als wort aus der gemeinen sprechart bezeichnet: ein stülpe operculum Chyträus (1585) 403; stolpe, stulpe operculum Kilian (1605) 533a; in den nd. maa. verbreitet: Hildegard schob einen verdeckten teller dicht vor den professor und hob die silberne stülpe hinweg W. Jordan Sebalds (1885) 2, 225; bedeckt ... (den oberteil der retorte) mit einer thönernen schüssel, stülpe Muspratt chemie 7, 1312; im vergleiche schon früh bezeugt: darumme is de untuchtighe vroewe als ein stulpe up den sedenden grapen, in deme dat water sud bei Geffcken bilderkatechism. d. 15. jh. (1855) 102; in bildern: die ruhe der erde erklärt ... aus ihrer breite, indem sie nicht einschneide, sondern wie eine stülpe die untere dicke luft in der himmelskugel zusammendrücke J. H. Voss krit. blätter (1828) 2, 141; besonders volkstümlich: een pott ane stülpe ein unverheiratetes mädchen Dähnert pomm.-rüg. 470a; nd. redensarten: da is nien pott so scheef, dar nich eene stülpe up passet Strodtmann Osnabr. (1756) 167; brem. wb. 4, 1077; Mi mecklbg. 88b; de (tochter des ratmanns) paszt sick tau di as de stülp tau den pott J. Brinckmann plattd. w. 3 (1928) 49. in specieller anwendung 'feuerglocke oder herdtrommel, die über das herdfeuer gestülpt wird': stolpe, stulpe turbo focarius Kilian (1605) 533a; eene kopere, yzere stulp over den haard Kramer ndd.-hochd. wb. (1719) 1, 379c; 17 myssinghes stulpen Wismar. inventarien v. 1438, 1547 bei Schiller-L. 4, 449a; 6 stulpen te eme awene ib.; hierauf legt man es (das silber) in ein starckes feuer, darüber man eine töpferne stulpe decket O. Dapper Amerika (1673) 396; noch mundartlich, s. Woeste westfäl. 260b: diesen (teig) nun trägt er zum heerd, wo Cybale sauber den ort ihm abgestäubt, deckt über die stülp, und umhäuft sie mit gluten J. H. Voss ged. (1795) 2, 63, 51. in anderer bedeutung mundartlich 'butterdose mit deckel': Müller - Weitz Aachen. ma. 237; vgl. das comp. boterstölp ebda 237; demin. boddersdölpschen Christa Trier 201a. 22) als bezeichnung verschiedener kopfbedeckungen im sinne von stülpen A 2 b, mundartlich im mitteld., s. Vilmar kurhess. 405; Müller-Fraureuth obersächs. 2, 583b; im hessischen demin. stülpchen, n., 'käppchen ohne schirm, meist mit aufgestülptem rand' Kehrein Nassau 1, 399; weibliche kopfbedeckung Crecelius oberhess. 822; alt vom kopfschleier: stolpe, hulle, doick, sleyer, peplum, velum, velarium, amiculum v. der Schueren Teuthonista 74a, 261a Clignett; stauch oder schleyer, sturtz, stülp, calyptra Alberus nov. dict. (1540) 35a. 33) in verschiedenen, mehr oder weniger technisch beschränkten anwendungen: 'hohlziegel', vgl. stulpziegel, mundartl., s. Woeste westfäl. 260b; wb. d. luxembg. ma. 426; Haltrich siebenbürg. sächs. 48b, schon alt: lateres vulgo stölpen (a. 1549) quell. z. gesch. d. st. Kronstadt 3, 528; von einem dach: heu- oder baurenstülpe auf vier pfählen Kramer nd.-hochd. wb. (1719) 1, 379c; hühnerkorb Haltrich siebenbürg. sächs. 48b; beim orgelbauer, s. Jacobsson techn. wb. 7, 491: die bedeckung der pfeiffen und flöten (der orgel) werden hüte oder stülpen genannt J. Mattheson vollkomm. capellmeister (1739) 463; trichterförmiges groszes wurfnetz zum fangen der fische, auch stülphaube (s. d.) genannt M. v. d. Borne hdb. d. fischzucht (1886) 608, 613; Lueger lex. d. ges. techn. 4, 279; vereinzelt, auch in der form: ein langer streifen ziemlich spröden ... palmstrohs wird gerollt und gefaltet ... so dasz ein trichterförmiger nach unten spitz zulaufender stulp entsteht K. v. d. Steinen naturvölker Zentralbrasiliens (1894) 192; in starker abstraction ohne die bedeutung des 'hohlen': übergreifende, deckende leiste bei einer zweiflügligen tür, auch kappe (s. d.), oberd. sturz (s. d.) genannt, s. Krünitz 177, 281; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1888) 9, 457.
4279 Zeichen · 130 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stülpe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Stülpe , in einigen Gegenden Stulpe, plur. die -n, von dem Zeitworte stülpen. 1. Ein Deckel, doch am häufigsten nur …

  2. modern
    Dialekt
    Stülp(e)

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Stülp(e) [ʿStìlwə Tagolsh. ; ʿStelp Logelnh. Dü. Barr Bisch. K. Z. Wh. ; ʿStìlp Lützelstn. Dehli. ; Pl. ʿStìlwə Tagolsh.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stuelpe

18 Bildungen · 16 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

stuelpe‑ als Erstglied (16 von 16)

Stülpeken

WWB

stuel·peken

Stülpeken n. mit glühenden Kohlen gefüllter Feuerbehälter zum Fußwärmen (Frbg.) ( Lem Re).

Stülpenende

RhWB

stuelpen·ende

Stülpen-ende -ę·ŋ.k Köln-Brühl n.: in der Wend.: Oge wie e St. so hervortretend.

Stülpenhonig

RhWB

stuelpen·honig

Stülpen-honig -un- Rhfrk m.: Honig aus der Stülpe des Bienenkorbes. RA.: Seiss (süss) wie St. Birkf-Idar .

Stülpenhut

RhWB

stuelpen·hut

Stülpen-hut Kemp m.: in der Wend.: Doə verdinste dech gene St. möt! zu dem, der zweien zur Heirat verhilft.

stülpern

RhWB

stuelp·ern

stülpern -ø- verstreut Bitb-Mettend , Erk-Örath Rees-Brünen schw.: stülpen 2.

stuelpe als Zweitglied (2 von 2)

ōvenstülpe

MNWB

oven·stuelpe

° ōvenstülpe (aven-) , f. ( Pl. -n ): Feuerglocke aus Metall die über das Herdfeuer gestülpt wird (Reval KR pass.).

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APA
Cotta, M. (2026). „stuelpe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stuelpe/dwb?formid=S54359
MLA
Cotta, Marcel. „stuelpe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stuelpe/dwb?formid=S54359. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stuelpe". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stuelpe/dwb?formid=S54359.
BibTeX
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