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stromer

mhd. bis sprichw. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
14 in 12 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
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21

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stromer m.

Bd. 20, Sp. 59
stromer, m., landstreicher, vagabund, strolch. in analogie zur form der meisten berufsnamen (fischer, bäcker u. s. w.) wohl ableitung von 2strom (s. dies), das es heute völlig verdrängt hat (also nicht zu 1strom, 1strömen). ursprünglich rotwelsch: Grolman wb. d. spitzbubenspr. 69b; Train cochemer loschen 123b; Avé-Lallemant 2, 332; 4, 612; Rollier in zfdw. 2, 57; Ostwald rinnsteinspr. 150. deutet das älteste zeugnis um 1350 stromer dicuntur kelsnyder Kluge rotwelsch 1, 2 auf eine allmähliche bedeutungsabschwächung des wortes (so J. Meier hallische studentenspr. 5), oder zufallsglossierung? die mundartenwbb. erweisen es über ganz Deutschland verbreitet; vgl. etwa Mareta österr. 2, 71b; Schmeller 2, 814; Fischer schwäb. 5, 1877; Martin-Lienhart 2, 632a; Askenasy Frankf. 146; Knothe schles. ma. in Nordböhm. 521; Müller-Fraureuth 2, 579a; Hertel Thür. 238; Elberf. ma. 159a; Damköhler Nordharz. 181b; Fischer Samld. 88a. mit umlaut als strömer, stremer, stroimer vornehmlich im westnd. (vgl.stromen, sp. 50): Liesenberg Stieger ma. 208; Schambach 215a; Deiter Hastenbeck in hann. gesch.-bll. 24, 64; Jellinghaus Ravensbg. 150b; Schumann Lübeck 70; Gilow planten 3068; ten Doornkaat-Koolman 3, 341a; Stürenburg ostfries. 269a. in der litteratursprache nur umlautlos: (rotwelsch) zunftsprache der varger und stromer Jahn werke 2, 670 Euler; die eckensteher, sonnenbrüder, stromer und vagabunden F. Schnabels universitätsjahre (1835) 254; nichts war von jeher den steinreuterleuten verächtlicher vorgekommen, als ein stromer Rosegger schr. 1, 116; ähnlich Löns letzte Hansbur 178. die unstätheit der äuszeren wie inneren lebensführung legt die übertragung ins geistige nahe: im laufe des gesprächs merkte er wohl, dasz er es nicht mit einem jungen abenteurer und literarischen stromer zu tun hatte Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890 ff.) 7, 113; im nächsten quartale wird der stromer Moritz (Busch) wieder da sein wo er hingehört, in dem redaktionszimmer der Grünen Blätter Treitschke briefe 2, 385. vielfach abgeschwächt zu 'heruntergekommener geselle, taugenichts': du unnützer stromer, du, wie kannst du dir herausnehmen, leut' zu verschrecken, die weit ober dir stehen? Anzengruber ges. werke (1890) 5, 202; ... di schert dat nicks, dat ick en stromer bün Herm. Claudius mank muern2 (1913) 75. die sittliche verwahrlosung, die ursprünglich einen wesenhaften theil des begriffsinhalts ausmacht, tritt immer stärker zurück; der nachdruck verschiebt sich auf die verwahrlosung der äuszeren erscheinung: den hut verwegen auf einem ohre, ein rotes halstuch statt eines kragens, sah er einem stromer verzweifelt ähnlich W. v. Polenz Büttnerbauer 2, 260; du kannst nicht gehen, wie ein stromer, geliebter frère! C. Hauptmann Einhart der lächler 1, 28; für einen äuszerlich heruntergekommenen, sittlich untadeligen menschen Löns dahinten in der haide 10. dazu moviertes fem.: stromerin 'landstreicherin' Anzengruber ges. werke (1890) 3, 362; einmal bettelte ihn eine stromerin an Rosegger schr. III 10, 97. — compp.: 1) mit subst.: stromerbursch Rosegger schr. II 10, 347;
3151 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    strômer

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    strômer s. strômeier.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    stromerm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    stromer , m. , landstreicher, vagabund, strolch. in analogie zur form der meisten berufsnamen (fischer, bäcker u. s. w. …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stromer

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stromer , in der Gaunersprache soviel wie Landstreicher.

  4. modern
    Dialekt
    Stromer

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Stromer [ʿStrûmər Hattst. ; ʿStrômər Co. ] m. Vagabund. — Bayer. 2, 814.

  5. Sprichwörter
    Stromer

    Wander (Sprichwörter)

    Stromer Ein Stromer 1 ist nirgends beliebt (willkommen). 1 ) Ein sich müssig herumtreibender Mensch.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stromer

21 Bildungen · 21 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von stromer

strom + -er

stromer leitet sich vom Lemma strom ab mit Suffix -er.

Zerlegung von stromer 2 Komponenten

stro+mer

stromer setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stromer‑ als Erstglied (21 von 21)

Stromerfeld

SHW

Stromer-feld Band 5, Spalte 1563-1564

Stromerei

PfWB

strom·e·rei

Stromerei f. : ' das Herumziehen, das sich Herumtreiben ', Stromerei (šdrōməˈrai) [ KB-Gauh ].

stromerhaft

DWB

strom·erhaft

-haft : eine zwischen stromerhaft und künstlermäszig schwankende geniale nachlässigkeit H. Hesse nachbarn 6 (1909) 73.

Stromer, Heinr

DWBQVZ

Stromer, Heinr. s. Spalatin, Georg verwarnung.

Stromerjohr

MeckWB

Stromerjohr n. Jahr, wo man Strom ( s. Strom 2 ) ist: Reuter in sin Stromerjohren Wa.

Stromersprak

MeckWB

Stromersprak f. Landstreichersprache: hei hett sonne Stromersprak er verwendet viele auffallende Wörter Ro Kühl .

stromertisch

DWB

stromer·tisch

stromertisch : 'stromertischel für wandernde handwerker, vagabunden in den nordböhmischen wirthshäusern ' Petters in d. dt. maa. 5, 477 From…

Stromer, Ulman

DWBQVZ

--- pchel von meim geslechet und von abentewr' 1349 bis 1407. in: die chroniken der deutschen städte vom 14. bis in's 16. jahrhundert. 1: L…

Stromer von Reichenbach

Meyers

Stromer von Reichenbach , Freiherren von , seit 1205 nachweisbare, noch jetzt blühende Nürnberger Patrizierfamilie, aus Reichenbach bei Schw…