Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Stromer m.
Stromer m.
Stromer m. ‘Landstreicher, Strolch’, zuerst 1350 (mit dem Interpretament kelsnyder) in einer rotw. Quelle bezeugt, gelangt im 18. Jh. in die Studentensprache und wird danach umgangssprachlich. Der Ausdruck ist wohl zu mhd. strūmen, strōmen ‘strömen, hin und her fahren, stürmend einherziehen, verzweifeln’ gebildet, vgl. rotw. stromen, strömen ‘umhertreiben’, möglicherweise verwandt mit der unter Strom (s. d.) behandelten Wortgruppe. Oder ist rotw. stromen, Stromer (mit ¹DWB 10, 4, 59) als Ableitung von rotw. Strom ‘Bordell, Hurenhaus’ (belegt seit 1510) aufzufassen, einem Wort unbekannter Herkunft? – stromern Vb. ‘sich herumtreiben, umherstrolchen’ (19. Jh.), älteres stromen (s. oben) verdrängend.