lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

streitbar

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
9 in 8 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
Verweise rein
6
Verweise raus
6

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

streitbar

streitbar

streiten Vb. ‘sich mit Worten auseinandersetzen, kämpfen’. Das starke Verb ahd. strītan ‘sich im Meinungsstreit auseinandersetzen, einen Rechtsstreit führen, zanken, bewaffnet kämpfen’, (selten) ‘wetteifern’ (8. Jh.), mhd. strīten, vor allem ‘bewaffnet kämpfen’, auch ‘streben, trachten’, mnd. (stark und schwach) strīden ‘streiten’, (schwach) ‘große Schritte machen’, mnl. strīden, nl. strijden, afries. strīda ‘streiten’, aengl. strīdan ‘schreiten, spreizen’, engl. to stride ‘schreiten, große Schritte machen’, schwed. (stark und schwach) strida ‘kämpfen, streiten’ (germ. *streidan) hat neben sich das schwache Verb asächs. strīdian ‘streiten, bestreiten’, anord. strīða ‘plagen, Schaden zufügen’ sowie das unten dargestellte Substantiv Streit und anord. strīðr ‘hart, stark, hartnäckig, widerspenstig’, (mit anderer Ablautstufe) streitask ‘sich anstrengen, kämpfen’, strita ‘angestrengt ziehen, sich plagen’. Außergerm. Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Ausgehend von einer Bedeutung ‘sich starrsinnig, widerspenstig, hartnäckig verhalten’, läßt sich ie. *strē̌idh- ansetzen, Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’ (s. starren). Die Verwendung im Sinne von ‘schreiten, große Schritte machen’ entwickelt sich vielleicht unter Einfluß von schreiten (s. d.; vgl. Seebold 476). – abstreiten Vb. ‘im (Rechts)streit, im Kampf abgewinnen, streitig machen, hartnäckig absprechen, aberkennen’, seit dem 18. Jh. vor allem ‘in Abrede stellen, leugnen’, mhd. abestrīten ‘im (Rechts)streit, Kampf abgewinnen’. bestreiten Vb. ‘(eine Meinung, eine Behauptung) anfechten, angreifen’, mhd. bestrīten ‘bekämpfen’; seit dem 17. Jh. ‘die Kosten, den Aufwand tragen’, entwickelt aus ‘einer Sache gewachsen sein, sie bewältigen’. umstritten Part.adj. ‘dem Streit der Ansprüche, der Meinungen unterliegend, umkämpft, zweifelhaft’ (19. Jh.). Streit m. ‘Meinungs-, Rechtsauseinandersetzung, Hader, Zerwürfnis innerhalb einer Gemeinschaft’, ahd. strīt ‘Auseinandersetzung mit Worten (über Meinungen oder rechtliche Dinge), Konflikt, Hader, tätlicher Kampf, Wettkampf, Empörung, Aufruhr’ (8. Jh.), mhd. mnd. strīt ‘Auseinandersetzung mit Worten (vor Gericht) oder mit Waffen, innerer Kampf, Widerstand, Streitmacht, Heeresabteilung, Schlachtordnung, Rache, Streben’, asächs. strīd ‘Streit, Eifer’, mnl. strijt, nl. strijd, anord. strīð, schwed. strid. In den oben angegebenen Bedeutungen ist Streit vor allem seit dem 19. Jh. gebräuchlich, nachdem älterer Gebrauch im Sinne von ‘Auseinandersetzung mit Waffen, Waffengang’ gegen Ende des 18. Jhs. von Kampf übernommen wird. Den alten Sinn bewahren Streitaxt f. ‘als Hieb- oder Wurfwaffe verwendete Axt’, spätmhd. (omd.) strīthax (um 1400); redensartlich die Streitaxt begraben ‘Frieden schließen’ (19. Jh.); Streitwagen m. ‘mit Kriegern besetzter Kampfwagen’ (15. Jh.) und Streitmacht f. ‘Kampfkraft eines bewaffneten Verbandes, kampfbereite Truppe’ (18. Jh.). Streitfall m. ‘Konflikt’ (rechtssprachlich, 19. Jh.). Streitschrift f. ‘polemische Abhandlung über religiöse, politische, wissenschaftliche Fragen’ (17. Jh.). Streithammel m. ‘zänkischer Mensch’ (um 1800). streitbar Adj. ‘kriegerisch, zu Polemik und Auseinandersetzung neigend’, mhd. strītbære ‘streithaft, zum Kampf dienlich oder gerüstet’. streitig Adj. ‘uneins, umstritten’, ahd. strītīg (um 1000), mhd. strītec, strītic ‘streithaft, kampflustig, streitsüchtig, rechthaberisch, ungestüm, ungehorsam, eifrig, strebend’; jmdm. etw. streitig machen ‘anfechten’ (16. Jh.). strittig Adj. ‘umstritten, uneins, streitsüchtig’ (15. Jh.). Streitigkeit f. ‘Konflikt, Uneinigkeit, Zank’ (16. Jh.).
3611 Zeichen · 101 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Streitbar

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Streitbar , -er, -ste, adj. et adv. 1. Von Streit, Kampf, Gefecht, Krieg, Treffen, zum Streite geschickt und geneigt. Ei…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    streitbar

    Goethe-Wörterbuch

    streitbar [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    streitbar

    Rheinisches Wb.

    streit-bar -ikbər uWupp 1870 Adj.: -süchtig.

  4. Spezial
    streitbar

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    streitbar воинственный, задиристый (а не "спорный") ein ~er Geist - воинственный дух ein ~es Gesicht - на чьём-л. лице б…

Verweisungsnetz

18 Knoten, 10 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 9 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit streitbar

7 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von streitbar

streit + -bar

streitbar leitet sich vom Lemma streit ab mit Suffix -bar.

streitbar‑ als Erstglied (5 von 5)

streitbarkeit

DWB

streitbar·keit

streitbarkeit , f. , ' kriegstüchtigkeit, kampfesmut '. strijtberheit bellicositas Teuthonista 382 b Verdam; streitbarkeyt pugnacitas Dasypo…

streitbarlich

DWB

streitbar·lich

streitbarlich , adj. , gleichbedeutend mit streitbar 1 ' kriegerisch, kampftüchtig ' : pugnaciter streytbarlich, dapfferlich, trutzlich Fris…

streitbarte

DWB

streit·barte

-barte , eine hieb-und stichwaffe: stritbarte Stolle Thür. chron. 202 lit. ver.; —

Ableitungen von streitbar (2 von 2)

bestreitbar

DWB

bestreitbar , quod impugnari potest, angreifbar.

unstreitbar

DWB

unstreitbar , adj. adv. , gth. v. streitbar. mhd. unstrîtbære, nl. onstrijdbaar. Fischer schwäb. wb. 6, 223 . üblicher unbestreitbar, unstre…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „streitbar". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/streitbar/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „streitbar". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/streitbar/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „streitbar". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/streitbar/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_streitbar_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„streitbar"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/streitbar/pfeifer_etym},
  urldate      = {2026-05-10},
}