störung,
f. ,
turbatio, perturbatio, interpellatio; substantivierung des verbalen inhalts von stören
verb.; mhd. stœrunge,
ndd. storinge.
ein sogar über sterung (
vgl. elsäss. Martin-Lienhart 2, 611
a), steringe
sich hinausbewegendes stiringe Diefenbach
gloss. 517
c (
wenn nicht entrundet aus obd. stüringe;
s. unten stürung,
f.).
in der philosophischen erläuterung: an den begriff der störung knüpft sich in der allgemeinen metaphysik der begriff des zusammen Herbart
w. 5, 454. 11)
störender vorgang u. s. w. 1@aa)
der gestörte begriff (
entsprechend 1stören,
verb. 1,
a)
gewöhnlich angeschlossen durch den genit.: (
meinung,) dasz wir durch störung fremder liebe denen liebenden kein unrecht anthun Lohenstein
Arminius 2, 23
a; störung ihrer ergötzlichkeit 2, 792
a; die störung der ehlichen liebe zwischen beyden ersten menschen Bodmer
von dem wunderbaren 175; eine störung des glückes, das dir so theuer ist G. Freytag 7, 267 (
verl. handschr.); welch schwarzer zaubrer bannte diesen bösen zur störung frommer liebesdienste her?
Shakespeare 9, 17 (
Richard III. 1, 2); durch stöhrung der natürlichen freyheit anderer Cramer
Neseggab 8, 109; heute gerade gab es eine störung des häuslichen friedens Holtei
erz. schr. 10, 197; störung des hausfriedens Mommsen
röm. geschichte 2, 360; zur störung der ruhe des staates Abbt
verm. w. 6, 1, 58; die störung der öffentlichen ruhe K. L. v. Haller
restauration d. staatswiss. 5, 91; dasz
ich gewärtigen kann, eine grosze störung meiner ruhe zu erleben,
wenn diese denkwürdigkeiten in unberufene hände kommen Gutzkow
ritter vom geiste 3, 62; besonders ungehalten ist er über die störung seiner nachtruhe Justi
Winckelmann 2, 1, 11; sucht gleich so nacht als traum, zur stöhrung deiner ruh, den augen den verlohrnen schatz aufs neue wieder vorzuhalten Stoppe
Parnasz 155; laszt Deutschlands mark in fremde faust gerathen, zu stöhrung unsrer künftgen ruh Gottsched
neueste gedichte 65; und wie sich manche bauermagd um störung ihres schlafs beklagt Henrici
ernst-scherzh. u. sat. ged. 2, 437; (
das bekenntnisz,) dasz ich auszer der betrachtung gottes nirgends keine ruhe meines ... gemühtes findete, also mit derselben störung mich unglükliche ... machen würde Lohenstein
Arminius 1, 1340
b; eine störung des Grimmschen festes Hoffmann v. Fallersleben
schr. 7, 356 (Niebuhr
röm. gesch. 1, 437; Welcker
alte denkmäler 1, 364); die störung des verhältnisses Müllner
dram. werke 8, 41; auf beiden lastete die störung ihres bisherigen freundschaftlichen verhältnisses erst recht schwer Hauff 1, 52. — dasz England ... ohne die geringste störung seines handels 12 millionen in einem jahre aufgeborget habe Möser 2, 322; störung des pelzhandels G. Forster
schr. 4, 62 (Ranke
w. 4, 65); tägliche störung der männlichen berufsgeschäfte Langbein
schr. 31, 148; die störung des eisenbahnverkehrs Ruge
briefw. 2, 34; die menschen fühlen unsre leitung nur dann, wenn wir sie durch störung des gangs, zu dem wir sie gewöhnt haben, an unser daseyn erinnern Klinger
werke 5, 196; störung des unterrichts (in der schule)
u. s. w. —
den übergang zu 2
bilden verwendungen im plural: störungen des öffentlichen friedens Gentz
schr. 2, 55; alle störungen ihrer liebe seien nur äuszerliche Laube 2, 246; der besitzende theil des Berliner volkes, der am meisten und am schnellsten unter störungen von verkehr und credit leidet Bismarck
reden 1, 72
Kohl; seine empfindlichkeit für störungen seiner hausordnung und seiner täglichen gewohnheiten
ged. u. erinnergn. 2, 315; jeder nation kommen zeitweise störungen ihrer entwicklung G. Freytag 6, 158 (
verl. handschr.); die frechen störungen häuslichen friedens ... erschienen wie vorboten der zeiten, die seit Österreichs und Preuszens niederlagen über Deutschland verhängt wurden Häusser
deutsche gesch. 2, 485; bedeutende störungen der bisherigen lebensverhältnisse der völker, die eine solche unsicherheit (
im recht) herbeiführen Jhering
geist des römischen rechts 2, 1, 35. 1@bb)
besonders hervorzuhebende begriffe: 1@b@aα)
störung der natur: ihr mordgeister, ... kommt alle, wo ihr
auch immer als unsichtbare wesen die störung der natur befördert! Bürger 292
Bohtz; die sünde ... als eine störung der natur Schleiermacher I 3, 367;
vgl.wenn die natur sich so eigen dazu verwendet, jede störung ihrer bildungen zu verhüten Bettine
Günderode 2, 133. 1@b@a@aaαα)
physiologisch-medizinisch u. ä.: ndd. en storinge
ilios (
obvolutio vel dolor intestinorum) Diefenbach
gloss. 285
c (
v. j. 1420); störung
colicon Alberus (1540) l 1
a; ich habe gesehen, die einem die allerschwerste plage (
im darm), oder störung zugericht: item das krimmen, das podagram, die gicht Nigrinus
von zäuberern 83; krankheitsreize ... werden entfernt und durch die haut verflüchtigt, ehe sie noch wirkliche störung des ganzen bewirken,
d. h. krankheit hervorbringen konnten Hufeland
kunst das menschl. leben zu verlängern 261; störungen der blutbewegung Sömmerring
vom baue des menschlichen körpers 6, 342; aus den störungen des geschlechtlichen lebens Gutzkow
zauberer von Rom 3, 257; Agnes, deren kräftige gesundheit bis dahin nicht die geringste störung erlitten Mörike 3, 51; die verwesung der toten nichts anderes ... als die nun offenkundig hervortretende störung dieser mischung (
des lebendigen und unlebendigen) Lotze
mikrokosmus 1, 55; bei kindern von eltern, welche die keime zu diesen störungen (
wie taubheit, unfruchtbarkeit) geerbt haben Peschel
völkerk. 232. —
psychisch: vgl. stiringe des synnes
stemalexios Diefenbach
gloss. 517
c; das gefühlsleben herrschte bei meiner mutter durchaus vor, aber nie erlitt sie eine störung des geistes, es erzeugte sich in ihr kein wahnsinn J. Kerner
bilderbuch 41; störungen im gehirn Bismarck
gedanken u. erinnerungen 1, 221 (Strausz
schr. 6, 87); dasz man der vision — das heiszt einer tiefen geistigen störung! — fähig sei Nietzsche 4, 63. —
noch: der mord eines freundes, ist das nicht eine entsetzliche störung auf moralischem gebiet? Lange
gesch. d. materialismus 199. 1@b@a@bbββ)
physikalisch: ändern sie (
die atome) durch störungen von auszen ihren platz, so verbinden sie sich in einer neuen weise, es entsteht ein anderer körper mit durchaus verschiedenen eigenschaften Liebig
chemische briefe 133 (Lichtenberg
briefe 2, 369); störungen in einer elektrischen leitung (Hoyer-Kreuter 1, 737), störungen der telegraphenlinien (linienstörungen,
s. auch unten störungssucher,
m.) —
geologisch: störungen in gesteinschichtungen
u. s. w. Veith 469. —
besonders astronomisch: störungen im planetenlauf (
perturbationes motuum coelestium) Campe (Hoyer-Kreuter 1 737); störungen eines gestirns durchs andere Göthe IV 13, 331 (
vgl. III 4, 240)
Weim.; die volkommene ordnung (
am himmelsgewölbe), ... deren scheinbare störungen selbst zur erhaltung des ganzen dienen, zeigt uns die waltung einer weisen vorsehung
F. Th. v. Schubert
verm. schr. 1, 6; alle planeten ziehen sich gegenseitig an, und jeder bringt in der bewegung der übrigen störungen hervor 2, 23 (
vgl. 3, 54); nach der sorgfältigen beachtung aller planetarischen störungen A. v. Humboldt
kosmos 1, 113; ganz entspricht nach der beobachtung auch die ellipse nicht der bahn der planeten; es sind dann andere störungen anzunehmen Hegel 7, 1, 107; alle diese mythen sind alte bilder aus dem sonnenkreis und alte allegorien periodischer störungen des gewöhnlichen naturlaufs Creuzer
symbolik 2, 268. 1@b@bβ)
noch besonders: störung des gleichgewichts (
vgl. 1stören
verb. 2,
a, ζ),
mannigfach bildlich: witz zeigt ein gestörtes gleichgewicht an; er ist die folge der störung und zugleich das mittel der herstellung Novalis im
Athenäum 1, 81; Lorenzo Contarini 1550 bemerkt mit genugthuung das gleichgewicht in den (
französischen) finanzen: Soranzo 1556 die störung desselben Ranke
werke 9, 49 (W. v. Humboldt
schr. 5, 357). 1@b@gγ)
rechtlich: wird der besitzer ... im besitze gestört, so kann er von dem störer beseitigung der störung verlangen
bürgerl. gesetzb. 862, 1
und ähnlich: wer in seinen persönlichen verhältnissen unbefugter weise verletzt wird, kann auf beseitigung der störung klagen
Schweiz. ZGB 28.
besonders im lehnrecht der österreichischen länder die formelhafte wendung mit stiftung und mit stœrung
zur bezeichnung des rechtsumfangs der lehnsherrlichen befugnisse (
vgl. oben 1stören,
verb. 2,
a, η und 1störer,
m. unter 1,
b, γ)
urkundenb. des landes ob der Enns 4, 388 (
z. j. 1301). 1@b@dδ)
jägerisch: eine unbefugte störung darin (
im gehegten jagdrevier) H. v. Barth
nördl. Kalkalpen 127 (Göchhausen
notabilia venatoris 311). 1@cc)
einer person (
entsprechend 1stören
verb. 2,
b);
aus a herüberleitende belege: von der störung, welche die zergliederung des kunstschönen dem genusz des liebhabers verursachen soll Fr.(?) Schlegel im
Athenäum 1, 12, 19; jede störung meiner einsamkeit, jeder auch nur stunden dauernde besuch ist mir höchst unangenehm W. v. Humboldt
an eine freundin 2, 122 (7. 9. 1830); auf den ihm zu theil gewordenen besuch und die daraus hervorgegangene störung der ballfreuden seiner töchter (
etwas schieben) Holtei
erz. schr. 5, 85; in der völligen einsamkeit, in der heute kaum eine störung zu befürchten war
M. Meyr
erz. aus dem Ries 3, 35; was auf besuch zu deuten und eine störung ihrer einsamkeit in aussicht zu stellen schien Fontane I 5, 206. —
selten die gestörte person im genit.: störung des unbefangenen lesers Platen 3, 4. —
sonst mannigfach: komm, liebe harfe, wir finden hier der störung noch zu viel (
indem der sänger sich weiter ins gebüsch zurückzieht) Fouqué
altsächsischer bildersaal 1, 358; den heilgen Weda willst du lesen mit ersprieszen? so jeder störung muszt den zugang du verschlieszen Rückert
werke 8, 11; mit keiner (
von meinen verstorbenen frauen) ich lang alleine blieb, und war mir jede störung lieb O. Ludwig 3, 597; als wolle sie die aufmerksamkeit der gesellschaft aus dieser störung wieder auf sich heranziehen Göthe 25, 148
Weim.; du hast keine vorstellung davon, wie viel ich zu schreiben, zu lesen und zu thun habe, und dabei fehlt es auch an mancherlei störung nicht Jac. Grimm
kl. schr. 1, 23.
besonders: sie trat, unzufrieden über die störung (
einige schritte zur seite) Fouqué
jahreszeiten 1, 102; Hermann war über die störung ... ein kurzes weilchen aufgebracht Holtei
erz. schr. 7, 174; über die störung ungehalten Nestroy 2, 42; ein wenig ärgerlich über die störung Laube
schr. 2, 5; — dumme störung! da werde ich gerufen Immermann 2, 17
Hempel; (
es klopft) ... jetzt gerade eine störung Pocci
lust. komödienbüchl. 232. —
als gesellschaftliche entschuldigungsformel: verzeihen sie die störung! (Nestroy 6, 62)
u. ä. —
den übergang zu 2
bilden auch hier verwendungen des plurals: die kriegsbegebenheiten und die vielen störungen, die sie mit sich führten Solger
nachgel. schr. 1, 291; seit drei wochen habe ich nicht das allergeringste arbeiten können, und keine drei seiten gelesen, ausgenommen die zwei stunden auf der bibliothek, wo's doch auch störungen giebt Wilhelm Grimm
an Jacob (
jugendbriefe 316); ich wollte einmal heute schreiben und kann doch vor störungen nicht dazu kommen Dahlmann
an Gervinus (
im briefwechsel mit Jacob und Wilh. Grimm 2, 151); wer durch und durch von einem festen ... wollen erfüllt ist, für den gibt es keine entbehrungen, so wenig als es störungen gibt Holtei
erz. schr. 22, 21; (
heiterkeit,) mit welcher das fest nach so vielen störungen endlich beschlossen wird O. Jahn
Mozart 4, 248; ich habe diesen brief ... unter fortwährenden störungen und fremdartigen verhandlungen geschrieben Bismarck
briefe an s. braut 39; also nahm er seine neueste handschrift hervor und begann sie vorzulesen, oft unterbrochen durch die störungen, welche die allerorts durchstrichene und verbesserte schreiberei veranlaszte G. Keller 5, 110. 1@dd)
syntaktisches: 1@d@aα)
nebenordnung eines entsprechenden begriffes: zu unfried und störung nicht ursach geben
verhandl. d. schles. fürsten u. stände 8, 296
Palm; grosze unruhe und störung (
verursachen) E. Th. A. Hoffmann 11, 89. — es fügte sich ferner, dasz ... viele künstler, um beschwerlichkeiten und störungen auszuweichen, sich von dort wegbegaben Göthe 49, 34
Weim.; wo manche störung und beschwerde ihm schufen die vorübergeher Rückert
werke 2, 173; hemmung und störung der seele J. J. Engel
schr. 8, 233; damit sind die meisten jener früheren störungen und hemmnisse beseitigt, welche Deutschland unter seinen kaisern nicht zu gesammelter kraft und blüthe gelangen lieszen Döllinger
akadem. vortr. 1, 137. — unterbrechungen und störungen dieses entwickelungsganges (
der ideen) O. Jahn
Mozart 3, 431 (Fr. Schlegel
w. 1, 198; Gervinus
gesch. d. deutschen dicht. 5, 136); der zwang und die störung Strausz
schr. 10, 207. 1@d@bβ)
mit adj. bestimmung: eine plötzliche störung Ranke 40/41, 223; die unerwartete störung H. v. Barth
Kalkalpen 341 (Tieck
schr. 10, 359); (
der frieden) einer unmittelbaren, naheliegenden störung ausgesetzt Bismarck
politische reden 4, 117. — allgemeine störung (Hippel
lebensläufe 2, 362; Göthe 24, 72
Weim.); äuszere störung Savigny
beruf uns. zeit f. gesetzgeb. u. rechtsw. 32 (Göthe IV 38, 279
Weim.); vorübergehende störung (Mörike 3, 129); gegenseitige störungen H. Brunn
schr. 1, 117; die häufung wird gegenseitige störung Scherer
litteraturgesch. 208; — verhaszte störung! Göthe 10, 291
Weim.; eine so unwillkommene störung Holtei
erz. schr. 1, 171; lästige störung; die ärgste störung G. Freytag 14, 137; eine so aufdringliche störung G. Keller 2, 258; eine unselige störung Treitschke
hist. u. pol. aufsätze 1, 475; gewaltsame störung (Fr. Schlegel
w. 1, 198; G. Keller 2, 62); Rom war (
durch die inneren fehden) in einem zustand innerer angst und gewaltsamer störung Niebuhr
röm. gesch. 2, 429; auf muthwillige störung des gesetzhofes ... steht landesverweisung Dahlmann
gesch. von Dännemark 2, 90; ihre bitte für den jetzt schon in so wilder störung begriffenen frieden dieses einsamen ortes Gutzkow
zauberer von Rom 9, 174; im könig Lear widerholt sich die tragische störung der familie Lears im hause Gloster Fr. Th. Vischer
ästhetik 3, 1, 28 (bittre störung Geibel
w. 2, 232). 1@d@gγ)
in verbaler wendung —
als stärkere begriffliche wiederspiegelung von 1stören
verb.: eine störung machen (Hippel
lebensläufe 3, 1, 7); die meisten störungen, die sie andern nationen machte, wirkten zu ihrem nachtheil zurück Herder 23, 13; (einem) eine unerwartete störung machen Tieck 10, 359 (Deinhardstein
dram. w. 7, 381); nachmittags wenn der vater schlief, wo keiner lärm wagte oder störung zu machen Bettine
Cl. Brentanos frühlingskranz 127; dasz der bilweisz ein sz, die weizenfaber ein z hat, macht keine störung Laistner
nebelsagen 318 (
vgl. auch noch Schleiermacher, Chr. v. Schmidt
u. Naumann
unter 1,
d, ζ); ich will euch keine störung machen, freunde, ich hoffe wohl, wir bleiben uns nicht fremd Tieck
schr. 3, 239; ich schwieg aber, um in die gute absicht keine störung zu bringen Göthe IV 34, 205
Weim.; das plötzliche reden der steinernen urgockel brachte keine geringe störung unter die hohen anwesenden Brentano 1, 209; schämst du dich nicht, die störung, herz, zu bringen in den frieden der natur! Rückert
werke 1, 497; o laszt von mir euch keine störung bringen 2, 308; nicht weniger störung bereitet dem leser die seltenheit der älteren werke Jac. Grimm
vorr. z. wb. 1, xxxvii; völlige störung des ganzen hochzeitfestes herbeiführen Immermann 3, 46
Hempel; das verursacht eine störung Campe (Fontane I 6, 239; Moltke
ges. schr. 7, 41); zu störungen anlasz (geben) Naumann
hilfe 1899 (
n. 22)
s. 5; botanische terminologie auf die gegenstände anzuwenden, war mein gewissenhaftes bemühen, dabei fand sich leider sehr oft grosze störung Göthe II 6, 394
Weim.; ob der kunstbetrieb störung erlitten hat, wissen wir nicht H. Meyer
geschichte der bildenden künste 1, 254; (
wunsch,) dasz unser altgewohnter geschwisterlicher friede durch meinen entschlusz keine störung erleidet Mörike 3, 133; plötzlich eine gewaltige störung (erleiden) K. v.
d. Steinen
naturvölker Zentral-Brasiliens 461 (Raupach
dram. w. kom. gatt. 2, 218); nur soviel ist gewisz, dasz ihr gutes einvernehmen keine störung erfahren hat Fontane I 2, 4; manche solche störung läszt sich abhelfen
deutsches museum 1, 321; der bewuszte mensch ... musz diese störungen umgehen können Bettine
Cl. Brentanos frühlingskranz 33; jede störung zu verhüten Ranke
w. 27, 109; (
die mittheilung,) dasz in einer abteilung unserer kantonsschule die bekannten störungen endlich dadurch gehoben worden, dasz man den untauglichen lehrer und den unnützesten schüler, einen wahren kleinen revolutionär, zugleich entfernt und dadurch die ruhe gründlich hergestellt habe G. Keller 1, 211; schlieszlich solche störungen überwinden (3, 18). 1@d@dδ)
mit völlig verbalem inhalt auch ohne störung: dies (
das herablassen des sarges in die gruft) ging auch ohne alle störung von statten Moltke
ges. schr. 6, 135; die groszartige feier schlosz ohne störung Laube 16, 172; ohne störung ging der gottesdienst zu ende Storm 6, 130; und so ging die verlobung ohne weitere störung vor sich G. Keller 6, 116; unterdesz betrachtete jungfer Anna nicht ohne störung die holzschnitte ihres buches G. Freytag 11, 14 (Varnhagen
tagebücher 2, 202); wie der freund dem freunde ein zeichen leise gibt, vom festgelage ohne störung fortzuschleichen Lenau 314
Barthel. plur.: die Roszfelder uhr lief ihren regelrechten gang ohne weitere störungen Holtei
erz. schr. 24, 93. 1@d@eε)
störung durch eines: störungen durch geschäfte Görres
briefe 3, 62; von solcher störung durch kampf und schwanken verschiedene grade Strausz
schr. 3, 4; die störung des landfriedens durch räuberisches junkerthum Treitschke
hist. u. polit. aufsätze 2, 36; störung durch den fremden besuch Seidel
Leberecht Hühnchen 149. —
dafür von (seiten): in stiller einsamkeit ohne störung von weltgeschäften oder zerstreuungen Schubart
leben und gesinnungen 2, 276; (
der menschliche wille tätig) ohne beihülfe, aber auch ohne störung von einer zweiten, ganz andern welt Schopenhauer
werke 1, 212. —
dafür einfach der genit.: sie hielten die störungen der auszenwelt von ihm fern
jahrbuch der Grillparzer-gesellschaft 5, 253;
sogar: mir wägt sich was in meinem tiefsten sinn, das keines fremden hauches störung duldet Fouqué
held des nordens 2, 134. 1@d@zζ)
als deutliche überleitung zu 3
störung in etwas: störung in der rede
interpellatio Frisch 2, 340
c; denn ich trug bedenken dich weiter zu fragen, weil viel volks drinnen war, und um dir nicht störung zu machen durch mein fragen in deiner prunkrede Schleiermacher
Platon 2, 298; er wird in meiner handlung keine bedeutende störung machen Chr. v. Schmid
schr. 12, 93; sehr feindselige störung in ihrem treiben (machen) Naumann
vögel 7, 233; störungen in der arbeit, in den geschäften lassen sich nicht immer vermeiden Campe; eine allgemeine störung in ihren geschäften Ranke
werke 1, 321; eine verminderung ihrer arbeitskräfte, eine störung in ihrer technischen ausbildung Meinecke
generalf. v. Boyen 1, 195. —
entsprechend 1,
b, α: störungen im laufe der natur Mommsen
römische geschichte 1, 168; eine grosze störung in der natur, zu gleicher zeit die wohlthat des schlafs genieszen und geschäfte des wachens thun! Schiller 13, 130 (
Macbeth 5, 1); störungen in der ernährung Sömmerring
vom baue des menschl. körpers 8, 1, 274; störungen im gebiete des nervensystems
ebenda; eine störung im unterleibe Dahlmann
an Gervinus (
im briefw. mit Jac. und Wilh. Grimm 2, 365); (
Swedenborgs ansicht,) dasz der tod in unserer organischen entwicklung gar keine sonderliche störung hervorbringe Heine 1, 488
Elster. 22)
ganz vereinzelt in der älteren sprache in dem sinne von unten zerstörung (
und nun veraltet verstörung
th. 12, 1
sp. 1779
unter 1)
und so schon mhd. dirre burc stœrunge Nic. v. Jeroschin 182
d;
hierher wohl eyn storm
vel storunge
calps(?) Diefenbach
gloss. 91
c; etliche zyt vor der stOerung Troje Steinhöwel
de claris mulieribus 77; die störung (
vastatio)
erste deutsche bibel 3, 25 (
vorr.). 33)
die person, die sache u. s. w., welche stört, eine entwicklung, welche durch verwendungen im plural (
oben unter 1,
a und d)
und syntaktische fälle wie störung in etwas (1,
d. ζ)
angebahnt wurde; vgl. ich hoffe, meine gnädigste, dasz wir nicht zu sehr als eine störung empfunden werden Fontane I 4, 256 (
auch 1, 234; 2, 140); ein von störungen freier tag
dies vacuus ab interventoribus Georges
deutsch-lat. wb. — (
ich) bin durch eine störung über die andre ... um meine zeit gekommen Caroline 1, 329
Waitz; familien- und fremdenbesuche habe ich mir hoffentlich ganz vom halse geschafft, weil ich natürlich lieber mit ihnen allein hier hausen möchte, ohne solche lästige störung Pückler
briefw. 4, 138; eine störung wie diese war allzu anmuthig, als dasz sie nicht dem eifrigsten angler hätte willkommen sein sollen Gaudy 15, 93; nur eine störung: die dem. Lindner als Adelheid, indem sie für dieses ensemble zu gut spielt Grabbe 4, 178; Emil war mir keine fremde störung Stifter 1, 164; er gehörte nicht dahin, er war eine störung, und wenn er keine störung war und den frieden ... nicht trübte, ... Fontane I 6, 151. —
und sonst: die einzige störung der reihe von sanften vergnügungen, in denen Mariane lebte, war ... Nicolai
Seb. Nothanker 2, 145; (
eine kritik) als eine störung der öffentlichen ruhe in dem reiche der wissenschaften
allg. dtsch. bibliothek 1, 2, 3; ihre (
der tribunen) opposition eine störung des öffentlichen heils Niebuhr
röm. gesch. 2, 19; die störungen, ... die von dorther einer reinen, ungetrübten entfaltung unserer dichtung entgegentraten Gervinus
gesch. d. dtsch. dichtung 5, 145; das einzige was als störung gelten konnte, war ein ... korb Fontane I 5, 18.