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Stiefkind

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
12 in 12 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Stiefkind

Stiefkind

Stief- erstes Glied in zusammengesetzten Verwandtschaftsnamen, das ‘durch spätere Wiederheirat (nach Todesfall) zustandegekommene, nichtleibliche Verwandtschaftsverhältnisse’ bezeichnet. Ahd. stiof- (selbständig in ahd. stiufi? ‘Schwägerin’, 9. Jh.), mhd. stief-, (mit unerklärtem -f statt zu erwartendem -p, vielleicht assimiliert aus *stiopfader?) mnd. stēf-, mnl. nl. stief-, aengl. stēop-, engl. step-, afries. stiap-, stiep-, anord. stjūp- (selbständig in anord. stjūpr ‘Stiefsohn’), schwed. styv- führen mit den Verben ahd. stiufen (9. Jh., irstiufen, 8. Jh.) ‘der Eltern oder der Kinder berauben’, aengl. āstȳpan ‘berauben’, āstȳpte ‘verwaist’ auf germ. *steupa- ‘abgestutzt, abgestumpft, beraubt’. Außergerm. Bezeichnungen für das Stiefverhältnis fehlen; doch Verwandtschaft mit der unter stoßen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ ist wahrscheinlich. – Stiefkind n. ‘nichtleibliches, aus einer früheren Ehe eines Elternteils mitgebrachtes Kind’, ahd. stiofkind (um 1000), mhd. stiefkint, auch ‘zu unrecht Vernachlässigtes, Nichtbeachtetes’ (18. Jh.), mnd. stēfkint, mnl. stiefkint, nl. stiefkind, aengl. stēopcild, engl. stepchild. Stiefmutter f. ‘nichtleibliche, durch eine Wiederheirat des Vaters erhaltene Mutter’, ahd. stiofmuoter (8. Jh.), mhd. stiefmuoter, bereits in früher Zeit literarisch den Typ der bösen, ungerechten Frau verkörpernd, mnd. stēfmōder, mnl. nl. stiefmoeder, aengl. stēopmōdor, engl. stepmother, anord. stjūpmōðir, schwed. styvmoder; stiefmütterlich Adj. ‘hart, ungerecht, vernachlässigend, zurücksetzend’ (17. Jh.), älter ‘einer Stiefmutter zugehörig, eigen’ (16. Jh.), zuerst adverbial (15. Jh.). Stiefmütterchen n. Name der veilchenartigen Gartenpflanze (18. Jh.), älter Stiefmütterlein, Stiffmuttrigen (16. Jh.), Stiefmuterkraut (15. oder schon 14. Jh.). Benennungsmotiv ungeklärt; eine Anspielung auf die „böse“ Stiefmutter (s. oben) ist wahrscheinlich, indem die Anordnung und das Aussehen der Blütenblätter als grimmiges Gesicht gedeutet wird (vgl. Namen wie Affengesichtchen, Schief-, Fratzengesicht u. dgl.). Stiefvater m., ahd. stioffater (9. Jh.), mhd. stiefvater, mnd. stēfvāder, mnl. stiefvāder, nl. stiefvader, aengl. stēopfæder, engl. stepfather, anord. stjūpfaðir, schwed. styvfader.
2257 Zeichen · 86 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stiefkind

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Stiefkind , des -es, plur. die -er, durch eine zweyte Heurath der Ältern oder Eines Theils derselben zugebrachte Kin…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stiefkind

    Goethe-Wörterbuch

    Stiefkind [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stiefkind

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stiefkind , eigentlich Waisenkind, denn die althochdeutschen Worte stiufen, irstiufen, bistiufen bedeuteten: jemand elte…

  4. modern
    Dialekt
    Stiefkindn.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Stief-kind n. : 1. 'nicht leibliches und nicht adoptiertes Kind', -kind [verbr.], -kend [ BZ-Stein ]; Pl. -kinn [mancher…

  5. Sprichwörter
    Stiefkind

    Wander (Sprichwörter)

    Stiefkind 1. Das gerade Stiefkind ist doch schiefer als das buckeliche rechte. 2. Die Stiefkinder bekommen nicht das grö…

  6. Spezial
    Stiefkind

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stief|kind n. (-[e]s,-er) fi de lëgn m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stiefkind

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von stiefkind 2 Komponenten

stief+kind

stiefkind setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stiefkind‑ als Erstglied (2 von 2)

stiefkindchen

DWB

stief·kindchen

stiefkindchen , n. , deminutivbildung zu stiefkind 1 a: Reinecke trat in die wohnung der frauen und fand sie nicht heimisch. grüsz euch gott…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „stiefkind". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/stiefkind/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „stiefkind". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/stiefkind/pfeifer_etym. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „stiefkind". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/stiefkind/pfeifer_etym.
BibTeX
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