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Steckbrief

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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11 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Steckbrief

Steckbrief

stecken Vb. (transitiv) ‘stechend befestigen, an einen bestimmten Platz bringen, unterbringen’, (intransitiv) ‘haftenbleiben, festsitzen’ vereint in seiner mhd. Lautform zwei ehemals eigenständige Verben, einerseits das Kausativum ahd. stecken ‘anheften, annageln’ (9. Jh.), mhd. stecken ‘einstechend befestigen’ bzw. mnd. nd. mnl. sticken (mit älterer Vokalstufe, dadurch lautlich mit sticken ‘feine Muster einnähen’ zusammenfallend), andrerseits (mit expressiver Konsonantendoppelung) das Durativum ahd. steckōn (8. Jh.), mhd. stecken ‘eingestochen festhaften, sich befinden’, das seit dem 16. Jh. unter Einfluß von stechen zuweilen stark flektiert (vgl. der Brief stak im Kasten). Beide sind zu dem unter stechen (s. d.) behandelten Verb gebildet. – Stecker m. ‘wer oder was steckt’ (17. Jh.), ‘Geräteteil zur Herstellung elektrischer Kontakte’ (20. Jh.). Steckling m. ‘zum Anwurzeln in die Erde gestecktes Reis’ (18. Jh.), gebildet nach älterem Setzling (s. setzen). Steckbrief m. ‘öffentliche Aufforderung zur Mithilfe bei der Ergreifung eines flüchtigen Täters mit dessen genauer Personenbeschreibung’ (16. Jh.), eigentlich wohl ‘Haftbefehl’, d. h. Anweisung, jmdn. ins Gefängnis zu stecken. Steckrübe f. Rübensorte, die als junge Pflanze verpflanzt (gesteckt) wird (16. Jh.). abstecken Vb. ‘abgrenzen (mit Pfählen), loslösen’ (16. Jh.), ‘mit Stecknadeln anpassen’ (20. Jh.). anstecken Vb. ‘an etw. befestigen, einen Brandsatz anbringen und dadurch in Brand setzen, ein Faß öffnen’, ahd. anasteckōn (11./12. Jh.), mhd. anestecken ‘anzünden, ein Faß öffnen’ (mnd. ansticken, s. oben); bildlich ‘(Krankheiten) zündstoffartig mitteilen, (sich) infizieren’ (16. Jh.); ansteckend Part.adj. ‘infizierend’ (17. Jh.); Ansteckung f. ‘Infektion’ (17. Jh.), älter ‘Entzündung von Feuer’ (15. Jh.). aufstecken Vb. ‘hochstecken, oben anbringen, aufsetzen’, mhd. ūfstecken; übertragen ‘etw. aufgeben, auf etw. verzichten’ (19. Jh.), jmdm. ein Licht aufstecken ‘jmdm. etw. klarmachen, ihn aufklären’ (17. Jh.). bestecken Vb. ‘steckend mit etw. versehen, hineinstecken’, ahd. bistecken ‘hineinstecken’ (11. Jh.), mhd. bestecken ‘bedecken, festsetzen, steckenbleiben’. Besteck n. ‘was zusammengesteckt ist’, z. B. ‘(zur Zierde) Aufgestecktes’ am Helm oder Degen (16. Jh.), ‘Messer, Gabel, Löffel’ als zusammengehörender (ehemals in einem Futteral befindlicher) Satz (17. Jh.), ‘Futteral, Etui für Werkzeuge und sein Inhalt’ (18. Jh.). verstecken Vb. ‘verbergen’ (16. Jh.); vgl. ahd. firstecken ‘verstopfen’ (Hs. 13. Jh.), mhd. verstecken ‘ersticken machen’; Versteck n. ‘heimlicher Aufbewahrungsort’ (18. Jh.), mnd. (in der Seemannssprache) vorstecke ‘Hinterhalt, geheime Absicht’.
2670 Zeichen · 113 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stêckbrief

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Stêckbrief , des -es, plur. die -e, in den Gerichten, Briefe, welche man an andere Obrigkeiten ergehen lässet, worin…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Steckbrief

    Goethe-Wörterbuch

    Steckbrief [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Steckbrief

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Steckbrief , öffentliches Ersuchen um Festnahme einer zu verhaftenden Person, die eines Verbrechens oder Vergehens besch…

  4. modern
    Dialekt
    Steckbrief

    Bayerisches Wörterbuch

    Steckbrief Band 3, Spalte 3,358

  5. Sprichwörter
    Steckbrief

    Wander (Sprichwörter)

    Steckbrief Die Steckbriefe auch? fragte Johann seinen Herrn, welcher verlangte, ihm alle Briefe nachzusenden, da er auf …

  6. Spezial
    Steckbrief

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Steck|brief m. (-[e]s,-e) 1 descriziun (-s) f. 2 mandat de pëia m. , mandat d’arest m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steckbrief

7 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von steckbrief 2 Komponenten

steck+brief

steckbrief setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

steckbrief‑ als Erstglied (6 von 6)

steckbriefgesicht

DWB

steckbrief·gesicht

steckbriefgesicht , n. , wie man es im steckbrief eines verbrechers geschildert finden kann: ein wahres steckbriefgesicht G. Chr. Lichtenber…

steckbrieflich

DWB

steckbrief·lich

steckbrieflich , adj. , adv., durch einen steckbrief: der Höllbart, höre ich, wird steckbrieflich verfolgt Rosegger schriften 13, 51 . —

steckbriefling

DWB

steckbrief·ling

steckbriefling , m. , ein durch steckbrief verfolgter verbrecher: der unglückliche ehekandidat war nämlich ein längst gesuchter steckbriefli…

steckbriefstil

DWB

steckbrief·stil

steckbriefstil , m. , stil, wie er sich in einem steckbrief findet ( vgl. oben unter c ): ich bin ... ungewandt im steckbriefstyl Roon denkw…

steckbriefträger

DWB

steckbrief·traeger

steckbriefträger , m. , ( eil ) bote, welcher den steckbrief an die fremde behörde trägt: ich für mein theil bedaure vorzüglich die beine de…

Ableitungen von steckbrief (1 von 1)

Steckbriefe

Herder

Steckbriefe , öffentliche, offene, worin Behörden die Ergreifung u. Auslieferung eines flüchtigen Verbrechers verlangen.