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stängeln

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stängeln verb.

Bd. 17, Sp. 810
stängeln, verb. 11) gewächse mit stangen (2, i) als stützen versehen: stängeln, mit stangen auffrichten, dresser sur des pieux. Hulsius 306b; stängeln, gestängelt, statuminare, palare, perticâ firmare. Stieler 2133; ich stängele, stare facio, erigo, fulcio. Steinbach 2, 683; stängeln, donner des échalas aux vignes; des perches aux houblons. Rondeau 553; 'als ein activum, wo es ein factitivum von stange ist, mit stangen oder stänglein versehen, den hopfen, die bohnen, die erbsen stängeln; im oberd. stäbeln.' Adelung (2), im niederd. dafür stiefeln (vgl. das.) Campe; vgl. Weigand 2, 796. weniger gut ist in diesem sinne die schreibung stengeln, vgl. das. dazu auch die zusammensetzungen anstengeln, s. theil 1, 484, aufstengeln, theil 1, 745, beistängeln, theil 1, 1397, bestengeln, theil 1, 1676. vgl.: abstängeln ... per perticas ordinare. anstängeln, ad palum alligare, dicitur etiam aufstängeln, et be-, sive bey- et nebenstängeln. Stieler 2133. belegt seit anfang des 18. jahrh.: wenn der hopffen zu stängeln. im majo musz man den hopffen stängeln und anweisen. Becher hausvater (1714) 236; nach dem stängeln oder anleiten, musz man auch das blaten oder belauben (des hopfens) nicht unterlassen. Zincke öcon. lex.2 1234; wir waren bey dem wackern Kymon vorbey, der eben beschäftigt war einige rankengewächse zu stängeln. Wieland 32, 45 (Agathod. 1, 6); frühmorgens pfropfen wir, stängeln hopfen. F. W. A. Schmidt (v. Werneuchen) bei Kurz 3, 138a. freier, im bilde: zum glück nahm ich unweit Münchberg neben den groszen gerüsten der natur, welche die seele wie reben stängeln, noch eines wahr, das sie zur krieg- (besser kriech-) und zwergbohne eindrückt. J. Paul 4 (Qu. Fixlein), 7; gern lassen sich fürsten herunter ..; sie schätzen das gute dumme volk und wollen die armen kriech- und zwergbohnen — denn sie wissen wol, wie wenig daran ist — dadurch etwas heben und so zu sagen stängeln und stiefeln, durch das fürstenstuhlbein. 23 (Tit. 3), 196; reflexiv: auch im kleinsten gehe der tochter nichts willkürliches straflos hin. zu allem diesem gehört wenigstens irgend ein mann, an dessen holze sich diese flatternden weichen blumensträuche stängeln. 37 (Lev. 2), 71. so auch: sie hatte ihn nur als eine wilde ranke betrachtet, die sich nach jedem nahgelegenen stäudchen hinbreitet, um sich daran hinauf zu stängeln. Musäus volksm. 2, 63 Hempel (stumme liebe). vgl. noch ungestengelter lümmel unter klapperbeinig, theil 5, 966. 22) andre vereinzelte bedeutungen scheinen zum theil mit der vorigen bezw. mit stange zusammenzuhängen. 2@aa) thür. (obst) mit der stange abschlagen. Hertel sprachsch. 233. so auch bair. stángeln, mit einer stange zu thun haben. nuss', zwéspm stángln, àbə' stángln. Schm.2 2, 770. 2@bb) gestängelt vom vogel, der auf einer stange (2, e) sitzt, vereinzelt dichterisch: einer sitzt auch wohl gestängelt auf den ästen der cypresse. Göthe 5, 225 (westöstl. divan 9). wol bewuszte neubildung, vgl.: so haben zum beyspiel die Franzosen das wort perche, stange, davon das verbum percher. sie bezeugen dadurch, dasz die hühner, die vögel sich auf eine stange, einen zweig setzen. im deutschen haben wir das wort stängeln. man sagt: ich stängle die bohnen, das heiszt, ich gebe den bohnen stangen, eben so gut kann man sagen: die bohnen stängeln, sie winden sich an den stangen hinauf, und warum sollten wir uns nicht des ausdrucks bedienen: die hühner stängeln, sie setzen sich auf die stangen. briefe 23, 375. 2@cc) der ältern sprache ist eigenthümlich: stängeln, die leimstange tragen, estre un sot. Hulsius 306b; stängelen, leimstange tragen, stultum esse. Schottel 1421. (vgl. leimstange, -stänger, theil 6, 701.) 2@dd) oberlausitz. einen stängeln, 'einen zum stehen bringen, ihn unterstützen, ihm unter die arme zu greifen, z. b. einen schlafenden aufrecht erhalten. besonders wird es von kleinen kindern gesagt, die man zum stehen bringt.' Anton 4, 12. ein kind stängeln, auf dem arm herumtragen. Albrecht Leipz. mundart 216a, vgl.stängelchen 2. 2@ee) refl. sich stengeln, auflegen, aufstützen. Campe. 2@ff) dagegen südhannov. sek stangeln, stengeln, 'arme und beine wiederholt steif machen, um so einen passiven widerstand zu leisten.' Schambach 208a; ebenso hess. sich stengeln 'sich sträuben, sich ungeberdig anstellen; auch: hoffärtige geberden und minen machen. in ganz Hessen, wie weiterhin in Niederdeutschland'. Vilmar 395. 33) für stengeln s. dieses.
4459 Zeichen · 100 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stängeln

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Stängeln , verb. regul. welches in doppelter Gestalt üblich ist. 1. Als ein Neutrum mit dem Hülfsworte haben, Stängel be…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stängeln

    Goethe-Wörterbuch

    stängeln [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    stängeln

    Rheinisches Wb.

    stängeln schw.: 1. a. in Samen schiessen, von Gartenpflanzen, Salat, Kohl udgl.; am junge Licht dorf mer kä Murdesomen u…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit staengeln

3 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von staengeln 2 Komponenten

stang+eln

staengeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

staengeln als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von staengeln (2 von 2)

erstängeln

DWB

erstängeln , fulcire, stängeln: gewächse erstängeln.