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Spīle

mhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
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4 in 4 Wb.
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9

Eintrag · Westfälisches Wb.

Spīle f.m.

Bd. 5, Sp. 315
Spīle f.m. [verbr.] 1. lange, dünne, häufig zugespitze Stange oder Stab zu verschiedener Verwendung. — Sprichw.: Me kann d’r Kauh keine Spuile in’n Hals setten wenn das Vieh vorhanden ist, dann muss es auch sein Futter haben (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm || mehrf.). — 1.1.1. das krumme Holz, an dem das geschlachtete Schwein aufgehängt wird (Frbg.). — 1.1.2. der Stock, woran die Würste aufgehängt werden (Frbg.); Stab, auf dem die Speckseiten, Schinken und Würste in den Wiemen hängen (Kr. MindenMin Kr. Minden@WindheimWh). De Spiele in de Wieme Stock oder Latte, woran das Fleisch im Rauchfang oder an der Küchendecke hängt (WmWb). — 1.2.1. in passende Längen geschnittenes und dann gespaltenes Eichenholz für die Fache eines gerichteten Fachwerkbaus (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). De Stäwwe met Spielen tüünen Stäbe der Sprenkelwand mit Gerten umflechten (WmWb). — 1.2.2. senkrechtes, festes Holz im Flechtwerk bei Lehmwänden (Frbg.) (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@WiedenbrückWb). — 1.2.3. senkrechtes, etwa armdickes Holz zwischen Kuhstall und Tenne (Frbg.). — 1.2.4. gespaltene Weidenrute zum Benageln der Zimmerdecken (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). — 1.3. Querholz zu verschiedenem Gebrauch, z.B. in einem Bienenkorb zum Aufsetzen der Waben; Stock, woran die Waben halten. Spielen in de Bijenhüüwe Gerüst, Querstäbe im Bienenkorb (WmWb). — 1.4.1. (beim Ziehbrunnen) oben am Hebebaum befestigte lange Stange, an der der Holzeimer hängt (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@HüllhorstHü). — 1.4.2. Bohnenstange. — 1.4.3. daumendickes Holz (Knüppel) (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe). — 1.4.4. Stock, z.B. um Äpfel vom Baum zu schlagen (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). He namm ne lange Spīle un slög daomet inn’n Appelbaum herüm (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). — 1.5. Gerte, langer, dünner, biegsamer Zweig (Frbg.). — 1.5.1. Angelrute (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl). — 1.5.2.1. sehr langer, schlanker Schössling mit höchstens 1 cm Durchmesser (besonders von Weiden, Nüssen, geeignet für Korbgeflechte). — 1.5.2.2. Rippe im Kartoffelkorb (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@HalingenHa); Schiene, um die geflochten wird (beim Korbflechten) (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@RhodeRh). Eekene Spielen föör’t Körwe-tüünen Eichengerüst im Flechtkorb, wird mit Weidenruten umflochten (WmWb). — 1.6. (durch Spalten entstandener (Lippe WWB-Source:219:OesterhOesterh)) Span, kleineres Spaltholz zu verschiedenen Zwecken (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). — 1.6.1. der kleine hölzerne Schuhnagel zum Besohlen (Frbg.). — 1.6.2. Stäbchen für das Aufstellen einer Falle. — 1.6.3. Streichholz (Frbg.). — 1.7. Garnrolle (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh). — 1.8. ein Sperrholz zum Auseinanderhalten der Ketten beim Wagenvorspann. — 2. Dinge von dreieckiger Gestalt (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 2.1. Keil; langes Dreieck; Winkel bzw. bestimmte Winkelgröße (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 2.2. Einsatzstück unter dem Ärmel (Achselgegend) beim Nähen von Hemden oder Kleidern, Zwickel. De Speïle is in dat Himmet falsk insatt (Kr. BürenBür Kr. Büren@BleiwäscheBl). Sett ne nigge Speïle in de Mogge (Ärmel)! (Kr. MeschedeMes Kr. Meschede@BrachtBr). Unger de Armen mäket me Spielen (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@RepeRp). — 2.3. ein Streifen Land (Kr. BürenBür Kr. Büren@EickhoffEi), (kleines, schmales) dreieckiges Grundstück (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh), dreieckiges Ackerstück (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr), Ackerspitze (Kr. LippstadtLst Ar). ⟨›Spiᵉle‹ ‘Dreieck, Keil; keilförmiger Einsatz’ [Kr. HalleHal Kr. BielefeldBie Kr. HöxterHöx Wbg], sonst ›Spīle‹. — Genus: m. -l [Kr. IserlohnIsl Arn], sonst f.⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 8,301: Speil; WWB-Source:207:NdsWbNdsWb 11,434: Spīl(e), Spīlen, Spill; HnVwb 3,657: Speile. — Vgl. zu Bed. 1→ ¹Spiᵉdel, zu Bed. 2→ ²Spiᵉdel. Zus.:→ Bakke~, Bō²nen~, Ge-bund~, Ēken~, Flas~, Flē²sk~, Rǖten~, Weller~, Wurst~.
3211 Zeichen · 130 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    spilesw. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    spile , sw. F. nhd. Gespielin, Genossin E.: s. spil W.: nhd. DW- L.: Lexer 205b (spile), Hennig (spile)

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    spile

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    spile, f. ein dünner (zugespitzter) Stab, zu verschied. Zwecken, z. B. um daran Fleisch, Würste etc. aufzuhängen, Fische…

  3. modern
    Dialekt
    Spīlef.m.

    Westfälisches Wb.

    Spīle f.m. [verbr.] 1. lange, dünne, häufig zugespitze Stange oder Stab zu verschiedener Verwendung. — Sprichw.: Me kann…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spile

27 Bildungen · 24 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

spile‑ als Erstglied (24 von 24)

Spile(n)s

Idiotikon

Spile(n)s Band 10, Spalte 182 Spile(n)s 10,182

spile

KöblerMhd

spile... , . Vw.: s. spil...

spilech

LothWB

spil·ech

spilech [špìleχ D. Si. ] adj. 1. brünstig, von der Kuh. els. 2, 539 spielig; lux. 415 spillech; baier. 2, 664 g'spilig; ndl. speelsch. — 2. …

(spîleken), spilleken

MNWB

(spîleken), spilleken, n. , Holzstäbchen zum Zusammenheften von Fleischlappen .

Spilenbleck

MeckWB

spilen·bleck

Spilenbleck n. kleines Blech, auf dem der Schuster die Spilen ( s. Spil 1 h ) in der Ofenröhre trocknet Ha Belsch .

spilende

KöblerMhd

spil·ende

spilende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. spielend, leuchtend, strahlend, heiter, fröhlich Vw.: s. īn-, vier- Q.: Kchr (um 1150), Mar, SGPr, HTrist…

spilendec

BMZ

spil·endec

spilendec adj. s. v. a. spilnde . s. ich spil 3. spilendiger ougen Frl. ML. 20,1.

spilerech

LothWB

spile·rech

spilerech [špìləreχ D. Si. ] adj. dasselbe wie spilech 2. — lux. 415 ebenso.

spīleren

WWB

spil·eren

spīleren V. speilern, fängisch stellen. Ne Falle spīlern ( Dor Wl).

spilerische

KöblerMhd

spiler·ische

spilerische , F. nhd. „Spielerische“ (?) Q.: Pilgerf (1390?) (FB spilerische) E.: s. spil W.: nhd. Spielerische, F., Spielerische

spilerlīn

KöblerMhd

spil·erlīn

spilerlīn , st. N. nhd. kleiner Spieler Q.: Renner (1290-1300) E.: s. spilen (1), *līn? (2) W.: nhd. DW- L.: LexerHW 2, 1092 (spilerlîn)

Spīlerwand

WWB

spiler·wand

Spīler-wand f. aus Haselnussgeflecht mit Lehmbewurf hergestellte Wand ( Gel We).

spilerwîn

Lexer

spil·erwin

spiler-wîn stm. BMZ gewöhnlicher, den spielern gereichter wein Hpt. 4,578.

Spilerī

Idiotikon

Spilerī Band 10, Spalte 189 Spilerī 10,189

spilestūbe

KöblerMhd

spilestūbe , sw. F. Vw.: s. spilstube

spileⁿ I

Idiotikon

spileⁿ I Band 10, Spalte 171 spileⁿ I 10,171

spileⁿ II

Idiotikon

spileⁿ II Band 10, Spalte 192 spileⁿ II 10,192

spile als Zweitglied (2 von 2)

gespile

KöblerMhd

ges·pile

gespile , sw. M. nhd. Gespiele, Spielgenosse, Spielkamerad, Freund, Gefährte, Liebhaber, Geliebter Hw.: s. gespil; vgl. mnd. gespēle (1) Q.:…

trūtgespile

KöblerMhd

trūtgespile , sw. M. Vw.: s. trūtgespil (1)

Ableitungen von spile (1 von 1)

gespile

KöblerMhd

gespile , sw. M. nhd. Gespiele, Spielgenosse, Spielkamerad, Freund, Gefährte, Liebhaber, Geliebter Hw.: s. gespil; vgl. mnd. gespēle (1) Q.:…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „spile". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/spile/wwb
MLA
Cotta, Marcel. „spile". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/spile/wwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „spile". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/spile/wwb.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„spile"},
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