Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Sehne f.
Sehne f.
Sehne f. ‘fester, straffer, Muskel und Knochen verbindender Strang aus gebündelten Bindegewebsfasern’, ahd. senawa (11. Jh.), mhd. sen(e)we, sen(n)e ‘Sehne, Bogensehne, eine Krümmung verbindende gerade Linie, Nerv’, asächs. sinewa, senewa, mnd. sēne, senne, mnl. sēnuwe, sēnewe, nl. zenuw, afries. sini, aengl. sinu, seonu, engl. sinew, anord. sin, schwed. sena (germ. *sinwō) ist wie mir. sī̌n ‘Kette, Halsband’, lett. pasainis ‘Band, Fessel, Schnur’, lit. síena ‘Wand, Grenze’ mit n-Formans gebildet zur Wurzel ie. *sē(i-) *sə(i)-, *sī- und *sei-, *si- ‘binden, Strick, Riemen’, zu der aind. syáti, sinā́ti ‘bindet, bindet fest, fesselt’ (Kausativum sāyáyati), awest. hinav- ‘Band, Fessel’, lit. siẽti, lett. siet ‘binden’ sowie die unter Saite und Seil (s. d.) genannten Wortformen gehören. Sehne bedeutet ursprünglich etwa ‘spannendes Band’, gilt auch für ‘Ader, Muskel, Nerv’ und bezeichnet bereits früh die Sehne des Bogens oder der Armbrust sowie (im Mhd. nach dem Bilde der Bogensehne vorbereitet) als mathematisches Fachwort (Anfang 17. Jh.) die ‘Gerade, die zwei Punkte einer Kreislinie oder Kurve verbindet’ als dt. Entsprechung von mlat. chorda ‘Sehne, Kreissehne’, lat. ‘Darmsaite’, griech. chordḗ (χορδή), s. Kordel. – sehnig Adj. ‘von Sehnen durchwachsen, muskulös, kräftig, zäh’ (15. Jh.).