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schwarten

mnd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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8 in 7 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

schwarten

Bd. 7, Sp. 2013
schwarten -ārd-, –ā:-, –·ə.- usf. wie das Subst. [-ā:rə Monsch-Strauch Witzerath, Eup; -ārə Gummb-Schwarzenbergisch, nfrk. Wippf, Remschd, Barm, Elbf (u. -ā:d-), in Barm Prät. -atən, Part. xəšwat; Mettm-Velbert -atən (Infinit.); Kref-Stdt -adələ] Allg. schw.: 1.a. Rinde ablösen Köln-Stdt. — b. eine Wiese schw., dicht am Boden abmähen; en hot de Wies ordentlich geschwort Bitb. — 2.a. einen schw., ihn klatschend prügeln; enen us Rock on Kamisol schw.; enem et Fell (de Schwart, de Pelz) schw.; se schw. sech; he krit se geschwart; wie op alt Iser schw. Rip, u. so Rhfrk, Mosfrk, Siegld, Rip, Berg, Ruhr, Eup, SNfrk, Mörs, Klev-Stdt; du krist geschwatt; he het g. gekregen Barm, Elbf; häste met enem geschwart? ihn geprügelt Sieg-ODollend. RA.: Der Mann mem Backenbart, der hät sing Frau geschwart; der M. mem Ponepartshot, der sät, et wär er (ihr) got! Sieg-Eitorf. Ech on mi Vader on noch ene starke Mann han ene kranke Zaldat geschwart! dem Aufschneider, der mit seinen Kräften prahlt, zugerufen Sieg-ODollend. Unser tiəhn (10) Schwartenbörger häwwen enen lahmen Eckenhäner (Eckenhagener) Schnider geschwart, un wann unse Brouer (Bruder) Fritz, der starke Kerl nich dobi gewest wör, häten fi se noch alle gekrieən! so neckt man die von Gummb-Schwarzenbergisch. He konn jo all de verresse (verrissene) Junge, de de Dörper schw. kunne; heierassass, faldirira, de Dörper Esele mossen dran! Trutzvers Sieg-ODollend. Mer ment (meint), mer möt (müsste) en (den Schnee) erafschw. gesagt, wenn bei grimmiger Kälte wenig Schnee fallen will Schleid-Hellenth. Die sech schw., were verlade Schlägerei hat schlimme Folgen ebd. — b. der kann se schw. viele Schnitten Brot verzehren Ahrw-Brohl; den Halven schw. Branntwein in grossen Mengen trinken Sieg-Eitorf; enen schw. einen trinken, sich einen genehmigen Wittl-Cröv, Bo-Bornh. — c. eine mühsame körperliche Arbeit (seltener geistige A.) lange, oft auch erfolglos fortsetzen, sich damit herumplagen; mer muss sich mot der Arbet, den Ossen usf. eremschw.; mer hat et mot den O. geschwart, hat et drei Dag esou g. Prüm; etwas energisch betreiben, bes. auch beim Vergnügen; der hät et wahl geschwart Schleid-Marmag; et (dran) schw. schnell gehen Dür. — d. de Mul (de Schnüss) schw. tüchtig essen u. trinken auf anderer Leute Kosten Ahrw-Sinzig; andauernd reden, schwadronieren, das Blaue vom Himmel herunterreden; de M. üvver enen (jet) schw. darüber schwatzen; der kann se schw.; der schward, dat em de Mul schümp (schäumt); enem no der Mul schw.; üverall wiərd geschwart; de Kerl schwart sech ene Käu (Stivvel, Seiver) zosamme Rip einschl. kurköln. Neuw u. Sieg-Orte von Altk (aber nicht mehr Kirchen) u. Kobl-Bendrf, Prüm-Ormont u. so auch Berg, Eup (-ā·ə.rə), SNfrk in Grevbr, MGladb, SErk, Kemp-Brüggen Dilkr SAnton Waldniel, Mörs-Rheinbg u. vereinzelt Saarbr, Saarl-Roden, uMos von Koch an, Prüm; de Schnauz schw. Bo; der Lapp schw. Schleid-Baasem Holzh, Ahrw-Löhnd Ramersb, Sieg-Blankenbg, Bo, Köln, Bergh, Dür, Jül, Aach, Erk-Körrenz, auch Saarbr-Krughütte; et Lödder (Leder) schw. Eusk-Dirmerzh, Bo-Volmershv, Bergh-Elsd Glesch; et Bleifche schw. Köln-Stdt; he krit de Mul geschwart Monsch; dat Maul es em g. Koch; en geschwarde Schniss han Kobl-Cobern. RA.: Der schw. de M. wie en Schereschleffer Aden, — ene Advokat Jül, Allg.; — en al Wif Rip, Allg., — en Oppelstiəf (Obsthöckerin) Kemp, — ne Pastur MGladb, — dat se spröngt Schleid-Blumenth, — as wer se geschmert Koch, Allg. Der schwart vill (lang), wann de Dag lang send Jül, Allg. Anm.: Es ist aber auch möglich, dass das mdl. šwā:dən »viel reden« (s. a. oben schwarteln) als suffixlose Form zu mhd. swateren »rauschen, klappern« und weiter zu schwätzen gehört. — e. -ā:rə, Wäsche schw., im Wasser hin- u. herschwenken, ausspülen Eup. — 3. intrans. mit »sein«, ziel- u. nutzlos umherschweifen Eup. — Abl.: die Schwarderei, dat Geschward(s).
3919 Zeichen · 94 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schwartensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    schwarten , sw. V. Vw.: s. swarten

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schwartenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    schwarten , verb. , auf die schwarte (3) klopfen: einen schwarten, ihn prügeln, peitschen Schm. 2 2, 648; häufiger in ab…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwarten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schwarten ( Schwartenbretter, Schellstücke ), die beim Beschneiden der Baumstämme abfallenden, daher auf einer Seite bau…

  4. modern
    Dialekt
    schwartenschw.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    schwarten schw. : 1. 'die Schwarte entfernen' in der Zs. abschwarten 1. — 2. 'verhauen, durchprügeln', schwa (r) de (šwā…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwarten

36 Bildungen · 33 Erstglied · 1 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von schwarten 2 Komponenten

schwar+ten

schwarten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwarten‑ als Erstglied (30 von 33)

Schwartenblume

RhWB

schwarten·blume

Schwarten-blume (s. S.) -ārdə- f.: 1. Schwertlilie, iris germanica Birkf , Meis , Kreuzn , Simm-Bruschd Laub , Goar-Weiler , Schleid-Waldrf …

schwartenhals

DWB

schwarten·hals

schwartenhals , m. von einem hals, besonders hinterhals mit schwartiger haut: schwartenhalsz, ein groszer gestockter vollkomner halsz, pluri…

Schwartenkracher

PfWB

schwarten·kracher

Schwarten-kracher m. : 'besonders dicke Spielkugel, Wurfklicker', Schwaʳdekracheʳ [ LU-Ruchh ]; Syn. s. Schießklicker . —

schwartenmagen

DWB

schwarten·magen

schwartenmagen , m. 1 1) schweinsmagen mit speck, schwarte und blut gefüllt, als speise Jacobsson 7, 285 b ; schwarte-magen, oder sau-sack, …

Schwartenmagenkopf

PfWB

schwarten·magenkopf

Schwartenmagen-kopf m. : 'runder, fetter Kopf', Schwaʳdemaaekopp [ KU-Obw/Tiefb ], Schwaʳdemaa- [ FR-Bockh ], Schwaʳdemages- [Pirmas]. Südhe…

Schwartenmagenspieß

PfWB

schwartenmagen·spiess

Schwartenmagen-spieß m. : 1. 'zugespitztes Holzstückchen zum Verschließen des Schwartenmagens', -spieß [ Don-Schowe Torscha ]. — 2. 'fiktive…

Schwartenpäckel

ElsWB

schwarten·paeckel

Schwarte n päckel n. eine Art Sülze aus allerlei Resten und Gallerte verfertigt, billig und schlecht Str. — Schweiz. 4, 1103.

schwarten als Zweitglied (1 von 1)

Abschwarten

Adelung

† Abschwarten , verb. reg. act. bey den Fleischern, die Schwarte oder Haut abziehen. Einen Kalbskopf abschwarten. Auf den Bretmühlen schwart…

Ableitungen von schwarten (2 von 2)

verschwarten

DWB

verschwarten , verb. , in der bergmannssprache ' mit schwarten verziehen, mit dünnen brettern verschlagen, abdichten. ' Veith bergwb. 537 ; …

zerschwarten

RhWB

zer-schwarten: 1. einen z., verprügeln Mosfrk, Rip usf. wie bei schw. 2 a. — 2. sich z., in einem fort schwatzen Rip.