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schorf

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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23 in 18 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schorf m.

Bd. 15, Sp. 1575
schorf, m. rauhe rinde, grind. nominalbildung zu dem alten starken verbum, das im ags. als sceorfan erhalten ist. unmittelbaren zusammenhang mit scharf (und schürfen, s. das.) anzunehmen, verbietet die lautstufe des labials, niederd. scharp, aber schorf. es findet sich in allen german. sprachen (auszer dem goth.): nord. erst in neuerer zeit bezeugt in der bedeutung 'grind', isl. skurfur (f. plur.) Cleasby-Vigfusson 561a, schwed. skorf, n. skurv (m. ohne plur.); ags. scorf, sceorf, scurf, scruf Bosworth - Toller 839a, mittelengl. neuengl. scurf, vgl. Skeat 536a; mnl. scorf, schurf, später mit angehängtem t, das vielleicht aus dem adj. scurved stammt (nach Franck 874) schorft: schorft, schorftheyd, scabies Kilian (daneben schorft, schorftigh scabiosus), jetzt schurft; mnd. schorf grind, räude Schiller-Lübben 4, 122a; ahd. scorf scabies, dazu scorfwrz scabrosa Graff 6, 544, mhd. schorf, auch schorpf Lexer hdwb. 2, 772, schürpf 830: impetigo .. grint, schoref, scorf, en droghe scorf, scroff, droeghe schorfft (gemma gemmarum Cöln 1507), scharpf Dief. gl. 288c; schorf, gryst voc. von 1420 s. nov. gl. 211b; petigo .. schurf, schorf, grint gl. 432a; scabies .. schurff, scorff, schorff, schorft (lat.-nd. voc. von 1420) 515a; schorf, schorft nov. gl. 328b. vgl. dazu Dief.-Wülcker 844 (die glossen meist nd. oder nl.), und zum ganzen Weigand 2, 533. Kluge5 335b. im nhd. findet sich neben schorf selten schorpf, schurpf, s. unten: man spricht das f auch in einigen gegenden als b aus, schorb, auch einige schorpf. Frisch 2, 221a; schorb für schorf bezeichnet Stieler 1737 als sächsisch (nd.). mundartlich besonders im niederd. verbreitet, meist in der form schorf (plur. schörwe) Strodtmann 374b. brem. wb. 675 f. Schütze 4, 61. Dähnert 412a. Danneil 186b. Mi 76b, ostfries. mit umlaut schörf Stürenburg 232a. ten Doornkaat Koolman 3, 136a, daneben mit derselben t - erweiterung, die im nl., nrh. und mnd. (s. die glossen, ferner Schiller-Lübben a. a. o. und 3, 442, s. unten) begegnet, in Westfalen schorf und schorwed Woeste 230, in Hamburg schörft Richey 238 (daneben schörft als adj.: een schörfden kopp ebenda, auch bremisch schorfd neben schorwig brem. wb. 4, 676). in der hd. volkssprache nur auf nordd. gebiete (Hupel 211, preusz. schorb Frischbier 2, 311b) und unmittelbar an der grenze auf dem thür. Harz als schoreb Liesenberg 199. Hertel sprachschatz 220. bedeutung. schorf bezeichnet zunächst etwas, was sich abschürft, abblättert, oder was abgestoszen wird, daher 11) grind, schuppen der kopfhaut, vgl. die glossen; schorf, m. scabies, rogne Schottel 1467; schorf, schurf, scabies, crusta, vel squama cutis Wachter 1461; schorf, ist so viel als grind .., scabies, crusta, quam scabies in cute facit, squama cutis Frisch 2, 221a, s. auch Krünitz 147, 747. ebenso in heutigen niederd. mundarten: he sitt vull luus un schörft Richey 238, sprichwörtlich: leven as de luus im schorve, 'in überflusz und erwünschten umständen leben' brem. wb. 4, 676, vgl. Schütze 4, 61. Dähnert 412a. auch als bezeichnung der krankheit, die solches hervorruft, räude, krätze: schorf .. scabbia, rogna scabbra e secca, e che rende la pelle scabbra ed aspra Kramer diction. 2, 643a; schorf am kinn .. mentagra, umfressender schorf, aussätziger, böser schorf s. ebenda; schorf, der, plur. car. scabies à scharben .. scabrities. schwefel ist gut vor den schorf, sulphur tollit scabiem. hunger und dürrigkeit verursachet den schorf. Stieler 1736; schorff (der, pro krätze, raude) scabies Steinbach 2, 494; so schon mnd., vgl. auch Stürenburg 232a. ten Doornkaat Koolman 3, 136a. Woeste 230: syn haer was wechgefreten van frantzösischem schorff, van lüsen und van neten. Lauremberg schertzged. 2, 392. speziell: schorff oder ansprung kleiner kinder, denen medicis crusta lactea oder achoris genannt, ist ein weiszlichter auswurff auf dem haupt hinter den ohren oder auch im gesichte der jungen und säugenden kinder, die ursache dessen ist das üble blut, so insgemein von der zäh- und scharffen milch verderbt worden. frauenzimmerlex. 1775. öconom. lex.2 2642; bei thieren: is leider to Bockhorn de schorff der perde so hefftich, dat se etliche perde derhalven vordrencken mosten. Oldenb. urk. von 1565 bei Schiller-Lübben 4, 122a; den schorpf schmieren, scabiosa loca in corpore ovium ungere Frisch 2, 221a; einige (hasen) bekommen auch einen rechten grind und schörbe auswendig auf dem balge, rücken und blättern hinauf. Döbel 1, 30a; — sprichwörtlich: vier ding lassen sich nit bergen ... kretz und schurff, denn alsbald der kretzige warm wirt, kann ers nit underwegen lassen. Agricola sprichw. nr. 663; schorf lehrt klauwen oder krauen; schorf und grind will bessern mit jucken ein (einfältig) kind, s. Wander 4, 327a. bildlich: man süht jo wo gelehrde und leyen ere hoffarts schorvet mit titeln kleien. Lauremberg schertzged. 3, 442. 22) die rauhe rinde oder kruste, die sich über einer in heilung begriffenen wunde bildet Adelung, nd. s. Danneil 186b. Mi 76b. 33) selten, in poetischer übertragung, von baumrinde: ist dieser berühmte see gröszer als ein thautropfen, der zwischen dem aufgerissenen schorf einer baumrinde hängt? Keller nachlasz 40. 44) nd. auch auswüchse bei früchten, wie kartoffeln und äpfeln Danneil 186b. Mi 76b. 55) preusz. von einem menschen: armer teüffel, elender schorb und scherpenter. quelle (aus der 1. hälfte des 17. jahrh.) bei Frischbier 2, 311b. 66) bergmännisch, span, splitter, der sich von eisernen gerätschaften infolge draufschlagens abzieht Veith 426. 77) schorf, in metallifodinis est fossa Wachter 1461. Frisch 2, 221a. s. schurf.
5703 Zeichen · 159 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHORF

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    SCHORF s. ich SCHIRFE .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schorfM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    schorf , M. nhd. Schorf, Grind, Rinde, Krätze, Räude, Tölpel, Dummkopf ÜG.: lat. scabies Vw.: s. brēgen- Hw.: vgl. mhd. …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schorf

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schorf , des -es, plur. inus. die rauhe Rinde auf einer Wunde. Ingleichen die rauhe Rinde, welche sich bey der Krätz…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schorf

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schorf ( Eschara ), eine krustenartige Lage abgestorbenen Gewebes, bald trocken, bald feucht, entsteht auf der Oberfläch…

  5. modern
    Dialekt
    schorf

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    schorf s. schorwig .

  6. Sprichwörter
    Schorf

    Wander (Sprichwörter)

    Schorf Schorf (s. Grind, Krätze und Schäbe). 1. An Schorf soll man nicht tasten. Verharschte, wunde Stellen soll man nic…

  7. Spezial
    Schorf

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schorf m. (-[e]s,-e) ‹med› 1 (Wundschorf) crosta (-tes) f. 2 (Ausschlag) orata (-tes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schorf

55 Bildungen · 50 Erstglied · 5 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schorf 2 Komponenten

sch+orf

schorf setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schorf‑ als Erstglied (30 von 50)

schorfāder

MNWB

schor·fader

schorfāder (Berechnung des Adergeldes:) „ vor den schorff adern 1 witten vor islich ” (Nyrop 2, 367 [Statuten des Flensburger Baderamtes 151…

Schorfäwer

MeckWB

Schorfäwer m. Mistkäfer, entstelltes Scharnwäwer: Wo.Neum. Volksschwänke 44.

Schorfass

RhWB

schor·fass

Schor-fass š:rfās Bitb-Geichl n.: Korb, aus Streifen junger Eichenloden verfertigt.

schorfecheit

Lexer

schorfec-heit stf. luvio Voc. Schr. 1556.

schorfeld

DWB

schor·feld

schorfeld , n. ' feld, das umgegraben, nicht gepflügt wird? ': eine scheuer nebst 2 stück schorfeld und 10 ruthen. quelle bei Schm. 2, 459 .…

schorfen

DWB

schorfen , verb. 1 1) den schorf haben, mit dem schorf (1) behaftet sein, von schafen Campe. dafür schorben, in der mark Brandenburg bey den…

schorfhaftich

KöblerMnd

schorfhaftich , Adj. nhd. „schorfhaftig“, rauh, schäbig, krätzig ÜG.: lat. scaber, scabiosus, scabidus Hw.: s. schorvet, schörvēhaftich E.: …

schorfhechtich

KöblerMnd

schorfhechtich , Adj. Vw.: s. schorfhaftich*

schorfhestich

KöblerMnd

schorfhestich , Adj. Vw.: s. schorfhaftich*

schorfhobel

DWB

schorf·hobel

schorfhobel , m. , auch schruffhobel, bei den holzarbeitern ein grober hobel, womit das holz aus dem groben behobelt wird Jacobsson 4, 38 a …

Schorfhücks

MeckWB

Schorfhücks f. Kröte Wa; Sta Glienke ; s. Hücks (Bd. 3, 825) und H. Claus im Nd. Jb. 79, 112.

schorficht

DWB

schor·ficht

schorficht , adj. , mit schorf (1) behaftet, scabiosus Schottel 1407 ; rognoso, scabbiolo, ein schorfichtes schwein. Kramer dict. 2, 643 a ;…

schorfig

DWB

schor·fig

schorfig , adj. mit schorf (1) behaftet, bedeckt, vgl. schorficht , mnd. schorvich, schorvedich, s. Schiller-Lübben 4, 122 a , nd. scorvich,…

Schorfkopf

Wander

schorf·kopf

Schorfkopf Wenn de Schorfkopp Haar kröggt; sönd et noch kruse. ( Samland. ) Wenn jemand seinen frühem geringern Stand vergessen hat, wenn ei…

Schorfkopp

MeckWB

schorf·kopp

Schorfkopp m. Grindkopf, ein Mensch mit schorfigem Kopf; Held eines Märchens, nur er kann den Geist erlösen Ro Langsd ; im Tiergespräch die …

Schorfkrœt

MeckWB

schorf·kroet

Schorfkrœt f. Kröte Sta Bes ; Pa Bel ; vgl. -hücks; de Danziger sünd de Schorfkrœt, dat is ehr Wuurt Wo. Seem. 1, 135; die Karte 'Kröte' D. …

schorflādeke

MNWB

schorf·ladeke

schorflādeke , -lōdeke , f. , Grindwurz, Schorflattich, Rumex acutus L. (bardana, lapacium [lapathum, lapicium], lappa); übertr. de sch. der…

schorflattich

DWB

schorf·lattich

schorflattich , m. der grindwurz, eine art sauerampfer, als heilmittel gegen den grind gebraucht, rumex acutus Nemnich, rumex obtusifolius, …

Schorflattig

Campe

Der Schorflattig , — es , o. Mz . der Pferdeampfer, das Lendenkraut, s d. (Rumex acutus L .).

Schorfloddick

MeckWB

Schorfloddick -laddick m. ä. Spr. rumex conglomeratus, r. crispus und andere Ampferarten, vgl. E. Krüg. 73: 'nym schorfflodeken' (um Blatter…

schorflodeke

KöblerMnd

schorflodeke , F. Vw.: s. schorflādeke

schorflādeke

KöblerMnd

schorflādeke , F. nhd. Grindwurz, Schorflattich ÜG.: lat. rumex acutus?, bardana lapathium?, lapathum, lapathium?, lappa? Hw.: s. schorflōk,…

schorflōdeke

KöblerMnd

schorflōdeke , F. Vw.: s. schorflādeke

schorf als Zweitglied (5 von 5)

brāgenschorf

KöblerMnd

brāgenschorf , M. Vw.: s. brēgenschorf

brēgenschorf

KöblerMnd

brēgen·schorf

brēgenschorf , M. nhd. Kopfgrind E.: s. brēgen (2), schorf (1) L.: MndHwb 1, 344 (brēgenschorf) Son.: brāgenschorf Fremdwort in mnd. Form

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schorf". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schorf/dwb?formid=S16648
MLA
Cotta, Marcel. „schorf". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schorf/dwb?formid=S16648. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schorf". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schorf/dwb?formid=S16648.
BibTeX
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