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Schnaps

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
16 in 11 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Schnaps m.

Bd. 5, Sp. 1244
Schnaps m.: 1. 'Getränk mit hohem Alkoholanteil', Schnaps (šnabs) [allg., Klein Prov. 132 Karch Gimmdg/Muttstdt 126 Lambert Penns 173 Buffington-Barba Penns 158 Don-Schowe Torscha Krämer Gal 189]; Pl. Schnäps (šnębs) [allg.]; Dim. Schnäps'che (šnębsχə) [KU-Bedb ZW-Battw Gal-Josbg], Schnäpsje (šnębsjə) [KU-Hundh LU-Opp], Schnäpsel (šnębsəl, šnębsl) [PS-Schmalbg LU-Limbghf NW-Freinsh Haßl LA-Nd'hochstdt], Schnäpsi (šnębsi) [KU-Schmittw/O, NPf]; Dim. Pl. Schnäpsjeʳ (šnębsjəʳ) [KU-Hundh]; Zs.: Branntweinschnäpsel, Trester-, Druschel-, Erdbeeren-, Grundbirnen-, Heidelbeeren-, Honig-, Kirschen-, Korn-, Kümmel-, Maurer-, Nuß-, Quetschen-, Schlehschnaps; Syn.: Ameisenbranntwein, Aufenthalt 3, Bauchwehwasser, Perlkaffee, blau 4aβ, brandig 1 b, Branntwein, Teufelsgesöff, Doppelkümmel, Trinkbranntwein, Eureka, Vergiß-mein-nicht 2 a, Feuerwasser, Vorlauf 2, Franzbranntwein, Fusel1 1, Gocko 2, Gori2 2, Grundbirnenbranntwein, -bumpes 2, -fusel, Gückes 2, Husarenkaffee, Johannjakob 2 c, Johannpeter 2 e, Karst 2, Karstanis, Karst ausgemachter, Karstenwasser, Kirsch, Kirschenwasser, Knorbel, Knurbel, Knürbel, Kornbranntwein, Krabbel-an-der-Wand 2, Krambambel 2, Kümmel2 2a, Kurzer, Läuter, Lutter, Magenbitter, Maurerlikör, Meerrettich 3, Nabelwärmer, Nachlauf 2, Nähts 2 b, Olig 2, Ores, Quetschenbranntwein, Rachenputzer 1b, Raspel 3, Rattengackel 2, -gift 2b, -gückel 2, Reiß-mich-um, Schlehbranntwein, Schlinkenputzer 1b, Schnaubian, Schnips 2, Seelenwärmer 2, Soruf, Spiritus, Stoff, Unterirdischer, Weingeist, Wermut, Willi; aⁿgesetzter Sch., wird gewonnen, in dem man aus Kartoffeln oder Zwetschgen gebranntem Sch. andere Stoffe wie grüne Walnußschalen, Waldmeister, Heidelbeeren und ähnliches zusetzt und nach abgeschlossener Gärung die geklärte Flüssigkeit abgießt [KU-Kaulb]; e Sch. nemme 'einen Sch. trinken' [Lambert Penns 137]; no Sch. stinke 'eine Schnapsfahne haben' [KU-Kaulb]. Also, die Hef, die kummt dann zum Brenne, des gibt Sch. als (Sch. wird aus Hefe, dem Rückstand bei der Mostgärung, gebrannt) [NW-Gimmdg]. Der ganze Schammas kummt in große Blechkiwwel un dann werd Schnaps draus gebrennt! [Damm Nawwel 14/15]. Noch e Schnaps owedroff [Kraus Arwed 25]. E Schnäpsche isch manchmol recht gut [ZW-Battw]. Geb mer emol e gut Schnäpsi, e Sch. hält worem (warm) [KU-Schmittw/O]. jo, Du hoscht recht, hoscht de net so e kleⁿ Schnäpsi? [NPfGV 5/1933]. »No jerr«, sat de Bader, »hoscht de net so e Schnäpsi?«[Pfälzer Art und Sinn 12. 11. 1933]. De ganze Dag schdinkd er no Schnaps unn seiⁿ blooer Zinke 'blaue Nase' leichd (leuchtet) schon so, daß er uff em Häämweg naachd's Lichd brauchd [A. Kloos in: Westricher Kalender 1957 103]. Wenn ich do die Deer nore ufgemach han, un do hot mer der Wert schun e Sch. ingeschenkt [KU-Rammb]. Trinksch es Bierche uhne Schnaps / Saan se: guck, bei dem geht 's knapps! [Ranssweiler 67]. Moi Mann schtemmt als am Bau zwanzich Schnaps in ääner Rutt (Rute2) [Damm Schoggelgaul 33]. Wann de dei Geschäft net willscht uffgenn, dann muschte es Schnappsdrenke uffgenn. Awer vun Stunn an hann eich a ke Droppe Schnapps meh gedronk [Umg. von Kus (PfId. 185)]. Sch. wird gebrannt aus Zwetschgen [KU-Brück Kaulb FR-Albsh], Kartoffeln [KU-Kaulb FR-Albsh], Weinhefe [NW-Gimmdg], Kirschen [FR-Albsh], Getreide (Korn) [FR-Albsh]. RA.: Scherzfrage an jemanden, der än Troppe unner de Nas hängen hat: Gell, du brennscht Sch.? [LA-Nd'hochstdt]. Er brennt Sch., wenn die Nase läuft (tropft wie ein Destillationsapparat) [PS-Erfw]. Vor 'm Sch. e Sch. und nooch 'm Sch. e Sch. [NW-Hardbg]. 's Geld on de Sch. hänge 'viel Geld für Branntwein ausgeben' [KU-Schmittw/O]. Er iss em Sch. verfalle 'Er trinkt gerne Schnaps' [LU-Opp]. Wammer (wenn man) on de Sch. gerot (gerät), is mer verlor 'Schnapstrinken ruiniert den Menschen' [KU-Schmittw/O]. Sch. is Sch., Dienscht is Dienscht [Gal-Slawitz]. SprW.: Der eeⁿ sauft de Schnaps, der anner trägt die rot' Nas' rum 'Oft wird der Unschuldige für schuldig gehalten, und umgekehrt' [Trifels 20/ 1928]. Volksmed.: Sch. gilt vielfach als medizinisches Hausmittel zur Abtreibung [Pirmas], bei Durchfall e Schnäpsel trinke [NW-Freinsh], Fieber [LA-Wollmh], Magenbeschwerden [NW-Kallstdt], Zahnschmerzen [ZW-L'wied Stamb RO-Alsbr KL-Siegb KB-Kriegsf], Sch. in de Zahⁿ 'Sch. in den hohlen Zahn' [ZW-Bechhf], bei angeblichen Beschwerden: Ich hunn 's so im Leib, geb mer emol e gut Schnäpsi, Ausrede eines Trinkers [KU-Schmittw/O]. Volksbr.: Die Drescher fingen zur Winterszeit schon um 4 Uhr an zu dreschen, vorher gab es Brot un Sch. [PS-Erfw]. Um 10 Uhr wird weißer Käse gegessen und Sch. dazu getrunken [ZW-Marthh]. Am Kirbenmontag ziehen die Burschen in einer Tanzpause mit den Musikanten von Haus zu Haus und trinken Sch. [IB-Ormh]. VR.: Erscht o Schnäpsche for Appedit, das is alter Schwowe (Schwaben) Sitt, hinnenoh werd ufgetraa, Rindssupp voller fette Aa (Augen) [Gal-Josbg]. Die Maurer sinn se bedaure, uhne Schnaps kenne se nit maure, Spottvers auf die schnapstrinkenden Maurer um 1870/1890; sie tränkten ihr Pausenbrot mit Schnaps. Wenn bei Hausrenovierungen in Lu'haf eine eingmauerte, leere Schnapsflasche gefunden wird, vermutet man, daß sie von durstigen Maurern aus LU-Opp stammt [LU-Opp (PfHBl. 13/1931)]. Var.: ...wann se käⁿ Schnaps hänn, kenne se net maure [LU-Opp]; uhne Schnaps halt bei de Maurer nix [NW-Kallstdt]. — 2. übertr. Das is aber starker Schnaps! 'Das ist eine unglaubwürdige Sache' [LA-Mörzh]; vgl. Tabak 4 b. — 3. 'Tadel, Strafpredigt, Zurechtweisung, Staucher' [ZW-L'wied LU-Altr BZ-Albw GH-Nd'lustdt]. Awwel gitt's Schnaps! 'Jetzt bekommen wir etwas zu hören!' [LU-Altr]. Er hodd e Schnapps kriechd 'Er ist getadelt worden' [Gimmel in: PfL 5. 9. 1924]. — 4. 'Nasenstüber' [PS-Geisbg]. — Rhein. VII 1551; Lothr. 457; Els. II 504; Schwäb. V 1032; Hess.-Nass. III 323; DWb. IX 1175/76; Frankf. V 2773.
5954 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schnapsinterjection

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    schnapps , schnaps , interjection , aus dem vorigen subst. entwickelt, zur bezeichnung einer hastig zufahrenden, mit ein…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    1Schnaps

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Schnaps Branntwein Wie trocken ist mir der Hals,|Der Schrank der klafft und geistig riecht's,|Da findet sich's allenfa…

  3. modern
    Dialekt
    Schnaps

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    Schnaps nippel [‘Snàpsnipl Roppenh. ] m. Schnapslump.

  4. Sprichwörter
    Schnaps

    Wander (Sprichwörter)

    Schnaps 1. Der Schnaps ist ein Spitzbube, man weiss nicht, wenn er sich ins Haus schleicht. 2. Es fallen mehr durch Schn…

  5. Spezial
    Schnaps

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schnaps m. (-es, Schnäpse) 1 (Branntwein) ega de vita f. 2 (Glas Schnaps) ega de vita f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schnaps

219 Bildungen · 194 Erstglied · 22 Zweitglied · 3 Ableitungen

schnaps‑ als Erstglied (30 von 194)

schnaps als Zweitglied (22 von 22)

Brëchereⁿschnaps

Idiotikon

Brëchereⁿschnaps Band 9, Spalte 1268 Brëchereⁿschnaps 9,1268

Bund(e)sschnaps

Idiotikon

Bund(e)sschnaps Band 9, Spalte 1268 Bund(e)sschnaps 9,1268

Chrǖterschnaps

Idiotikon

Chrǖterschnaps Band 9, Spalte 1267 Chrǖterschnaps 9,1267

Hēr(r)e(n)schnaps

Idiotikon

Hēr(r)e(n)schnaps Band 9, Spalte 1267 Hēr(r)e(n)schnaps 9,1267

Jännschnaps

Idiotikon

Jännschnaps Band 9, Spalte 1267 Jännschnaps 9,1267

Ochse(n)schnaps

Idiotikon

Ochse(n)schnaps Band 9, Spalte 1267 Ochse(n)schnaps 9,1267

Spīnischnaps

Idiotikon

Spīnischnaps Band 9, Spalte 1268 Spīnischnaps 9,1268

Ënze(n)schnaps

Idiotikon

Ënze(n)schnaps Band 9, Spalte 1267 Ënze(n)schnaps 9,1267

Ënzeleⁿschnaps

Idiotikon

Ënzeleⁿschnaps Band 9, Spalte 1267 Ënzeleⁿschnaps 9,1267

Ableitungen von schnaps (3 von 3)

beschnapsen

DWB

beschnapsen , sich, vino se obruere adusto.

verschnapsen

RhWB

ver-schnapsen: Geld u. Gut v., vertrinken Goar-NGondershsn .