Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
schmollen
schmollen
schmollen Vb. ‘aus Unwillen, Trotz schweigen, sich zurückziehen’, mhd. smollen ‘unwillig schweigen’, frühnhd. auch ‘das Gesicht zum Lachen verziehen, lächeln’, in diesem Sinne besonders 15. bis 18. Jh., danach allgemein durch schmunzeln verdrängt. Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘das Gesicht, den Mund verziehen’. Als verwandt können herangezogen werden die l-Bildungen ahd. smielēn (11. Jh.), mhd. smielen ‘lächeln’, schwed. smila, dän. smile ‘lächeln’, engl. (wohl aus dem Skandinav.) to smile ‘lächeln’ und die r-Bildungen 2schmieren Vb. ‘lächeln’, ahd. smierēn (11. Jh.), mhd. smieren ‘lächeln’, aengl. smerian sowie (mit k-Formans) aengl. smearcian, smercian, engl. to smirk ‘schmunzeln’. Außergerm. sind vergleichbar aind. smáyatē ‘lächelt, lächelt verschämt, errötet’, griech. (mit d-Formans) meidiā́n (μειδιᾶν) ‘lächeln’, lat. mīrus ‘wunderbar, erstaunlich, sonderbar’, air. mīad ‘Ruhm, Stolz’, aslaw. smịjati sę, russ. smeját’sja (смеяться) ‘lachen’, so daß eine Wurzel ie. *(s)mei-, *(s)meu- ‘lächeln, erstaunen’ angenommen werden kann. – Schmollwinkel m. ‘abgelegener Ort, wohin man sich unwillig und schweigend zurückzieht’ (18. Jh.).