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schmitze

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schmitze f.

Bd. 15, Sp. 1098
schmitze, f. hieb, streich, fleck u. s. w. (zu schmitzen gehörig, s. dieses); mhd. smitze, starkes und schwaches fem. mhd. wb. 2, 2, 433a. Lexer mhd. handwb. 2, 1016. im ahd. mangelt eine directe entsprechung, doch vgl. bismiz, contagio u. ä. Graff 6, 837. ags. smitta, macula stimmt zu hochd. schmitze; mnld. smette, smitte, nnld. smet, mnd. smitte, smette (vgl. thür. schmetze) Schiller-Lübben 4, 264b, smitte brem. wb. 4, 867. 11) hieb, schlag, besonders wenn er mit einem dünnen, geschmeidigen werkzeuge, z. b. einer ruthe oder peitsche ausgeführt wird (vgl. schmitz 1): her streich im eine smitze. Bartsch md. ged. s. 29, 999, kein land, kein stand, wo man nicht der wahrheit ein schmitzen gibt, etwas lügt Abr. a S. Clara bei Schm. 2, 561 mit andern belegen. grindschmitze, hieb auf den kopf Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 602b; leichter schlag mit der ruthe, besonders auch handschmitze. Reinwald 2, 112; die schmitze, peitschenhieb, züchtigung mit der peitsche. Avé-Lallemant gaunerthum 4, 601. s. unten 4. 22) wie schmisz zur bezeichnung der durch den hieb verursachten wunde und der zurückbleibenden narbe: er hat eine schmitze übern backen, cicatrice in vultu notatus est Stieler 1876 (s. schmitzicht). bei Schambach 198b erscheint schmitze mit der bedeutung 'kleiner risz in der haut'. 33) altbezeugt ist für das wort der sinn von macula (so im ags.), vgl. schmitzen. indessen ist sie im hochd. gebiete nicht heimisch: aller sünden smitten wuosch uns abe sin bluot. minnes. 1, 267b Hagen. so im moralischen sinne oft im mnd., vgl. Schiller-Lübben 4, 264a; hir myt sy gy van alre smette quyd unde van allen sunden. Reinke de vos 1605 (schmîte bei Lauremberg 2, 380 steht euphemistisch für schîte, was oben bei schmeisze nachzutragen ist; anders ebenda v. 694 schmyt, dreck). schmitze, macula Schottel 1404; einem eine schmitze anhängen, maculam alicui inurere Steinbach 2, 467; smitte, schmutz, flecken, besonders kesselschwärze. brem. wb. 4, 867; nld. smette, macula, labes Kilian (im Reinaert smette und smitte); n. smitte, ansteckung, ansteckende krankheit (vgl. nld. smettelicke sieckte, morbus contagiosus Kilian, engl. to smittle, anstecken, smittlish, ansteckend); schwed. smeta, schandfleck. 44) durch hochd. und md. gebiete ist schmitze als bezeichnung des äuszersten, gewöhnlich besonders angeknüpften endes der peitschenschnur verbreitet, vgl. Stieler 1876. Schm. 2, 562. Reinwald 2, 112. Spiesz 220; schmetze Regel 262. Hertel Salzung. wb. 41; schmitze Albrecht 204a. Kleemann 19b. Liesenberg 197. Bernd 268. Frischbier 2, 299a; in hochd. form bei Schambach 198b: ein seiler schlug glockensträng, den fraget Claus: was machstu für groszen zwirn. der seiler sprach: es ist kein zwirn, es sind schmitzen an die peitschen. Claus narr (1602) 32; so ward mit einmal an dem langen seile das boot und seine mannschaft im bogen rückwärts nach dem schiffe geschleudert, wie die schmitze einer peitsche wenn der fuhrmann einen zug thut. Göthe 28, 235. 55) ausdrücke der technischen sprache und besonderes. 5@aa) nd. smitte heiszt der weberkleister, mit dem die kettenfäden glatt gestrichen werden Schiller-Lübben 4, 264b; smittels, smittelbrij in gleichem sinne (ein smittelgeld wird den leinwebern besonders dafür gegeben, smittelisse bei Dähnert 434b) brem. wb. 4, 867; smittels Walther Dithm. chron. (1683) 298; smitt, smitte brem. wb. nachtr. 318; smitte, smötte Strodtmann 217; schwed. smeta. auf scherzhafter übertragung beruht schmittel, rotz (Coblenz) Klein 2, 128; s. schmitzen 2, k. 5@bb) dar tho schall se hebben eyne packen laken van veer smitten. quelle bei Schiller-Lübben 4, 264b; smitte hat mit der unter a behandelten bedeutung, die a. a. o. mit zweifel herangezogen wird, nichts zu thun. es musz sich hier um ein masz handeln. diese bedeutung hat vläm. smet, smette, zekere lengte van het lijnwaad dat gewewen wordt, maat der schering of zeker tal ellen waarin de wevers de schering verdeelen. Schuermans vlaamsch idiot. 631b; schmitze heiszt jeder umgang des kettengarnes um den scherrahmen bei den webern, der auch bei dem scheren der kette gezeichnet wird, ein solcher umgang ist bald 5 bald 6 ellen lang. Jacobsson 4, 12b (vgl. Campe unter schmitz 3). der gebrauch ist so zu erklären, dasz man beim scheren auf die kette des garns einen strich an bestimmten stellen macht (nd. smit, entstellt schmied bei Frischbier 2, 297b, hochd. schmitz, s. dieses 7 und schmitzen 2, h; schmitze anschreiben, adscribere lineolam Stieler 1876), nach diesen schmitzen die eine bestimmte anzahl von ellen von einander entfernt sind, wird gemessen. bei Frischbier a. a. o. wird die länge auf 5 oder 8 ellen angegeben, ebenda ein beispiel des gebrauchs: die Wirkersche hat schon 3 schmiede (gesprochen schmidte) abgewebt. fünf schmied machen ein stück. aus den zeugnissen erhellt nicht, ob wirklich ein fem. smitze, nd. smitte im gebrauch ist. in Schlesien sind die schmitze bunte striche im gewebe, gewöhnlich 7 ellen auseinander. Weinhold 86a. Karmarsch-Heeren3 7, 773 verzeichnet schmitz als ein in den tuchfabriken gebräuchliches masz von 3, 11m länge. 5@cc) schmitzen heiszen fehlerhafte stellen im tuche, die beim scheeren entstehen Jacobsson 4, 12b. Karmarsch-Heeren3 7, 774. 5@dd) färbemittel, um schwarz zu färben: schmitz, f., noircissure, nigredine Hulsius dict. (1616) 286a; schmitze, nigredo Schottel 1404; eine gute schmitze auf die schuh Colerus öcon. (1680) 684b. nach Adelung ist schmitze eine 'wässigere farbe', womit die lederfärber die felle bestreichen, um sie zu färben. die grundschmitzen, grundfarbe Schm. 2, 562, s. schmitzen 2, e. 5@ee) nach Schambach 198b heiszt die schleuder, mit der die knaben spielen, schmitze (schmitzen intensiv. zu schmeiszen).
5799 Zeichen · 142 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Schmitze

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    1. Die Schmitze , plur. die -n, ein Werkzeug zum Schmitzen, d. i. einen fein tönenden schlanken Schlag zu geben. So wird…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schmitze

    Goethe-Wörterbuch

    Schmitze (den knallenden Peitschenton verursachendes bzw verstärkendes) speziell geknüpftes Ende einer Peitsche; im Verg…

  3. modern
    Dialekt
    Schmitzef.

    Pfälzisches Wb.

    Schmitze f. : ' Knallschnur an der Peitsche ', Schmitze [PfId. 126]; Syn. s. Treibschnur , weitere Syn. s. Schmicke 1; s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmitze

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schmitze‑ als Erstglied (6 von 6)

Schmitze(n)

Idiotikon

Schmitze(n) Band 9, Spalte 1039 Schmitze(n) 9,1039

schmitzen I

RhWB

schmitzen I -ets- Aach-Stdt 1836 schw.: beim Essen schmatzen. — Abl.: die Schmetzerei, dat Geschmetz, der Schmetzer.

schmitzen II

RhWB

sch·mitzenii

schmitzen II das Wort, ahd. bismizzan, mhd. smitzen, ags. smittian, mnd. smitten, ndl. smetten, ist geschlossen als -ętə im SNfrk in Heinsb …

schmitzerleinsbaum

DWB

schmitzerleinsbaum , m. der rote brustbeerbaum ( rhamnus zizyphus ) Campe ; vgl. oben schmirzerlein.