Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Schmelze
Schmelze
1schmelzen Vb. ‘(durch Wärmeeinwirkung) flüssig werden, zerfließen’. Stark flektierendes ahd. smelzan (8. Jh.), mhd. smelzen, asächs. smeltan, mnd. mnl. nl. smelten (germ. *smeltan) sowie ablautendes aengl. smolt ‘sanft, ruhig’, schwed. (mundartlich) smulter ‘weich’ und das unter Schmalz (s. d.) behandelte Substantiv stellen sich mit den unter Malz (s. d.) angeführten s-losen Formen zu einer (zunächst vielleicht präsensbildenden) Dentalerweiterung ie. *meld- ‘weich’ (s. mild) der unter mahlen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *mel(ə)- ‘zermalmen, schlagen, mahlen’. Dazu das schwache Kausativum 2schmelzen Vb. ‘(durch Wärmeeinwirkung) flüssig machen’, ahd. (um 800), mhd. smelzen, mnd. smelten (germ. *smaltjan). Jedoch gehen die starken Flexionsformen (schmilzt, schmolz, geschmolzen) allmählich auch in den transitiven Gebrauch über, und schwache Bildungen (schmelzt, schmelzte, geschmelzt) sind seit dem 19. Jh. selten. Schmelz m. ‘glänzender, glatter Überzug’, ahd. smelzi ‘Gold-Silber-Mischung’ (9. Jh.), häufiger gismelzi (10. Jh.), mhd. gesmelze, frühnhd. goltsmelz, mnd. smelt, mnl. smelt, smelte. In neuerer Sprache auch ‘Glasur der Zähne’ (18. Jh.). Schmelze f. Handlung, Ort (Schmelzhütte), Produkt des Schmelzens (16. Jh.).