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scheif

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

scheif

Bd. 7, Sp. 1007
scheif das rip., nfrk. Wort reicht nach Wk. VII 24 n. einschl. Prüm-Ihren Habschd Bleialf, Daun-Wiesbaum Strotzbüsch, May-Kell, rrhn. n. einschl. kurköln. Neuw, Altk-Neitersen NFischb zur Sieg hin, NWSiegld, südl. davon schępp u. in der WEif schlimm (-b) [südl. Ausläufer von scheif am WRande von Bitb -E-, sonst šlamb; May-Kollig, Koch-Laub Leienkaul -ā-; dann -ęi- Zell-Briedel (u. šęp); šęiwəs Merz-Mettlach; dann -ī- in Wend., wie š. gewickelt sen, sch. geladen han in Kobl, Bernk, Trier-Mehring, in Saarl, Saarbr, Ottw, Wend, Kreuzn, nach dem Nhd. im schepp-Geb.]; das Wort geht auf scheif (scheib) zurück, u. zwar šēf [in Aden, NMay -E-; uAhr, gegenüberliegender Westerw, Köln-Stdt, Eup, Mörs, MülhRuhr -ei-; NBerg -ē-, –ī(ə)-, –ei-; Klev -ē-, –Ei-, –E-], flekt. -və, –wə (im Geb. der Schärfung mit dieser; ene šē:və Kerl) Adj.: 1. durchweg wie nhd. schief; von Dingen u. lebenden Wesen, abweichend von der rechten, symmetrischen Form, z. B. ist eine Kugel sch., die nicht ebenmässig rund ist oder tiefe Kerben hat; eine Kanne ist sch., die auf einer Seite von der ovalen Form abweicht usf.; en sch. Döppen, Mur, Dak, Hus; en sch.ən Tuərn (Turm), Bom, Stuhl, Tangk (Zahn), sch.ən Afsatt am Schuh; OBerg (Schwarzenb), Allg.; en sch. Ben (hinkend), Nas, Scholder han; en sch. Mul (Gesich) han; en hät den Hot sch. om Kopp (setze); de Lamp, et Glas Wasser net sch. hale; de Wage sch. lade; de Schohn sch. tredde (latsche); der hät e Ben sch. engehange er hinkt, bei einem zu kurzen Bein; de Zigar sch. roche; sch. ege (eggen); der Desch (Pohl Pfahl) steht sch.; wammer sch. lig, krit mer ene stifen Hals; he setz ganz sch.; der hät de Nach sch. gelege er sieht verschlafen aus Sieg-Braschoss; er ist betrunken Mörs-Wallach; de Höng (Hunde) secke (seichen), — lofe sch. Rip, Allg.; sch.ə Stippe die schrägen Balken im Fachwerk Bo-GrauRheind; sch.ə Pous dass. Bo; sch.ən Diensdag D. in der Karwoche Ruhr; e hot e sch. Kuck sieht schief, von der Seite her, auch sch. kucken schielen Bitb-Mettend, Allg. RA.: Su sch. wie Jülich Dür-Weisw Winden, — wie der Weg no Oken (Aachen) Wermelsk, — nom Pitterschberg (Petersberg im Siebengeb.) Sieg-Ägid, su sch. wie e Stovveniser (Stocheisen) Aach-Stdt, — en Prieke MülhRuhr, — en Hongkholt (Hangholz) Kemp-SHubert, Rees. Dat es sch. on scheəl (scheel) schlecht gearbeitet Aach, Jül, Eup, — kromm on sch. Mörs, Rip. En bess-che sch. es englisch von der Absonderlichkeit in der Kleidung der Engländer früherer Zeit hergenommen Aach, MGladb, Kref, Köln-Stdt, Elbf. Sch. ös e., e. ös Mode, un Mode weet metjemaat. Aach-Breinig. E bettje (biss-chen) sch., dat jöffert gut steht, kleidet gut, z. B. ein schiefer Hut Klevld, SNfrk (all te sch., dat steht ni gut Mörs-Xanten). De Sch.ən sind döt Johr alle nich grade Spott über schiefe Beine udgl. Lennep-Radevormwald, Rees. Ja, sch.ə blau! abschl. Antw. Ahrw-Remag. Et es ken Döppche (Pöttche) su sch., et fengt (findet) sech och en Deckelche drop Berg, Rip, Nfrk. De hät ne sch.ə Butz (Kuss) gekrit er hat Ausschlag (Plack) am Munde Neuss. E sch. Gesech mache (schnegge schneiden) beleidigt aussehen; en sch. Mul m. (trecke) dass. Rip, Allg. Mer krecht jet fir en Schnok (Schnake) on en sch. Maul sozusagen ohne Gegenleistung Prüm-Ihren. He wor op sch.ə Weg es war die verkehrte Art u. Weise Sieg-Ägid. De hät widde sch. gelade (d. h. die Karre) er ist bezecht = sch. dohertorkele Allg. He löppt kroump un sch. MülhRuhr, — so sch. als ennen Hond van Ördengen Mörs, — wie der H. nor Kirmes NBerg, — en Buəseljunge (jüngster Knecht) före Ritzhoke (räderloser Pflug) Wippf. In Klev lope se (met de Hacke) sch. Neckspr. auf Klev-Stdt. Dann (do) beste sch. geweckelt im Irrtum Rip, Allg. Et rent (regnet) esu sch., wie de Säu secken MülhRh-BGladb. Enen sch. ansenn missbilligend uWupp, Allg. Mer bruch den Hausten (Garbenstand) eckersch (nur) sch. anzesehn, da fällt he at öm Neuw-Asb, Allg. — Von lebenden Wesen: der es sch. gewasse (gerode); man nennt einen solchen Verwachsenen verächtl. ene Sch.; ene sch.ə Hond (Dachs) Allg.; ene sch.ə Lansənēn (Langseinander) Rip in Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Sieg, MülhRh; sch.ən Därk (Dietrich) Rees; sch.ə Zacheies Rip; sch.ə Jannvarius Köln-Stdt; sch.ər Itzik May-Kollig; sch.ə Daniel Schleid-Hellenth; sch.ə Sock Dür-Geich; sch. He(rz) ebd.; sch. geschmessene Wäschkomp Düss-Stdt; sch. Donnerwedder ebd.; sch.ə Zackerjüs Monsch. Hei es sch. wie enne Jud Mörs. En bettsche (biss-chen) sch. (verwachsen) hät Gott lief Kref, — grad ka jedder han (gr. hät j. ger) Heinsb; en b. sch. freit stärk gesagt, wenn ein grad gewachsener Bursche mit einem verwachsenen Mädchen zusammengeht Mörs-Neuk. Du bes jo sch. gebaut! Du bist ja verrückt Bo-Stdt. Sich (kromm on) sch. lache sich krümmen vor Lachen Allg. — 2. übertr. a. et (dat Denge) geht sch. die Sache misslingt; met dem steht et sch. bedenklich; nöngonnöngzigmol geht et got, et hondertste Mol geht et sch.; wammer morgens met dem verkihrten Ben opgestanden es, geht enem an dem Dag alles sch. Rip, Allg.; dat get ene Sch.ə Sieg-ODollend; dat geht op sch. an es wird misslingen Gummb-Berghsn; sch. fahre an den Unrechten kommen Schleid-Hellenth. — b. sch. Gedanke (Plän) han nicht durchführbar Rip. — c. sch. Stimmen St. einer anderen Liste bei einer Wahl; so sch. St., als wie de Höng (Hunde) secken (seichen) Gummb-Berghsn. — d. hinterlistig Prüm-Mürlenb 1860; de es noch lang net sch. er ist schlau MüEif.
5464 Zeichen · 173 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    scheifadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    scheif prät. s. schîben; adj. s. schief.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    scheifAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    scheif , Adj. Vw.: s. schēf (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    scheif

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    scheif , scheifeln , s. schief, schiefeln.

  4. modern
    Dialekt
    Scheiff.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Scheif [šaif D. Si. u. s.] f. 1. Zielscheibe. — 2. Signalscheibe. s. a. Dix.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scheif

39 Bildungen · 38 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

scheif‑ als Erstglied (30 von 38)

Scheifas

MeckWB

schei·fas

Scheif-as n. im Kartenspiel Karo-As, s. As 1 (Bd. 1, 463).

Scheifback

MeckWBN

scheif·back

Wossidia Scheifback f. Beiname eines Menschen mit 'schiefem' Gesicht Müll. Reut. 113 b .

scheifbeinig

MeckWB

scheif·beinig

scheifbeinig krummbeinig; im Volksreim: Krummpucklig Fru, scheifbeinig Mann, Wo häng' ick nu minen Ränzel an Wo. Sa. Me. 4, 304.

scheifbeint

MeckWB

scheifbeint scheefbeent wie das Vor. ; im Neckreim auf Peiter: Kiekt den scheefbeenten Peter an Wo. V. 4, 246 c; in Tanzreimen: du scheifbei…

scheifeln

RhWB

scheif·eln

scheifeln -e·i.v- Düss-Stdt ; -aif Dinsl-Aldenr schw.: schief gehen, beim Gehen die Knöchel aneinanderreiben, von Kühen u. Menschen. — Abl.:…

Scheifels

RhWB

schei·fels

Scheifels = Schlamm zusammen kratzen s. schäufeln bei Schaufel;

scheifen

RhWB

scheifen še·i.və Eup ; -ē:v- Dür-Heistern , Monsch-Witzerath schw.: hinken, herankommen mit schiefer Beinstellung; do könnt he geschevt, — a…

Scheiffaut

MeckWB

scheif·faut

Scheiffaut Scheeffot m. Beiname eines Menschen, der einen verkrüppelten Fuß hat oder der mit einem Fuß schief auftritt: Scheeffot Mi Nachtr.…

scheifgahn

MeckWB

scheifgahn mißlingen: hett din Fründ nu dei gaude Städ' krägen? — Nee, dat is scheifgahn Ro Ribn ; prägnant: mit Lene güng' dat scheif sie h…

Scheifgebühne

RhWB

scheif·gebuehne

Scheif-gebühne šēfjəby·n. Wurmgeb . n.: Traufbühne, zum Auffangen u. Ableiten der Wasser vor dem Arbeitsort, in der Bergmspr.

scheifgittches

RhWB

scheif-gittches šēwərjitχəs Altk-Hellert Adv.: lächerlich schief.

Scheifhack

MeckWB

scheif·hack

Scheifhack -hacken m. 'Schiefhacke', 'Krummbein', Beiname eines Menschen: 'Brink wech den rechten schefhacken!' Red. Ost. 1825; Scheefhacken…

Scheifhals

MeckWB

scheif·hals

Scheifhals m. eig. Beiname eines Menschen mit schiefem Hals; geläufig in Rdaa., die Ratlosigkeit bezeichnen: nu ror, Scheifhals! s. roren 3 …

Scheifhuurn

MeckWB

Scheifhuurn n. Name von Kühen mit krummen Hörnern Ro.

scheifklott't

MeckWB

scheifklott't eine schiefe Mütze tragend; im Volksreim: Schulten sin oll scheifklott't Diern Dee will frigen gor tau giern Pa Mestl .

Scheifkopp

MeckWB

scheif·kopp

Scheifkopp m. 'Schiefkopf'; Beiname eines Menschen, dem der Kopf schief sitzt Ro; Kuhname Ha; Sta Sad ; Wa KGrub .

scheifkrumm

MeckWB

scheif·krumm

scheifkrumm schief und krumm, sehr krumm; im Rätsel vom Grapen: scheefkrumm Vader Wo. V. 1, 137.

Scheiflenn'

MeckWB

Scheiflenn' -lend f. Beiname eines Menschen mit schiefem Oberschenkel; im Dorfreim: Jastram Scheiflend Lu Göhr .

Ableitungen von scheif (1 von 1)

verscheif

MeckWB

verscheif schief, von der Seite, mißtrauisch: wenn einer den annern verscheif ankickt Ro AHeide ; Camm. Tid. 16; Rda.: Denn geiht nicks mihr…

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APA
Cotta, M. (2026). „scheif". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/scheif/rhwb?formid=S03773
MLA
Cotta, Marcel. „scheif". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/scheif/rhwb?formid=S03773. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „scheif". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/scheif/rhwb?formid=S03773.
BibTeX
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