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Schaecher

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schaecher

Bd. 3, Sp. 1314
Der Schaecher, des -s, plur. ut nom. sing. ein im Hochdeutschen veraltetes, aber noch in einigen Oberdeutschen Gegenden übliches Wort, einen Räuber und Mörder zu bezeichnen. Man gebraucht es nur noch zuweilen in der theoligischen Schreibart, wenn von den zwey mit Christo gekreuzigten Übelthätern die Rede ist, welche Luther Mörder nennet. Das Wort ist alt und kommt schon bey dem Ottfried vor, der einen Räuber und Mörder mehrmahls Scaher nennet. Scahero luag ist bey ihm eine Räuberhöhle oder Mördergrube. Sich legt an den Weg als ein schacher, heißt es in einer alten Übersetzung der Sprüche Salomo[] von 1400, Kap. 23, 28. Es stammet von dem veralteten Zeitworte schachen, Franz. saccager, her, welches überhaupt eine schnelle Bewegung machen, in engerm Verstande aber rauben, tödten, niedermachen bedeutet hat, (S. Schächten,) und sich von jagen nur durch den Zischlaut unterscheidet. Es ist noch im Niederdeutschen üblich, wo es schaken lautet, und besonders von der Entführung eines Frauenzimmers gebraucht wird. Das Hauptwort Schach, im mittlern Lat. Scacus, Holl. Schaek, war für Raub, Rauberey, ehedem gleichfalls sehr üblich, und kommt bey unsern alten Oberdeutschen Schriftstellern häufig vor. Die erste und ursprüngliche Bedeutung ist, wie in Raub und andern ähnlichen Wörtern, die heftige Bewegung, daher die Verwandtschaft mit Schäker, schicken, Schal, schaukeln, dem Angels. scacan, dem Engl. to shock, stoßen, schütteln, dem Franz. chocquer u. s. f. leicht kenntlich ist. Wenn Schächer im vertraulichen Scherze zuweilen als ein Scheltwort gebraucht wird, ein armer Schächer, ein armer Mensch, so hat es dieses mit Schelm und andern Ausdrücken gemein, ob es gleich auch hier für Schäker stehen kann.
1723 Zeichen · 24 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schaecher

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schaecher , des -s, plur. ut nom. sing. ein im Hochdeutschen veraltetes, aber noch in einigen Oberdeutschen Gegenden…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schächer

    Goethe-Wörterbuch

    Schächer a iSv Betrüger, Gauner [ Einer: ] Warum weinst du, junge Waise?|„Gott! ich wünschte mir das Grab;|Denn mein Vor…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schächer

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schächer , soviel wie Räuber; herkömmliche Bezeichnung der zwei mit Jesus gekreuzigten Übeltäter; auch soviel wie armsel…

  4. modern
    Dialekt
    Schächer

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schächer [ʿSaχər Fisl. Roppenzw. Hi. Obhergh. Mutzig ] m. 1. altes stumpfes Messer. 2. Judenmetzger Mutzig . s. auch Sch…

  5. Sprichwörter
    Schächer

    Wander (Sprichwörter)

    Schächer 1. Es ist der linke Schächer. Diese Redensart auf jemand angewandt, wird als arge Beleidigung betrachtet. Der l…

  6. Spezial
    Schächer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schä|cher m. (-s,-) ladrun (-s) m. , malfatur (-s) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaecher

7 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von schaecher

schach + -er

schaecher leitet sich vom Lemma schach ab mit Suffix -er, mit Umlaut-Wechsel.

Zerlegung von schaecher 2 Komponenten

scha+cher

schaecher setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaecher‑ als Erstglied (7 von 7)

schächeren

LothWB

schach·eren

schächere n [šèχərən D. Si. ; šâərə Ha; šèχdə Ri. u. s.] tr. v. die Tiere nach jüdischem Ritus töten. Dabei soll der Schächer die Worte spr…

schächerkreuz

DWB

schaecher·kreuz

schächerkreuz , n. kreuz besonderer form, wie es die bilder der kreuzigung Christi für die schächer zeigen; auch nach Adelung Andreaskreuz: …

schächerlich

DWB

schach·erlich

schächerlich , adj. mörderlich ( s. schächer): und zeugten välschlich über in ein schächerlichs gericht. Oswald v. Wolkenstein 106, 9, 14 .

Schächerpfad

PfWB

schaecher·pfad

Schächer-pfad m. : FlN, amtl. Schächerpfad [ RO-Callb ]. a. 1618: ahm Schecher Pfadt [Staatsarch. Koblenz, Abt. 655,24, Nr. 808, Bl. 220r (e…

Schächersdille

PfWB

schaecher·s·dille

Schächers-dille f. : ' Wirtstochter ', pfälzische Musikantenspr. De Kniff poscht die Schächeʳsdill 'Der Sohn heiratet die Wirtstochter' [ Sc…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schaecher". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schaecher/adelung?formid=S00647
MLA
Cotta, Marcel. „schaecher". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schaecher/adelung?formid=S00647. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schaecher". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schaecher/adelung?formid=S00647.
BibTeX
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