Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Schablone f.
Schablone f.
Schablone f. ‘(ausgeschnittene) Vorlage, Muster, althergebrachte erstarrte Form, Routine’, Entlehnung (18. Jh.) von nd. Schabbelun. Voraufgehendes mnd. schampeliōn, schaplūn ‘Muster, Form, Modell’ stammt aus gleichbed. mnl. nl. schampelioen, das im 15. Jh. am Niederrhein aus afrz. eschantillon ‘Richtmaß, Eichmaß’, frz. échantillon ‘Probestück, Muster, Modell’ entlehnt ist (nl. sjablone erst im 19. Jh. nach dt. Schablone). Die Entstehung der lautlichen Form ist unklar; man erwägt Anlehnung an mnl. schampen ‘streifen, (ab)gleiten’ (woraus -mp-), später an nhd. schaben (woraus -b-). Das frz. Substantiv wird auf vlat. *scandīculum zurückgeführt, die Bezeichnung für eine Art ‘Hohlmaß’, an dessen Innenseite die Maßeinheiten durch horizontale Striche (gleichsam aufsteigend) eingetragen sind, zu lat. scandere ‘steigen’. Das -t- (statt -d-) der frz. Formen mag sich aus dem Einfluß bedeutungsnaher Bildungen innerhalb der technischen Fachsprache erklären, die sich an lat. cant(h)us ‘eiserner Reifen um ein Rad, Radschiene, Augenwinkel’ anschließen. Schablone lebt vor allem im Bereich handwerklicher Massenproduktion und serienmäßiger technischer Herstellung. Hieraus erklärt sich der pejorative übertragene Gebrauch im Sinne des erstarrten Althergebrachten, der gedankenlosen Wiederholung und Routine (19. Jh.).