Eintrag · Rheinisches Wb.
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sauer II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk sauər, –ǫu-, zǫu-, –ou-, flekt. saurə usf.; n. der Diphthongierungsl. zūr, zūər [Eup, Selfk absol. -rə; Köln-Stdt zōr; u. einschl. Klev-Hülm Goch Moyland Till Warbeyen u. rrhn. um Rees-Stdt Isselbg Elten zȳ(ə)r] Adj.: 1. sinnl. wie nhd., im Gegens. zu »süss«, von Natur s. oder erst durch bestimmte Vorgänge s. geworden, bes. von Speisen, z. B. ene s.ə Appel; s.ə Kirsche; s. Melich (auch Sauermilch) geronnene Milch, de M. es (wird) s. s. Wk. IV 20; s.ə Wein (scherzh. verächtl. s.ər Jung Bernk-Zelting; s.ər Knoche Mos; s.ən Hungk (Hund) Köln; en hot en s. Oder (Ader), — Tonen Trier); s. Supp Suppe aus gekochter Dickmilch mit etwas Süssmilch, Mehl, Ei, Salz Simm-Laub; s.ə Grombiere (Toffeln) Kartoffeln mit s. Brühe Kobl (rrhn.), Westerw; s.ə Kappes, s.Mus (Prüm) (s. auch Sauerkraut, S.Mus) Allg.; s. Bunne eingemachte, gesäuerte Schnippelbohnen Allg.; s.ə Riwe dass. von Rüben Rhfrk; s. Fleisch Schweinegallerte Aden-Nohn; s. Gras (Heu) auf der s. Wies (Weide), auf der sumpfigen W. wachsend; auch der Acker kann s.ə Bodem (en s. Stell, s. Plazen, en s. Loch) haben; s.ər Hederich barbaraea vulg. Daun-Dreis; s.ə Pidder Ampfer Zell-Mastershsn; auch Gefässe, die nicht »gebächt« werden, können s. werden Allg.; wat riecht dann nore so s. lorim (hierherum)? Rhfrk, Allg.; der rüch s. us dem Mong (Munde) (Hals) Rip, Allg. — RA.: S. wie Essig, — Salz Allg., — Surmos Dür, — Holzappel Wend-Sien, — Amper (Sauerampfer, s. d. die Synon.), — Frang Heinsb, — Kratz Aach-Stolbg, Düss-Stdt, Mörs, — ennen Hengs Mörs; krisch-, krits.; s. zom Krische (Weinen) (s. d. W.). Dat (z. B. die Äppel) es so s., dat's äm det Maul zesammezieht, — äm hinner de Ohre pitscht, — mer sich schirele (schütteln) muss Rhfrk, Allg., — dat se enem de Arschbacken tesammentrecken Gummb; de Wein es so s., wemmer de em Gaul (Isel) in de Ohre schit, läft (läuft) der zwo Stunne weit Rhfrk, — wemmer re Gäss (Ziege) en an (in) en Uhr sch., da lief se bis no Metz Saarbg-Soest. Sa (sage) mol s.! Dein Vadder is en reicher Bauer! Zell-Raversbeuren. S. (saure Speisen) macht luschtig Saarbr, Gummb-Berghsn, Köln, Jül, — sät der Bor, do schlog e singer Frau de Essigkann am Kopp kapot Köln-Stdt. Geht et niet süt (süss), mott et mor (nur) s. gohn man muss es nehmen, wie es kommt Mörs-Rheinbg. Söss gedronke, s. bezahlt das Vergnügen kam ihm teuer zu stehen Bergh-Blatzh. Wer s. verdent hät on söss verzehrt hät, wird met Freude ärm Bo-Stdt. Der is s. un faul gewehnt er isst, was vor ihn kommt Saarbr, Nahe. Hal (halte) et un mach et sess (süss), bas et s. get! zu dem, der etwas nicht gern hergibt Bitb-Kyllbgw. Et mutt nich alles s. sin on ok nich alles süt es muss nicht alles einer Art sein Gummb-Berghsn. Sech en Dengen s. werden loten es verkommen lassen Sol. De kanns der dat s. fiərdig (fertig) machen! behalte es doch, zu einem, der nicht gerne etwas hergibt Saarbg. Ech well dir dat net s. mache verekeln; dem well ech et es s. m. Rip. Pitter, Jesewitter, kouch s., k. söss (süss), k. allerlei Gemös! MüEif (s. auch bei Matthias). Dat wird dir ävver noch s. opröppsche (aufrülpsen)! es kommt dir teuer zu stehen, du wirst es büssen müssen Rip; Enem Bur, de Melk es s.! rufen die Knaben bei Beginn des Spiels: B., pass op Kref. Dem han ich de M. s. gemacht ihm seinen Plan vereitelt Neuw. Se laupen tesammen wie s. M. bei grosser Freundschaft Berg (s. weiter bei Milch), — dorchenen wie s. Bottermelch Bo-Keldenich. An der Chur (Teil des Ortes Grevbr-Beckr) wörd de B. s.! Neckspr. De Bire sein em s. gen er ist beim Stehlen erwischt worden Wittl. An (in) de s.ən Apel beisse mussen sich in hartes Schicksal ergeben müssen Bitb, Allg. De micht e Gesicht wie en Bock, de s. Äppel fresst Prüm-Reuth. Dem Fosse (Fuchs) woren de Druwen te s. er konnte seinen Plan nicht durchführen Sol, Verbr. S.ə Kappes un halve Kopp essen de Engelen em Himmel gern Köln-Stdt (s. weiter bei Kappes). Honger mecht de s.ə Buhne sess (süss) Merz-Bergen. Sich anbiere (-bieten) wie s. Bier von einem Alten, der noch freit Wend-Dörrenb. Des sen ech satt wie s.ən Brei Düss-Hilden. Dou mäkst en Gesech wie en s.ə Käsch (Kirsche) Duisb, — enne s.ə Mitt (Henkeltopf) Dür-Weisw. Wer gepock (die Wasserpocken überstanden hat) on geröddelt (die Masern u. s.) hät on s. Kos ka verdrage, de kann alt werde Sieg. — Sürtjes Pl. sauere Bonbons Klev. — 2. übertr. a. schwer, mühselig; dat Arbede, (Stohn, Gohn u. ä.) wiərd mer (arg) s.; er löt et sech s. werde schafft mühselig; der Gang (Weg) wuərd mir arg s. der Gang fiel mir schwer; der G. (W.) dohin (no dem) es mer s. w. (ankunn) ich ging den Weg zu ihm nicht gern, etwa um zu bitten, mich zu entschuldigen; seng Brut es em s. wuərde er musste sich sehr plagen; dat (Brut) han ech s. verdene mosse, — met mengem s.ə Schwess v. m.; enem et Levve s. mache; dat es e s. Brut, wat der verdent; dat es ene s.ə Daler schwer verdient; der s.ə Schwess lef an mir heronger (herunter); en s. Arbet; ene s.ə Dag; ene s.ə Posten Rip, Allg. RA.: Nahrung es söss, Verdens ävver s. Köln-Stdt. — Dät sin s.ə Prummen (Pflaumen) ungenehme Sachen Rees-Haldern. Göff em wat Suəres! Schläge Gummb-Berghsn. — b. unfreundlich, verdriesslich; e siss-sauer Gesicht m. Saarbr; en s. Mülken maken Dinsl-Hiesf; en s. G. mache; s. (dren)sehn (kucken, kiken) Rip, Allg. RA.: He micht e Gesicht (kuckt) esu s. wie Essig Bitb, Allg., — sure Kappes Rip, — as en Pöttje Surmus Klev, — äs en Prumm (Pflaume) Geld-Kevelaer, — als of he Essig gedronken hätt Rip, Allg., — he Kralle (Perlen) kaute Duisb. Jong, wat kickste s.? Antw.: Ech han och noch nicks Sötes (Süsses) gehat MGladb. Pöttersch (FN) Bur kickt so s. grad wine s.ə Koppesbur Kemp-Süchteln. Heija, nina, Kengke (Kindchen), Modder hesch (heisst) Kathrengke; Vadder ös ene Kappesbur, kömmt e no hem, da kick e s. usf. MGladb, Verbr. Op de Dur (Dauer) kick der Bur emmer s. no dem Tur (Turm), wo de Klock hät gelock (geläutet) Schleid-Hellenth. — He es ne S.ən ein verdriesslicher, unfreundlicher, wenig zugänglicher Mann Berg, Geld, — s.ə Kerl (en s. Fraumensch) Berg, Nfrk, — s.ə Kiker Mörs-Pelden, — s.ə Pitter Grevbr, — s.ə Möppel Ruhr, Dinsl, — s.ə Möpp Jül, Aach, — s.ə Mopps MGladb-Giesenk, — s.ə Muff Erk-Körrenz, — s.ə Klötsch MGladb-Korschenbr, — s. Gemös (Gemüse) Aach, — s. Prum (Pflaume) Geld, Mörs, Rees, — s. am Arsch Schleid-Hellenth; ne harde S.ə unfreundlicher, geiziger Mensch Bergh-Blatzh. Et git s.ə on och söte (süsse) Mensche MGladb-Korschenbr. — S. Senn üble Launen Heinsb. — c. kräftig; en s.ər As knorriges Stück Holz Gummb; s.ə Hor harte, straffe Haare Waldbr-Bladersb, en s.ən Hond kerngesunder Kerl Gummb-NSessmar; enem ene S.ə gewe eine kräftige Ohrfeige Düss-Stdt. — d. et Wedder es s., en s. W. trübe Dür-Gürzenich, Grevbr, MGladb; s.ə Wengk kalter Wind Kemp-Amern-SAnton. — e. böse, verkehrt, schwer zu lenken, vom Zugtier; dat Perd es s.; en s. P.; ene s.ən Hex Rheinb-Meckenh, Geilk-Prummern, Geld-Straelen. — f. zähe in der Arbeit; en S.ən Gummb-NSessmar. — g. he wor s. bezecht Ahrw-Gelsd; eine s. mache ihm alles im Spiel abgewinnen Köln-Stdt 1840.
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Dialektsauer II
Rheinisches Wb.
sauer II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk sauər, –ǫu-, zǫu-, –ou-, flekt. saurə usf.; n. der Diphthongierungsl.…
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Cotta, M. (2026). „sauerii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sauerii/rhwb?formid=S01287
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Cotta, Marcel. „sauerii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sauerii/rhwb?formid=S01287. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „sauerii". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sauerii/rhwb?formid=S01287.
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