Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Salon m.
Salon m.
Salon m. ‘Besuchszimmer, Empfangsraum’, Übernahme (Anfang 18. Jh.) von frz. salon ‘großes Besuchs-, Empfangszimmer, Saal’, seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. ‘Raum für intime Empfänge’. Dieses ist entlehnt aus ital. salone ‘großer Saal’, einer Bildung mit Augmentativsuffix zu ital. sala ‘Saal’, das aus dem Germ. stammt. Zugrunde liegt wohl langobard. sala ‘Hof, Haus, Gebäude’ (s. Saal), doch kann auch ein anfrk. *sal in der romanisierten Form *salla, auf die afrz. sale ‘Halle, Saal, Wohngebäude, Burg’, frz. salle ‘Saal’ zurückgeführt wird, über Südfrankreich ins Ital. gewandert sein. In Anlehnung an frz. Gebrauch bezeichnet Salon den ‘Empfangssaal’ in der Stadtwohnung des Adels, dann die repräsentativen Ansprüchen dienende bürgerliche ‘gute Stube’ und wird um 1800 auf die sich in solchen Räumen (regelmäßig) treffenden Personen sowie auf deren Zusammenkunft übertragen. Salon steht ferner für ‘Ausstellungssaal für Kunstgegenstände’ (19. Jh.), nach den ersten Ausstellungen im Salon Carré (‘quadratischen Saal’) des Louvre, und schließlich für den ‘elegant eingerichteten Geschäftsraum’ (20. Jh.), vgl. Frisier-, Kosmetiksalon. Saloon m. ‘Gesellschafts-, Empfangszimmer’ ist (bezogen auf englische Verhältnisse) eine Übernahme (19. Jh.) von gleichbed. engl. saloon, das ebenfalls auf frz. salon (s. oben) beruht. Mit der sich im Amerik.-Engl. entwickelnden Bedeutung ‘Trinkstube, Bar, Kneipe’ wird das Wort (zumal über Westernfilme) ein zweites Mal (20. Jh.) ins Dt. entlehnt.