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salband

nhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

salband n.

Bd. 14, Sp. 1683
salband, n. 11) das natürliche ende des tuchs, das zettelende: saum, der .. dicitur etiam anschrot, et sel- sive salband. Stieler 1695; sal-leiste, sal-band oder selb-ende, heiszt bei den nätherinnen so viel, als die enden in der breite der gewirkten leinwand. frauenz.-lex. (1773) 2983; salleiste, selbenden, salband, heiszt an einer gewirkten leinwand das, wo sich dieselbe in der breite endigt. Jacobsson 7, 148b. Spiesz 202. Kleemann 18b. das wort ist wahrscheinlich eine entstellung von selb-ende, selb-end (dem tuche selbst eigenes ende im gegensatz zum künstlichen), das in dieser verwendung aus älteren quellen zu belegen ist: man sol auch cheinen loden nicht zeichen, er enhabe danne zwei gantzeu selbende, und sol auch davon niht sneiden. Nürnberger polizeiordn. 164; swelhes tuch dann gerecht ist, daʒ süln si zaichen, welhes aber ungereht ist, daʒ sol man vj ellen lank absneiden, und darzu des selbendes auch vj [ellen] lank abreiʒʒen. ebenda; mnd. niemant sall laken kopen, sie syn bynnen ern twen selffenden. quelle bei Schiller-Lübben 4, 464b; sälbänd Kramer teutsch-ital. wb. (1678) bei Weigand 2, 691. mundartlich findet sich diese form noch heute. Schmeller 2, 265. Vilmar 382. nd. sülwenne, sülwend Schambach 218b. auszer sahlband bieten die mundarten weiter silbende. Vilmar a. a. o., sälbinde, sälende, f. Schmid 446. das wort begegnet auch im niederl. und ist vielleicht von dort herübergenommen: self-ende, self-eggh, self-kant, ora panni vel telae. Kilian, holländ. zelfeinde, -kant. die bei Kilian erwähnten verwandten bildungen sind auch im nd. üblich: sulf-egge brem. wb. 4, 1092, sülfkante, -egge ten Doornkaat Koolman 3, 363b. die Eifler mundart gebraucht selfkante mit sonderbarem bedeutungsübergang für 'linke seite'. Frommanns zeitschr. 6, 19. 22) im bergbau die begrenzungsfläche eines ganges gegen das nebengestein. Gätschmann2 78: wann die gänge zu hauffe fallen und machen ein gerüll und gebrüll, dasz man ihr streichen und salbant nicht wohl für einander erken, da bricht gemeiniglich grosz ertz. quelle von 1617 bei Veith 391; salband ist wo sich der gang scheidt vom gebirge oder gestein in hangenden oder liegenden. quelle von 1698 ebenda; salband, in den bergwerken, limbus quo dignoscitur vena metallica a terra vicina. Frisch 2, 144b; das liegende ist bei allen klausthalischen gängen ... ein schwarzes schiefriges gestein, das sich von dem gang, der auf ihm liegt, durch eine glatte oberfläche, die man ein sahlband nennet, unterscheidet und ablöset. Cancrinus bergwerke (1767) 152; auch anstehend als gänge fand ich horn- oder feuersteine in kalkfelsen, mit sahlband von kalk. Göthe 28, 155; indessen war (bei der entstehung des ruinenmarmors) am entgegengesetzten saalband die masse breiartig in bewegung. 51, 74; die flötze bestehen durchgängig aus quarz, welcher von beiden saalbändern herein, gleichsam strahlenweise krystallisirt erscheint. 109; die beiden saalbänder dieser flötze, oder horizontal-lager, sind krystallisirter glimmer, und in diesen saalbändern, vorzüglich aber in dem untersten, findet sich zinnstein eingesprengt. ebenda; da er antraf ein schönen gang, der sein salband streckt feist und lang. bergreihen bei Veith 391; abgelöstes, hangendes, liegendes sahlband. ebenda. in gleicher bedeutung begegnen seylband. Mathesius Sar. 37b (die stelle ist sonst gleich der ersten oben angeführten); salband des ganges, oder seilband, saum. min.- u. bergkwerkslex. (1742) 459a; sohlband, schalband. Veith 391. wahrscheinlich ist diese verwendung übertragung der bedeutung 1. 33) nach Adelung ist sahlband in einigen gegenden z. b. im brandenburgischen üblich für einen ring, der zur verbindung des pflugbalkens mit dem vordertheile des pfluges dient. ob diese bezeichnung hierher gehört, erscheint zweifelhaft.
3811 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    salbandn.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    salband , n. 1 1) das natürliche ende des tuchs, das zettelende: saum, der .. dicitur etiam anschrot, et sel- sive salba…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Salband

    Goethe-Wörterbuch

    Salband meist Saal-, auch Sahl- geol: schmale Grenzschicht bzw Berührungsfläche zwischen Gang u Nebengestein Die beiden …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Salband

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Salband ( Saalband ), die Flächen, die einen Gang zu beiden Seiten gegen das Nebengestein begrenzen, auch der dem Nebeng…

  4. modern
    Dialekt
    Salband

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Salband Band 1, Spalte 1,1017f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit salband

9 Bildungen · 9 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von salband 2 Komponenten

salb+and

salband setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

salband‑ als Erstglied (9 von 9)

salbandartig

GWB

salband·artig

salbandartig saal-; subst [ betr einen Beryll ] ein so schönes Exemplar, wo man an der einen Seite wirklich etwas S-es zu bemerken glaubt B4…

Salbandbändel

PfWB

salband·baendel

Salband-bändel m. : 'Tuchrandstreifen zum Verschnüren der Wiege, dessen freies Ende zum Anschaukeln der Wiege dient' (um 1920 schon veralt.)…

Salbandhosen

PfWB

salband·hosen

Salband-hosen Pl. : 'Hose mit Salbandstreifen längs der Außennaht', Sallwennhosse [ KL-Fischb ]. —

Salbandschlappen

PfWB

salband·schlappen

Salband-schlappen m. : = Salbandschuh , Sallwendschlappe [NW-Gimmdg Pirmas ( Kieffer 63)], Selwend- [PfRSch 9. 9. 1926]. Was hannse do als m…

Salbandschuh

PfWB

salband·schuh

Salband-schuh m. : 'aus Tuchstreifen (Webkante) geflochtene, leichte Fußbekleidung', selbstgeflochten oder in Heimindustrie hergestellt, bes…

Salbandsocken

PfWB

salband·socken

Salband-socken Pl. : 'aus der Webkante eines Stoffes gefertigte Socken, die man in Holzschuhen trägt', Salwennsocke [Bergz ( Kamm 55)], Salw…

Salbandtappen

PfWB

salband·tappen

Salband-tappen m. : = Salbandschuh , -dappe [ LU-Opp Spey BZ-Dernb ]. Kääf der e Paar Sallwenndappe! [ BZ-Dernb ]. Nach Becker Volkstr. 83 w…

Salbandwischer

PfWB

salband·wischer

Salband-wischer m. : 'aus zusammengerollten Webkantenstreifen gefertigter Wischer für die Schiefertafel des Schülers' (um 1870), -wischeʳ [ …