Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Saite f.
Saite f.
Saite f. ‘aus Pflanzenfasern, Tierdärmen, Metalldraht oder Kunststoff gedrehter Faden für Zupf- und Streichinstrumente’, ahd. seito m. (9. Jh.), daneben seita f. (um 900), mhd. seite m. f. ‘Strick, Schlinge, Fallstrick, Fessel, Darmsaite’, mnd. seyde f. ‘Saite, Sehne’, aengl. sāda m. ‘Strick, Halfter, Saite’, anord. seiðr m. ‘Band, Gürtel’ sind wie die Verwandten aind. sḗtuḥ ‘bindend, fesselnd, Fessel, Band, Damm, Brücke’, lat. saeta, sēta ‘starkes Haar, Tierhaar, Borste, Angelschnur’, lit. saĩtas, siẽtas, lett. saite ‘Band, Strick, Fessel, Schnur’, aslaw. sětь, russ. set’ (сеть) ‘Netz, Schlinge’ mit Dentalsuffix zur Wurzel ie. *sē(i)-, *sə(i)-, *sī- und *sei-, *si- ‘binden, Strick, Riemen’ gebildet (wozu auch Sehne und Seil, s. d., gehören). Gegen Ende des 17. Jhs. setzt sich als Unterscheidungsmerkmal zu nicht verwandtem Seite Schreibung mit ai durch. Redensartlich: gelindere Saiten aufziehen ‘sanfter vorgehen’ (17. Jh.), andere Saiten aufziehen ‘andere, härtere Mittel anwenden’ (18. Jh.), eine alte Leier mit einer neuen Saite beziehen ‘bereits Bekanntes wiederholen’ (18. Jh.). – besaitet Part.adj. ‘mit Saiten versehen’ (15. Jh.), zart besaitet ‘von sensiblem Wesen’ (19. Jh.).