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runse

mhd. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 13 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

runse f.

Bd. 14, Sp. 1522
runse, f. alveus, rivus. die heimat des wortes ist Oberdeutschland; dasselbe erscheint bei Adelung durchaus noch als mundartlich, ist jedoch jetzt in der schriftsprache ziemlich eingebürgert. neben dem fem. steht in alter sprache ein masc., das auch mundartlich erhalten ist. eine nahestehende bildung ist runst, s. unter dem worte. im ahd. findet sich ein starkes runs (masc. und fem.), dem sich goth. urruns, urrunsis, m. und garuns, f. vergleicht, neben einem schw. f. runsa. Graff 2, 519 ff. runs, m.: ahd. dher unsih dhurah Jordanes runsâ (per Jordanis fluenta) dhurahleidit. Isidor 29, 9; mhd. unde machet kleine den runs gotlîcher gnâde. Germ. 18, 199, 7; eis mâls ein waʒʒer, daʒ was grôʒ, ûʒer sînem runse vlôʒ. Boner edelstein 77, 2; und sol man ouch den runs offen lân. weisth. 1, 334. nhd. der runsz, lauff oder flusz. Maaler 338b, runs, m. rivus Schottel 1389. mundartlich erhalten Schmid 438. Schm. 2, 124. Stalder 2, 292. Schöpf 571. runs, f.: als abe den hôhen alben die wilde beche rüerent und in ir rünse füerent stein unde flinse hin zetal. troj. krieg 35658. mundartlich erhalten Schöpf 571. Schm. 2, 124. runse, schw. f.: daʒ drey runsen in das aigen sollen geen. pan- und bergtaidingsbücher herausg. von Kaltenbäck 32, 12 bei Lexer handwb. 2, 541. vgl. Schmid 434. Lexer kärnt. wb. 211. 11) in runs tritt der verbalbegriff, die actio mehr hervor als in runse. runs bezeichnet zunächst das strömen, flieszen eines gewässers, dann die in bewegung begriffene wassermenge. in gleichem sinne indesz auch runse. ze allen zîten ist sîn (des brunnens) runs lûter als ein cristalle. Flore 4466; ir flus, ir runs (der Donau) getailt sich hat in siben grosz strangen. reimchron. bei Schöpf 571; es flieszt mit vollem runsz. Maaler 338b; ein anders wasser dieser art, welches ein trefflichen starcken flusz, und allein zu der zeit, wann das meer ablaufft sein runs hat. Thurneisser von wassern (1612) 224; die runsz der Ammer, ausströmen derselben aus dem see. Schm. 2, 124. schweiz. runs, das flieszen geringerer gewässer Stalder 2, 292; fliesz oder runsz oder pach, rivus, alveus. voc. theut. 1482 h 8a. von reiszenden bergbächen: von den hängen der nahen felsenmauern brausen bald wilde runsen in das becken des stillen sees und ziehen weithin schmutzig gelbe streifen in den fluthen. Tschudi alpenwelt 14. rons, m. kanal, arm eines flusses. Schmid 438. ähnlich: (man soll) auch keine runsen aus den bächen, dardurch die brut abgeleitet wird, verstatten. Hohberg 1, 129b. bächlein: als ein brunn us ym in alle ort der welt bechlin und rünse ... usgeen und flieszen lasset. Nic. v. Wyle translationen. runs von strömendem blut (vergl. unten runst und oben blutrunse, blutrunst th. 2, sp. 189): von bluote muoʒ der anger vil mangen runs gewinnen. troj. krieg 31885. bildliche anwendung ist in der mhd. zeit häufiger als später: du bist im himmel hoch ob uns, wir schweben inn dem jrrigen runs desz jamertals uff diser erd. Daniel (1545) N 4a. 22) gewöhnlich erscheint runse im sinne von fluszbett, fels- oder erdrinne, in welcher wasser flieszt, dann überhaupt furche. Lexer kärnt. wb. 211; so in älterer sprache auch runs, m.: und das meer kam wider vor tag in seinen runs und sterke. Züricher bibel von 1530 (reversum est (mare) primo diluculo ad priorem locum. exod. 14, 27); und ran die Rüsz (Reusz) in einem rüns durch die matten har yn, als man ouch noch hüt dis tags in allem see den rüns und den graben sieht. Etterlin chron. 9; wo .. das wasser einen abzug nemmen kann, kleine runsz oder gräben machen. Kirchhof milit. disc. 166; sie (die cisternen) solcher massen mit wasserfurchen oder runsen zurüsten. Sebiz feldb. 12; der Lechstrom unterfrasz das land, das er bespülte, und risz jährlich viele äcker zu beiden seiten in seinen runz. Pestalozzi 10, 176; den durst mir stillend mit der gletscher milch, die in den runsen schäumend niederquillt. Schiller Tell 2, 2. von trockenen rinnen, spalten: wilde bienen, welche in den runsen und löchern der felsen ihre herbergen bereiten. Hohberg 2, 363a. freier: von striemen der haut. Schmid 434; ritze, sprung: salbe die runsen und klüffte der bettstätte (gegen wanzen). Hohberg 1, 321b; wenn das geschirr einen runz hat bei Schm. 2, 124. runse von vertieften strichen auf grenzsteinen bei Frisch 2, 122a. 33) runse als name einer unholdin, riesin in den alpen, welche schlammlawinen zu thal sendet. Schöpf 571. E. H. Meyer myth. 148, 150.
4474 Zeichen · 126 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    runsestf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    runse ahd. runsa stf. vgl. Graff 2, 520. sichere mhd. beispiele liegen mir nicht vor.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    runseF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    runse , F. nhd. Runzel, Hautfalte Hw.: vgl. mhd. runze, ronse Q.: Voc. Strals. ed. Damme 46 (15. Jh.), Voc. Theut E.: s.…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Runse

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Runse , plur. die -n, ein nur in einigen Gegenden übliches Wort. 1) Ein Schnitt, oder ausgehauenes Zeichen in den Gr…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Runse

    Goethe-Wörterbuch

    Runse term techn der Geomorphologie: durch einen Murabgang im Hochgebirge entstandene tiefe Rinne [ betr Beschreibung ei…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Runse

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Runse , die in steilen Berghängen durch die Wirkung des Wassers eingeschnittene Rinne, die ein Wildbach durchströmt. Sob…

  6. modern
    Dialekt
    Runse

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Runse s. Runs .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit runse

19 Bildungen · 9 Erstglied · 9 Zweitglied · 1 Ableitungen

runse‑ als Erstglied (9 von 9)

runselen

MNWB

runs·elen

runselen , runzelen ( -tz- ), swv. : in Falten legen , runzeln, „Rugare kroken / kroken, runtzelen ” (De Man 241); — nur Gloss.

runselîn

Lexer

runs·elin

runselîn , rünselîn stn. ib. dem. zu runs, runse Barl. Narr. möhte ich daʒ gebreiten, sînen ursprunc geleiten mit rünselînen durch diu lant …

runselinge

MNWB

runse·linge

° runselinge , f. : das Zusammenziehen der Haut oder der Schleimhäute, Adstrinktion, appele ... dê ên lüttik wörgelinge unde r. in dēme mund…

runselīk

KöblerMnd

runselīk , Adj. nhd. runzelig, faltig ÜG.: lat. rugosus Hw.: vgl. mnl. ronselijc I.: Lüt. lat. rugosus? E.: s. ahd. runziloht* 4, Adj., runz…

runselīn

KöblerMhd

runse·līn

runselīn , st. N. nhd. „Runslein“, Flüsslein, Flüsschen, Bächlein, kleiner Fluss, Rinnlein Q.: MarHimmelf, RvEBarl (1225-1230) E.: s. runs W…

runsetten

MeckWB

runs·etten

runsetten runner- heruntersetzen; übertr.: dat is all bannig runnersett't die Berufsverhältnisse sind schlechter geworden (1885) Ro Kühl .

Runseⁿschāf(f)

Idiotikon

Runseⁿschāf(f) Band 8, Spalte 299 Runseⁿschāf(f) 8,299

runse als Zweitglied (9 von 9)

aberunse?

KöblerMhd

aber·unse

aberunse? , st. F., sw. F. nhd. Abfluss Hw.: s. aberuns Q.: Lucid (1190-1195) E.: s. abe, runse W.: nhd. DW2- L.: MWB 1, 53 (aberun[s]) Son.…

aherunse

KöblerMhd

ahe·runse

aherunse , st. F. nhd. Wasserlauf, Flussbett Hw.: s. aherunst Q.: Urk (1294) E.: s. ahe, runse W.: nhd. DW2- L.: Lexer 2c (aherunst)

bachrunse

KöblerMhd

bach·runse

bachrunse , sw. M., sw. F. nhd. Bach, Rinnsal Q.: Urk (1298) E.: s. bach, runse W.: nhd. DW- L.: WMU (bachruns 3004 [1298] 1 Bel.)

gerunse

MWB

ger·unse

gerunse stN. ‘fließendes Gewässer’ dar kam ein wurm [...] in ein gerunse, daz was tief Virg 284,5 MWB 2 522,31; Bearbeiter: Graën

mülrunse

KöblerMhd

mülrunse , sw. F. nhd. Mühlbach, Mühlgraben Hw.: s. mülruns E.: s. mül, runse

vāderunse

MNWB

vader·unse

vāderunse , n. , Vaterunser (paternoster), dat v. tõ rügge bēden so beten, daß es das Gegenteil besagt (indem zu jeder Bitte ein „nicht” hin…

vāderunse

KöblerMnd

vāderunse , N. nhd. Vaterunser ÜG.: lat. paternoster I.: Lüs. lat. paternoster E.: s. vāder, unse W.: s. nhd. Vaterunser, N., Vaterunser, Pa…

wazzerrunse

KöblerMhd

wazzer·runse

wazzerrunse , st. F., sw. F. nhd. „Wasserrunse“, Bach, Wasserlauf, Wassergraben, Wasserleitung, Bewässerungsrecht Hw.: s. wazzerruns, wazzer…

ūfrunse

KöblerMhd

ūfrunse , st. F. nhd. Aufgang E.: s. ūfrunst W.: nhd. DW- L.: LexerHW 2, 1715 (ûfrunse), Benecke/Müller/Zarncke II/1, 722a (ûfrunse)

Ableitungen von runse (1 von 1)

gerunse

MWB

gerunse stN. ‘fließendes Gewässer’ dar kam ein wurm [...] in ein gerunse, daz was tief Virg 284,5 MWB 2 522,31; Bearbeiter: Graën