Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Rotlauf m.
Rotlauf m.
Rotlauf m. (früher auch n. und f.) infektiöse Hautkrankheit bei Schweinen (Schweinerotlauf), verbunden mit roten Flecken auf der Haut (19. Jh.), zuvor jede Art Hautentzündung, die mit Rotfärbung verbunden ist, auch beim Menschen, frühnhd. roit louff n. (1419), rotlauffen n., rothlauff f. (16. Jh.), Rothlauff m. (17. Jh.). Das Grundwort stellt sich (wohl im Sinne von ‘Bedeckung, Hülle, Haut’ bzw. ‘Rinde, Schorf’) zu einem in ahd. louft m. ‘Bast’ (9. Jh.), mhd. louft ‘Hülse, Bast’, löufel, loufel f. ‘grüne Hülse’ (der welschen Nuß und der Kastanie), nhd. (mundartlich) Läufel f. ‘Rinde, Schale’ belegten Substantiv und weiter zu der unter Luft (s. d.) behandelten Wortgruppe, für die eine Ausgangsbedeutung ‘Bedeckung, Dach, Rinde, Bast’ angenommen werden kann. Die Krankheitsbezeichnung ist offenbar eine Übersetzung von griech. erysípelas (ἐρυσίπελας) ‘Rose, Rotlauf’ (eigentlich wohl ‘das die Haut Rötende’), zu griech. erythrós (ἐρυθρός) ‘rot’ und vielleicht pélma (πέλμα) ‘Sohle am Fuß’ (vgl. 1, 570). Die volkstümliche Anlehnung des Grundwortes an Lauf m. führt zur Festigung des mask. Genus.