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rösch

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rösch adj.

Bd. 14, Sp. 1161
rösch, adj. nebenform zu rasch (s. dort sp. 125). über die herkunft des wortes vgl. auch resch sp. 818 und risch sp. 1039; mhd. rosch, rösch, rösche. der neueren schriftsprache fehlt das adjectiv, dagegen ist es in den mundarten lebendig erhalten, der form nach theilweise durch dehnung und färbung des stammvocals oder im auslaut verändert: rēsch, raisch Schm. 2, 156; röösch, rösch, röst, rösp Stalder 2, 282. Tobler 370a; röesch, röisch Hintner 198. 199; rēsch, rösch, reasch Schöpf 550. Lexer 207; rīsch, rösch Vilmar 325 (auch in der bedeutung getrennt); rīsch Weinhold 78b; rīsch Frischbier 2, 224a. Bernd 236. vgl. auch oben räsz, sp. 154, mit dem zum theil berührung stattfindet. 11) kräftig beweglich, schnell, behende, munter, frisch. 1@aa) der bedeutung von gesund sich nähernd, munter, frisch: sô sol man vor den lîp muogen ein wênic mit etlicher arbeit, wan daʒ machet den lîp rosch unde lîht. Meinauer naturl. 7; ein röster witwer, ein munterer, frischer witwer. Stalder 2, 282. 1@bb) schnell, behende, kräftig beweglich zur arbeit, zur that, zum kampf, muthig, herzhaft: rosche ze fernumiste, veloces ad intellectum. [] Notker ps. 28, 8. Dief. 609c. nov. gloss. 378a; aber die man, die ir frawen des morgens gegen tag beslâfent, wenne des rainen pluotes zeit ist, die machent gar saubren degenkindel (knaben) oder gar frechen röschen maidel. Megenberg 183, 13; ich sihe auch meins theils nit, was auff ein haupt oder kriegsrosz zuhalten, das nit forder rösch sey. Seuter rossarznei (1599) 7; rösche knechte, soldaten. Stalder 2, 282; do gewan im diu hêre ein vil zierlîcheʒ marc, daʒ was rösch unde starc. Lanzelet 354; er was rösch unde wacker ûf allen hövelîchen schimpf. trojan. krieg 608; des stayg der aller röschest dar. ring 57b, 14; wenn sie süst schüllen peut nemen und manchen armen stöcken und clemen, so sein sie all rösch im veld. fastn. sp. 639, 8; solst mich stets rösch und munter finnen. H. Sachs fastn. sp. 2, 142, 28 neudruck. 1@cc) auch von unpersönlichem: sein ganch der sey vil rösch und schlecht. ring 23b, 4. e roschi red, lebhafte rede Hunziker 208; rösches feuer: decket den hafen zu und setzet ihn zu einem röschen feuer. Hohberg 3, 1, 291b; schüert auf den hert ein rösches fewr! H. Sachs fastn. sp. 6, 130, 262 neudruck. 1@dd) heftig, tollkühn: das sie (die führer) .. viehisch, sauffer, rösch balgharten (raufer) grosz, starck ... seind. Fronsperger kriegsb. 1, 183b. vorschnell: der obgemelt Bartholomeo, der ein torsch, rösch man was. Kirchmayr bei Schöpf 550; er ist z' rösch. Tobler 370a. 22) jäh, steil, abhängig Schm. 2, 157; ein röspes dach Stalder 2, 282. 33) am verbreitetsten in der bedeutung spröde, harsch, unter dem druck nicht nachgebend, sondern zerspringend, prasselnd, knisternd. von gebackenem und gebratenem: das brot ist rösch, mit harter kruste, etwas rösch braten. vgl. die oben angeführten idiotica; mache knötlein, bachs schön rösch im schmaltz. Hohberg 3, 3, 74a. von einem zuckergebäck: man schneidet es in lange stücklein und lässet es im ofen ferner trocknen und fein rösch werden. 3, 1, 168a; damit das brod rösch bleibet. 3, 3, 7a; rēsche zwieback. Frischbier 2, 224a; rööschi chüechli Seiler 241a. gedörrtes heu, frucht, überreifes trockenes getreide heiszt rösch. von dürrem reisig (vgl. schles. das gerīsche Weinhold 78b): ein tumber brastelt in sînem zorn als under einem haven rösche dorn. Renner 13981. ebenso von hartgefrorenem schnee Schm. 2, 157. trocken, so dasz es zerrieben werden kann: es wird der beste safran erkannt, so schön feuerroht ist unter den fingern rösch, dasz man ihn zerreiben kann. Tabernaemont. 1022. vom schieszpulver: trugen vill pulfers in ein eingehaizte stuben, das darinne zu torren und rösch zu machen. Wilwolt v. Schaumburg 71. rösche luft im gegensatz zur feuchten: zuo lustiger stimm gehœrt röscher luft, und dar umb, wenn der luft fäucht ist, sô sprechent die orgeln und die saitenspil niht sô süeʒleich an. Megenberg 15, 35. von spröden zeugstoffen: rööschi side Seiler 241a; weich unde nicht ze rösche was diu liderîne wât. trojan. krieg 5950. von frischer bettwäsche: schœn und röscheʒ betgewant hieʒ man dar bereiten. ges. abent. 2, 25, 144; (baderin) gewynn yedem nach dem bad ein rösches pette. Cl. Hätzlerin 1, 91, 104. 44) rauh, s. oben räsz Schm. 2, 157. Vilmar 325. Spiesz 197. dann auch übertragen, rauh im betragen Schmid 439. Hintner 197; rösch und unfriedlich Zimm. chron. 1, 269, 6. auch in milderem sinne, ernsthaft, strenge: vir ille non solum gravis et severus: er seye nicht allein rösch und ernsthafft. Moscherosch (1650) 1, 695. 55) vom weine, schweiz. röösche wi, scharf, herb, prickelnd, perlend im gegensatz zu weich, lind, womit der kahnige schwere wein bezeichnet wird. Seiler 241a. Hunziker 208. Fischart Garg. 57b. 66) bergmännisch: rösches erz, das nur grob gepocht ist. Jacobsson 3, 447b; rösches gewüchse, ein sprödes ungarisches glaserz. ebenda.
4990 Zeichen · 118 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Röschadj, adv

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Х Rösch , — er, — este , adj . u. adv . dergestalt hart, daß es beim Zerbrechen knarpelt. Rösches, rösch gebackenes Brot…

  2. modern
    Dialekt
    rösch

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    PfWB PfWB LothWB LothWB RhWB RhWB RhWB rösch [ré O. bis Z. Zinsw. ; réi Dunzenh. Ingenh. ] Adj. 1. dürr und spröde, z.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit roesch

35 Bildungen · 26 Erstglied · 6 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von roesch 2 Komponenten

ro+sch

roesch setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

roesch‑ als Erstglied (26 von 26)

Röschbühl

ElsWB

roesch·buehl

Röschbü h l [Rèpl M. ] der an steiler Bergwand liegende Teil des Dorfes Mühlbach .

Röschelchen

RhWB

Röschelchen rē:šəlχər Saarbr , Merz-Nunk Pl. t.: gequellte Kartoffeln, in Scheiben geschnitten und dann gebraten.

röschelig

RhWB

röschelig -ē:-, –ī:, –e·i.- Merz Adj.: ausgetrocknet, von der Brotschnitte, dem Acker, der Haut.

röscheln

RhWB

roesch·eln

röscheln das Zeitw. ist östl. u. südl. des Geb. des Adj. verbr. im trier. Hochw, in Merz , Saarl , Saarbr , Ottw , Wend-Alsw u. zwar -ē:š- […

röschen

DWB

ros·chen

röschen , verb. 1 1) frisch, trocken, spröde machen Lexer 207 . Schm. 2, 157 . Frischbier 2, 221 b ( mit rösten sich berührend ): nimm ein h…

röschen II

RhWB

röschen II -š- Monsch-Mulartzhütte , Aach-Breinig schw.: 1. etwas r., Kleinigkeiten stehlen, stibitzen (im Scherz gesagt). — Einen r., hint…

röschen III

RhWB

röschen III -- Aach-Burtschd ; -- Geilk-Immend schw.: strömend regnen; et rent, dat et röscht. — Abl.: die Röscherei, dat Gerösch.

röschenroth

DWB

roeschen·roth

rös-chenroth , adj. roth wie ein röschen, rosenroth; rösekenroth, rothe färbeläppchen Nemnich.

röschenstich

DWB

roeschen·stich

rös-chenstich , m. , auch rosenstich, eine art zu nähen, wobei kleine rosen ( rosetten ) gebildet werden. Campe.

Rȫscherschlamm

Adelung

roscher·schlamm

Der Rȫscherschlamm , des -es, plur. inus. im Hüttenbaue, derjenige Schlamm, d. i. klar gepochtes Erz, welches aus der ersten und andern Rösc…

Rȫschgewächs

Adelung

roesch·gewaechs

Das Rȫschgewächs , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, im Bergbaue, eine Art Silbererzes, welches ein mit Arsenik, etwas Eise…

röschig

RhWB

röschig -ē:- Koch-Ernst ; -ī:- Kobl Adj.: röschelig (s. d.).

röschig I

RhWB

röschig I s. o. bei röschen III;

rösch II

RhWB

rösch II -y- Schleid-Hellenth . Adj.: milde.

rösch III

RhWB

rösch III PfWB ElsWB LothWB das mhd. Lexer roesch , zumeist wmosfrk. Wort ist verbr. in Saarbr-Stdt Göttelborn ( -ī- ), Saar von Merz an, Tr…

Röschlatze

RhWB

roesch·latze

Rösch-latze rē:šlats Daun-Katzwinkel , Aden-Borler f.: Schürlatte, bes. für den Backofen.

Röschlaub

GWB

roesch·laub

Röschlaub den Naturphilosophen u Mediziner ARöschlaub (1768-1835) repräsentierender Kegel; im Bild meine Feinde..|Die als Kegel ich behandle…

Röschlauben

Wander

roesch·lauben

Röschlauben Röschlauben (s. Rolfinken). Einen röschlauben. Während der ersten französischen Staatsumwälzung trat die Neigung hervor, Zeitwör…

roesch als Zweitglied (6 von 6)

gerösch

DWB

gero·esch

gerösch , n. der schmarren Schm. 2 2, 157, zu röschen, backwerk rösch d. h. knusprig machen: mache aus erbsich- oder St. Johannisträublen mi…

Laubfrösch

ElsWB

laub·froesch

Laubfrösch 1. Laubfrosch allg. 2. eine Mehlspeise: fein zerhackte Mangoldblätter und grüne Zwiebelröhren gewürzt und gesalzen in ausgewalzte…

unrösch

DWB

unrösch , adj. , gth. v. rösch 3: Staub-Tobler 6, 1471 . —

Wëtterfrösch

ElsWB

wetter·froesch

PfWB RhWB Wëtterfrösch m. 1. grüner Wasserfrosch Roppenzw. , grüner Laubfrosch Fisl. 2. Mensch, der viele Sommerflecken im Gesicht hat Roppe…

Ableitungen von roesch (3 von 3)

gerösch

DWB

gerösch , n. der schmarren Schm. 2 2, 157, zu röschen, backwerk rösch d. h. knusprig machen: mache aus erbsich- oder St. Johannisträublen mi…

rösche

DWB

rösche , f. 1 1) raschheit, sprödigkeit, frische Hintner 198 . Schöpf 550 . Lexer 207 . Schm. 2, 157 . 2 2) neigung, abfall: der graben hat …

unrösch

DWB

unrösch , adj. , gth. v. rösch 3: Staub-Tobler 6, 1471 . —