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röcheln

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

röcheln verb.

Bd. 14, Sp. 1091
röcheln, verb. aegre respirare, asthmate affici. ein tonwort, von gewissen tönen der thiere und menschen gebraucht, und den verschiedenen schattierungen der töne entsprechend, auch in mehreren nebenformen vorhanden; s. rächeln sp. 18, rächsen sp. 30 fg. und raksen sp. 75; vgl. auch unter rachen sp. 18 fg., wo an ahd. rahhisôn, screare, heftig ausspucken und an altnord. hráki speichel erinnert worden ist; auch ags. hræcan, hræctan, schreien, rülpsen, gehört her. röcheln ist iterativbildung zu einem einfachen rochen (ahd. rohhôn, rugire Graff 2, 431), das in Kärnten noch von der sau im sinne von grunzen, brünstig sein gesagt wird Lexer kärntn. wb. 209; früher auch von menschen: der Pappenhaimb selber, hat mit seinen aignen händen, gar vil nidergstochen, die noch im blut rochen, gleich gramben mit den zähnen: seht wie sie im blut umbwaden. das Fadingerlied (1626) in Görres hist.-pol. blättern 33, 965. nebenformen sind rücheln und rucheln, von pferden auch riheln, vgl. nachher 1 und 2. Bedeutung. 11) von thieren gebraucht, besonders vom schwein, aber auch sonst: das ruchlen wie ein sauw, grunnitus. Maaler 336c; rüchlen, winssen wie ein schwein in der brunst, grunnire, subare, grundire, emutire. 337b; rüchlen, gigagen, rudere, das eselgeschrei füren. ebenda; rüchlender esel, der rüchlet, asellus rudens. ebenda; wann der teufel geet umb alls ain brummender rychlender löw, und luoget wen er müg zerreissen. Keisersberg haase im pf. (1510) aa 6a; sie (die alten Deutschen) hetten acht auff der vögel flüg, geschrey, auff der rosz wiehern, die sie sonderlich in wälden darzu auffzohen schneeweisz, vonn keinem menschen überschritten, allein ann den heyligen wagen jrer götter gesetzt, dem der könig sampt alles volck nachfolget, unnd auff das riehelenn acht hetten. Franck chron. (1538) bl. 5b; lieber was ist für greinens, haderns unnd zankens under den sewen: wie mit groszem ernst und zorn stoszen, wetzen und beiszen sie einander, wie röcheln nun sie zusammen, wie machen sie nun kriegshauffen und vorgeher. Petrarca 107b; das riehelen und schnaufen der pferde. 187a; fieng des Darij hengst gleich am ersten an zu rihelen und zu hinnewihelen. Garg. 240b; haben diese zwey pferd .. auch den zuruck-weg, nach Eger zu, stattlich gedauret, und noch dabey so frisch geblieben, dasz sie, wann sie stutten vermerckt, so gewütet und gerihelt, als wären sie erst von 8 oder 9 jahren. Hohberg 2, 120b; Lustig (der hund) allein schon hemmt die getüderten pferde vom kornfeld. lieblich rauscht ihr gerupf, und der frösch' anmuthiges röcheln. Voss 2, 23. 22) von menschen gebraucht, namentlich wenn von sterbenden oder schwerkranken die rede ist; der kranke röchelt selbst, oder seine brust, seine lungen, selbst der tod, s. unten aus Günther. dʒ einer rochelt, odder strochelt, vehementior difficultas spirandi. Alberus; oder höchstens in der wassersüchtigen brust eines Tacitus keucht, röchelt und zu letzt erstickt. Hamann 4, 33; er ruft, er faszt ihn an; keine antwort, er röchelte nur noch. Göthe 16, 190; die lunge röchelte noch fürchterlich, bald schwach, bald stärker. 191; nimm das schwerd, röchelte er (Karl Moor), du wirsts meinem alten vater überliefern. Schiller räuber 2, 2 schauspiel; koche fremde tränck' und säffte, kostets auch die letzte ruh; röchelt schon der tod im munde, setz ihm nur mit Julep zu. Günther 867; und brechen wir den hals, so wollen wir im röcheln, mit mondenmägdchen ihn (Bodmer) von da herunter fächeln. ästhetik in einer nusz (1755) 125; dort der erschlagnen röcheln. Mastalier ged. (1782) 78; mein herz, mein herz fleucht ihr entgegen! ich will an ihre brust mich legen, das kleinste röcheln spähn, und horchen, wie sie schlägt, und forschen, wo der tod sich regt. Gerstenberg 2, 137; ihres kampfes denk und ihres röchelns, erdgedanken zu zerstreun; ihres glaubens, ihres letzten lächelns, gottes dich zu freun! Hölty 141; steigt hoch auf das geheul — röcheln die sterbenden unterm blutgang des siegs — väter aus wolken her schaut zur schlachtbank der kinder, väter, väter, und fluchet ihm. Schiller 1, 41; dein name sei vergessen, in ewge nacht getaucht, sei wie ein letztes röcheln in leere luft verhaucht! Uhland 392; noch hob er zuckend die hand empor, noch schrie er röchelnd mir in's ohr: die sonne bringt es an den tag. Chamisso werke 3 (1836), 263; wohl traf er gut; ein röcheln sonderbar hat aus der athemlosen brust bezeugt, dasz seine letzte kraft geschwunden war. 4, 109. zusammengesetzt pflegt röcheln besonders gern zu werden mit den präpositionen aus- und ver-; in beiden fällen kann das compositum transitive oder intransitive kraft haben: dieser fluch hafte auf dir, bisz Gianettino Doria den letzten odem verröchelt hat. Schiller Fiesco 2, 12 bühnenbearbeitung; Rom verröchelt über Brutus bahre. räuber 4, 5 schauspiel.
4828 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Röcheln

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Röcheln , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, mit voller, mit Blut oder Schleim angefüllter Brust oder Luftröhre…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    röcheln

    Goethe-Wörterbuch

    röcheln einmal subst Inf (im Todeskampf mit blut- od schleimgefüllter Lunge) schwer u rasselnd atmen der Bediente..finde…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Röcheln

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Röcheln ( Stertor ), rasselndes Atmungsgeräusch, das dadurch entsteht, daß die Luft stoßweise durch die ungewöhnliche Me…

  4. modern
    Dialekt
    röcheln

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    röcheln röcheln, das hd. lautmalende Wort; vom Schwein; einem Schnarchenden; de Mähr hadd' röchelt nah ehr Fahlen Sta Th…

  5. Spezial
    röcheln

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    rö|cheln vb.intr. cridlé (-la), cristé (-ta), fladé (-da).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit roecheln

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von roecheln 2 Komponenten

roech+eln

roecheln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

roecheln als Zweitglied (1 von 1)

verröcheln

DWB

ver·roecheln

verröcheln , verb. unter röcheln verenden: Rom verröchelt über Brutus bahre. Schiller 134 ; bis Gianettino den letzten odem verröchelt hat. …

Ableitungen von roecheln (1 von 1)

verröcheln

DWB

verröcheln , verb. unter röcheln verenden: Rom verröchelt über Brutus bahre. Schiller 134 ; bis Gianettino den letzten odem verröchelt hat. …

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APA
Cotta, M. (2026). „roecheln". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/roecheln/dwb?formid=R06581
MLA
Cotta, Marcel. „roecheln". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/roecheln/dwb?formid=R06581. Abgerufen 12. May 2026.
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Cotta, Marcel. „roecheln". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/roecheln/dwb?formid=R06581.
BibTeX
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