Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Requisition
Requisition
requirieren Vb. ‘für militärische Zwecke beschlagnahmen (Verpflegung, Fahrzeuge, Unterkunft), ohne Bezahlung beschaffen, organisieren’ (Anfang 19. Jh.), zuvor ‘ein Gericht anrufen, um Rechtshilfe ersuchen’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘ersuchen, auffordern, verlangen’ (1. Hälfte 15. Jh.), entlehnt aus lat. requīrere (requīsītum) ‘(auf)suchen, verlangen, nachfragen, nachforschen, fordern’; vgl. lat. quaerere ‘(auf)suchen, (er)fragen, forschen’. – Requisit n. ‘Zubehörteil, Gerät, Handwerkszeug’ (1. Hälfte 16. Jh.), aus lat. requīsīta ‘Bedürfnis, Notdurft’, eigentlich ‘Erfordernisse, Notwendigkeiten’, dem substantivierten Neutr. Plur. des Part. Perf. von lat. requīrere (s. oben), früher vielfach im Plur. und lat. flektiert. Anfangs auch in der Bedeutung ‘Erfordernis, Hilfsmittel’, seit Mitte des 17. Jhs. übertragen ‘geistiges Rüstzeug, Merkmal, (modische) Zutat’, heute vor allem (Plur.) ‘Ausstattungsgegenstände für das Theater’ (Anfang 19. Jh.). Requisition f. ‘Ersuchen, Auf-, Anforderung, Herbeischaffung, Beschlagnahme’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. requīsītio (Genitiv requīsītiōnis) ‘Untersuchung’, mlat. ‘Forderung’.