Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Ration f.
Ration f.
Ration f. ‘zugeteilte Menge, Portion’, Entlehnung (18. Jh.) von gleichbed. frz. ration; vgl. afrz. racion ‘Rechnungsführung und Kasse einer Gruppe von Soldaten’, mfrz. ‘kirchliche Pfründe’, das auf lat. ratio (s. rational), mlat. ‘Pfründe, zugemessener Anteil an nötiger Verpflegung (für Soldaten)’ beruht. Ein vereinzelter Frühbeleg Ractzion (1534) in einer Reisebeschreibung von Spanien dürfte auf span. ración bzw. katalan. ració (gleicher Herkunft) zurückgehen. Im Dt. zunächst vereinzelt Ration ‘vernünftiger Grund’ (16. Jh.), dann besonders in der Heeressprache ‘für einen Tag zugeteilte Menge an Lebensmitteln für die Soldaten und an Futter für die Pferde’, vgl. eiserne (‘bis zuletzt, für den Notfall aufzuhebende’) Ration (2. Hälfte 19. Jh.); allgemein ‘Maß, Portion’ (Mitte 19. Jh.), dann besonders ‘die dem einzelnen in Not- und Kriegszeiten zukommende (beschränkte) Menge an Lebensmitteln und anderen Verbrauchsgütern’ (20. Jh.). – rationieren Vb. ‘in Rationen zumessen, auf Rationen setzen, planmäßig und sparsam einteilen’ (Ende 19. Jh.), unter Einfluß von gleichbed. frz. rationner abgeleitet von Ration. Rationierung f. ‘das Einteilen, Zumessen in Portionen’ (Ende 19. Jh.).