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Rapp

nhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
14 in 8 Wb.
Sprachstufen
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14

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Rapp

Bd. 16, Sp. 603
Rapp. 1) Georg, Stifter der religiösen Gemeinschaft der Harmoniten (Harmonisten) in Nordamerika, geb. 1757 im Württembergischen, gest. 7. Aug. 1847, geriet unter mystischen Einfluß, wanderte 1803 mit Gleichgesinnten zur Herstellung einer apostolisch organisierten Gemeinde nach Amerika aus, wo er 1804 bei Pittsburg eine Kolonie gründete, unter deren Bewohnern völlige Gleichheit, Gütergemeinschaft und Ehelosigkeit herrschten. 1823 verkaufte er die 1814 erbaute Stadt New Harmony in Indiana an Robert Owen und gründete am Ohio die Kolonie Economy als Hauptsitz der Harmoniten. Jede Familie erhielt ein Haus mit Garten; jeder Erwachsene aber mußte im Sommer 12, im Winter 14 Stunden auf dem Feld oder in den Manufakturen arbeiten. So ward die Gesellschaft bald ausschließlich ein Verein für industrielle Zwecke und Betreibung des Ackerbaues. Schweren Schaden erlitt sie durch den Betrüger Bernhard Müller, der sich unter dem Namen Proli oder Graf Leon 1831 an R. anschloß, ihn dann aber mit 300 Anhängern verließ, mit denen er zur Aufrichtung des tausendjährigen Reiches die Neujerusalemsgemeinde in Philippsburg stiftete. Rapps Nachfolger als Oberhaupt, Prophet und Diktator der Harmoniten ward der Kaufmann Becker, nach diesem seit 1871 Heinrici. 1903 hat sich die sehr zusammengeschmolzene Gemeinschaft durch Verkauf ihres Besitztums aufgelöst. Vgl. Wagner, Geschichte der Harmoniegesellschaft (Vaihingen 1833); v. Bonnhorst, Der Abenteurer Proli (Frankf. 1834); Nordhoff, Communistic societies of the United States (Lond. 1875); Palmer, Die Gemeinschaften und Sekten Württembergs (Tübing. 1877); Knortz, Die christlich kommunistische Kolonie der Rappisten (Leipz. 1892). 2) Jean, Graf von, franz. General, geb. 26. April 1771 in Kolmar, gest. 8. Nov. 1821 auf seinem Gute Rheinweiler bei Baden, trat 1788 in ein französisches Kavallerieregiment, machte die Feldzüge amRhein und als Adjutant Desaix' die Feldzüge in Italien und nach Ägypten mit und ward 1801 Adjutant des Ersten Konsuls. 1805 erwarb er sich bei Austerlitz den Rang eines Divisionsgenerals. Nach Danzigs Fall erhielt er das Kommando dieser Festung. Nach der Schlacht bei Aspern ward er zum Grafen ernannt. 1813 verteidigte R. Danzig, bis ihn Mangel an Proviant und Munition im Januar 1814 zur Kapitulation nötigte. Während der Hundert Tage nahm R. von Napoleon das Kommando der Rheinarmee an, schloß aber bei Straßburg mit den Verbündeten einen Waffenstillstand ab. Darauf zog er sich auf das Gut Wildenstein im Kanton Aargau zurück. 1818 ernannte ihn Ludwig XVIII. zum Pair und Obersthofmeister. 1853 wurde ihm in Kolmar eine Statue errichtet. Außer einer Beschreibung der Belagerung von Danzig hinterließ er »Mémoires« (Par. 1823, neue Ausg. 1895; deutsch, Danzig 1824 u. Leipz. 1902). Sein Leben beschrieb Spach im 1. Band der »Œuvres choisies« (Straßb. 1866) und im 5. Band der »Biographies alsaciennes« (Nancy 1871). 3) Wilhelm, deutsch-amerikan. Journalist und Politiker, geb. 14. Juli 1828 zu Lindau in Bayern, studierte Theologie, nahm an der freiheitlichen Bewegung von 1848/49 lebhaften Anteil, saß ein Jahr auf dem Asperg und wirkte dann in Graubünden als Lehrer. 1851 siedelte er nach Amerika über, redigierte die »Turnzeitung« und übernahm 1857 die Leitung des Baltimorer »Wecker«, die er in so entschieden republikanischem Sinne führte, daß der rebellenfreundliche Pöbel das Geschäftslokal stürmte, wobei R. mit knapper Not entrann. Nach fünfjähriger Tätigkeit an der »Illinois-Staatszeitung« in Chicago kehrte er 1866 an den »Wecker« zurück, wirkte 1870 mit Erfolg für den Fonds, der für die deutschen Verwundeten in Amerika zusammengebracht wurde, und ging 1872 von neuem an die »Illinois-Staatszeitung«, deren Chefredakteur er seit 1891 ist. Hauptsächlich seiner kräftigen Leitung verdanken die Deutschen in Illinois und Wisconsin ihren 1890 errungenen Sieg für ihre Sprache und Schule. Er schrieb: »Erinnerungen eines Deutsch-Amerikaners an das deutsche Vaterland« (Chicago 1890).
3982 Zeichen · 56 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rapp

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    * Rapp , adv. welches nur im Niederdeutschen üblich ist, wo es schnell, geschwinde bedeutet. Rapp auf den Füßen seyn, sc…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rapp

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Rapp , Joh., geb. 1772 zu Kolmar, Soldat seit 1788, Adjutant Desaix's, seit der Schlacht bei Marengo Napoleons, wurde be…

  3. modern
    Dialekt
    rapp

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    rapp Band 6, Spalte 1184 rapp 6,1184

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rapp

468 Bildungen · 430 Erstglied · 33 Zweitglied · 5 Ableitungen

rapp‑ als Erstglied (30 von 430)

Rapp I

Idiotikon

Rapp I Band 6, Spalte 1168 Rapp I 6,1168

Rapp II

Idiotikon

Rapp II Band 6, Spalte 1173 Rapp II 6,1173

Rapp III

Idiotikon

Rapp III Band 6, Spalte 1182 Rapp III 6,1182

rappdikapp

SHW

rapp-di-kapp Band 4, Spalte 1217-1218

Rappel I

SHW

Rapp-el I Band 4, Spalte 1219-1220

Rappes

SHW

Rapp-es Band 4, Spalte 1225-1226

Rapphengst

SHW

Rapp-hengst Band 4, Spalte 1225-1226

Rapphünkel

SHW

Rapp-hünkel Band 4, Spalte 1225-1226

rappsen

SHW

rapp-sen Band 4, Spalte 1227-1228

Rappstute

SHW

Rapp-stute Band 4, Spalte 1227-1228

Rappwallach

SHW

Rapp-wallach Band 4, Spalte 1227-1228

Rappaal

PfWB

rapp·aal

Rapp-aal m. : = Aalraupe , Rappool [am Glan zwischen KU-A'glan u. Lauteck, vgl. K. 3].

Rappacker

MeckWB

rapp·acker

Rappacker m. mit Raps bestellter Acker: de Rappacker wir as 'n Kohlgoorden Sta Grau .

Rappahánnock

Meyers

Rappahánnock , Fluß im nordamerikan. Staate Virginia, entspringt auf der Blue Ridge, fließt südostwärts, hat bis Fredericksburg zahlreiche S…

Rappasch

MeckWB

rapp·asch

Rappasch f. Rapsasche; statt Buchenasche zum Büken ( s. d., Bd. 2, 108 ) verwendet Wi Kirchd .

Rappaust

MeckWB

rapp·aust

Rappaust m., f. Rapsernte: sei wullen ... mit den Rappaust anfangen Reut. 2, 311; in de Rappaust güng' 't Klock dree morgens hen nah 't Meig…

Rappbier

MeckWB

rapp·bier

Rappbier n. 'Rapsbier' 1. Scherzname für den Champagner, den der Bauer sich nach einer guten Rapsernte statt Bier leisten kann, vgl. Rappwat…

Rappblume

RhWB

rapp·blume

Rapp-blume rāpblum Geld-Kervenh f.: Raps, in der Wetterregel: Den Märt (März) mott den April R. lewere on den A. de Mai Roggenohre.

Rappcheib

Idiotikon

Rappcheib Band 3, Spalte 103 Rappcheib 3,103

Rappdäl

MeckWB

Rappdäl f. zum Auswalzen des Rapses hergerichtete Diele (1934) Gü Mam .

Rappdracht

MeckWB

rapp·dracht

Rappdracht f. das Zutragen von Honig durch die Bienen während der Rapsblüte Wo. Sa.

Rappe(n) I

Idiotikon

Rappe(n) I Band 6, Spalte 1168 Rappe(n) I 6,1168

Rappe(n) II

Idiotikon

Rappe(n) II Band 6, Spalte 1173 Rappe(n) II 6,1173

Rappe(n) III

Idiotikon

Rappe(n) III Band 6, Spalte 1182 Rappe(n) III 6,1182

Rappe(n) IV

Idiotikon

Rappe(n) IV Band 6, Spalte 1185 Rappe(n) IV 6,1185

Rappe(n) V

Idiotikon

Rappe(n) V Band 6, Spalte 1186 Rappe(n) V 6,1186

rapp als Zweitglied (30 von 33)

Alprapp

Idiotikon

alp·rapp

Alprapp Band 6, Spalte 1172 Alprapp 6,1172

Blumengrapp

Adelung

blumen·grapp

Der Blumengrapp , des -es, plur. inus. das weibliche Geschlecht der wahren Färberröthe, welches zarter von Gewächs ist, feine, kurze und run…

Bërgrapp

Idiotikon

Bërgrapp Band 6, Spalte 1173 Bërgrapp 6,1173

Chrapp

Idiotikon

Chrapp Band 3, Spalte 841 Chrapp 3,841

Fuchseⁿtrapp

Idiotikon

Fuchseⁿtrapp Band 14, Spalte 1239 Fuchseⁿtrapp 14,1239

G(e)trapp

Idiotikon

G(e)trapp Band 14, Spalte 1239 G(e)trapp 14,1239

getrapp

DWB

get·rapp

getrapp , geträpp , n. , verbalsubstantiv zu dem aus dem mittel- und niederdeutschen sprachgebiete herrührenden trappen ( s. d. ), einer neb…

Gëltrapp

Idiotikon

Gëltrapp Band 6, Spalte 1172 Gëltrapp 6,1172

Hase(n)trapp

Idiotikon

Hase(n)trapp Band 14, Spalte 1239 Hase(n)trapp 14,1239

Mitrapp

Idiotikon

mit·rapp

Mitrapp Band 6, Spalte 1173 Mitrapp 6,1173

mühlkrapp

DWB

mühlkrapp , m. die äuszerste schale des krapps, die auf der krappmühle abgestoszen wird.

Nach=trapp

Campe

nacht·rapp

✱ Der Nach=trapp , — en, Mz. — en , ein Name 1) der Nachteule; 2) der Nachtschwalbe.

Stei(n)rapp

Idiotikon

Stei(n)rapp Band 6, Spalte 1173 Stei(n)rapp 6,1173

tripptrapp

Idiotikon

tripp-trapp Band 14, Spalte 1238 tripp-trapp 14,1238

trippelitrapp

Idiotikon

trippeli-trapp Band 14, Spalte 1238 trippeli-trapp 14,1238

Ableitungen von rapp (5 von 5)

Berapp

Meyers

Berapp , s. Putz .

berappen

DWB

berappen , parietem loricare, incrustare, mit mörtel bewerfen. Stieler 1497 . franz. crepir.

berappung

DWB

berappung , f. die äuszere berappung ( des gebäudes ). Göthe 32, 142 .

rappe

DWB

rappe , m. der fisch cyprinus aspius: dieser wirt in Meiszen gefangen, welche jn rappe nennen, dieweil er sehr räubig und fräszig sol sein. …

verrappen

LothWB

ver-rappe n [-ràbə Ri. Hom. Rom. Ha. ] tr. v. ganz durch das Reibeisen (s. Rapp) gehen lassen, vollständig zerreiben.