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rammeln

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DWB
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16 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rammeln verb.

Bd. 14, Sp. 77
rammeln, verb. wiederholt stoszen. 11) zufrühest ist das wort aus viehzüchter- und jägerkreisen bekannt, wo es die begattung von thieren bezeichnet: ahd. rammilôton, ascendebantur, rammilôntemo, capro emissario, rammalôd, coitus, rammilunga, admissura Graff 2, 505; in welcher bedeutung es namentlich bei jägern auch später und bis heute gebraucht wird: rammelen, quo congressus leporum et nonnullorum aliorum animalium indicatur. Schottel 1382; auch niederd. rammeln, niederl. rammelen; gewöhnlich von hasen: im jenner, hornung und merzen ramlen sie und pflegen den weiblin auf ganzer sieben oder acht meilen nachzulaufen und aufzusuchen. Feyerabend jagd- u. weidwerkb. (1582) 85a; der hasen vermischung heiszet rammlen. Döbel jägerpract. (1746) 31; es rammeln sich die hasen, wenn sie sich junge machen. Jacobsson 7, 30b; auch von anderem wild, wolf, fuchs (von denen es sonst ranzen heiszt): die hirschen und eberschweine in der brunst, und hunde und füchse, wenn sie laufen oder rammeln. Luther 8, 22b; der tag darin sich die wölf rammelen, seind im ganzen jar nit mer dann XII. Eppendorffs Plinius 8, 22 s. 59; von schweinen: die schweine rammeln, sues subant. Steinbach 2, 215; ebenso tirolisch Schöpf 531; subare, rühlen, rammeln, wie ein schwein nach dem eber. Kirsch cornuc.; endlich von katzen: ohn wenn mein (des katers) verwanten gemein, zu nacht sich an eim ort versamlen, daselbst zu tanzen und zu ramlen, da kom ich auch zu zeiten hin. froschmäus. J 6b (1, 2, 6); dasz sie (die katzen auf dem lande) mehr auf den äckern und feldern, als in ihres herrn behausung liegen, zumahlen, wenn sie rammlen, welches im frühjahr geschiehet. öcon. lex. 1184. 22) als bergmannswort ist rammeln die übertragung der vorigen bedeutungen auf 'sich gattende' gänge: von mehreren gängen, welche das gebürge durchsetzen, und wo sie einander durchkreuzen, viel gang und erzarten zusammen führen, saget man, das sie sich an einer solchen stelle rammeln und nester von gangarten, zuweilen auch von erzen machen. bericht vom bergbau (Freiberg 1769) 14; ramlen heist, wenn viel gänge zusammen fallen, dasz man ihr streichen und saalband nicht erkennen kan. Hertwig bergbuch (1734) 305; wenn ein gang oder geschick das andere veredlet und sie ramlen und begadten sich mit einander oder wie die bergleut noch natürlicher hievon pflegen zu reden, da wird der gang besamet und sein frucht wechset und nimpt zu. Mathes. Sar. 37b; denn das gibt die erfarung, das ein gang allein, wo sich nicht ander mit jhm schleppen, ramlen oder gadten, selten erz füret. 31b. 33) baumzüchter brauchen rammeln vom schieszen der knospen eines baumes: schwäbisch rammeln, treiben der bäume in knospen, wenn es des winters windet, so rammeln die bäume gern (schwäbische bauernregel). Schmid 423; ja wenn der wind nicht wehet in den zwölf nächten, damit sich die bäume ramlen, so tragen sie auch nichts. Mathes. Syrach 3, 10b. 44) in gewöhnlicher sprache, von der bedeutung 1 aus, in gröberem oder milderem sinne. 4@aa) lasciviosi ludi, schentlich mit einander rammeln. Dief. 319c; rammen et rammeln, subare, coire, congredi, salire, insilire, et quidem congressum animalium designat: transfertur tamen etiam ad alias lascivias, in verbis et gestibus, imprimis autem quae cubando fiunt: auf dem stroh rammeln, in stramento inquietum jacere, volutare se in stratis. Stieler 1520; so lang sie mit jren jungen mägden ramlen. Fischart bienk. 226b; mitler weil het des frölins saugamma zue Mösskirch ein solchs ramlen und prunsten mit dem koch und andern, dardurch ir die milch verderpt und das guet kindt todemlich anfieng krank zu werden. Zimm. chron. 3, 539, 35; auf die feiertäg bekomme ich einen neuen rock; alsdann wirds rammlen rechtschaffen angehen. Simpl. 3, 311 Kurz; gestalten es ihnen nimmermehr an leichtfertigen dirnen und leierhuren mangelt, mit welchen sie sich bei tag und nacht im heu und stroh herum rammlen. Simpl. (1684) 3, 138; das rammeln gefiehl der losen möhre (einer bauerntochter) so schändlich wol. Schoch stud. leb. D 4; sich müde rammeln, sich abrammeln: nachdem .. alle diese hengste sich müd gerammelt hatten. Simpl. 3, 59 Kurz; als ich mich nun die nacht hindurch genugsam abgeramlet. 4, 120. 4@bb) in abgeschwächterer bedeutung, wie noch jetzt tirol. rammeln, remmlen, römmlen, im scherze raufen, schäckern, spielen. Schöpf 531, in Appenzell rammla, mutwillig schäkern, einander im scherze herumjagen und die kräfte messen. Tobler 358b: mein meinung ist, das man die knaben des tags ein stund oder zwo lasse zu solcher schule gehen .. bringen sie doch sonst wol zehen mal so viel zeit zu, mit keulichen schieszen, balspielen, laufen und ramlen. Luther 2, 478a; nach dem mittaganbisz, da man genug kutteln geweschen hat, zog die obgedacht erfordert gesellschaft haufenweisz ordenlich, wie die säw zum thor einlaufen, hinausz under die linden, ... da danzten, schupften, hupften, lupften, .. rammelten, hammelten (sie). Garg. 82b. 4@cc) auch balgen, ohne dasz der begriff des scherzes oder spielens hervortritt, raufen, sich stoszen oder schlagen: sich rammeln, balgen, raufen Albrecht 190a; wer mit einem dreck rammelt, er gewinne oder verliere, so gehet er beschissen davon. Luther 5, 272b; bestreut sich den kopf mit poultre de Cypre, dasz er so grau wird als wenn er mit eseln gerammlet hätte. Reinhold reime dich 3; raich mir ein sper in mein hant und tuo das so zu hant, ich wil im rameln in sein glider und wil in stechen nider. Erlauer spiele 5, 408 Kummer; einen oder etwas herum rammeln: hui nun annen, lasset uns die reimen herumb rammelen und rommelen, dummelen und trummelen. Garg. 137b. in Schwaben heiszt rammelen sich wälzen, wie kinder im bette. Schmid 423; darnach wann er erwacht, gumpet, blitzet, strabelt, geilet, rammelt und hammelt er ein weil im bett herumb. Garg. 159b; und sonst von unruhigen und stoszenden bewegungen: ich nem des goszlarischen jungherrn gaul Ramel darfür, der kont am berg angebunden, also rammeln und stampfen, dasz er mit den wolgescherften hufeisennegeln ein goldader entblöset. Garg. 133a; die fremden affen gewöhnten sich stark dahin, rammelten darinnen (in den saatfeldern) herum, und machten vieles zu schanden. Felsenb. 1, 245. selbst nur lärmendes zanken tritt hervor: in Appenzell rammlen, worte wechseln. Tobler 358b, wozu sich das niederl. vergleicht: rammelen, tumultuari, perstrepere, murmurare, den buyck rammelt, crepant vel crepitant viscera, intestina latrant. Kilian. 55) transitives rammeln, an ramme sp. 76 angeschlossen, kommt später erst auf, es heiszt mit einer ramme oder wie mit einer ramme einschlagen, fest stoszen (vergl. auch einrammeln, verrammeln): rammelen et einrammelen, pangere et constipare tali festuca (nämlich mit einem rammel) Stieler 1512; obersächs. rammeln, rammen Albrecht 190a; pfähle in den boden rammeln; die steinsetzer rammeln das straszenpflaster; wenn pastor Schmidtmit schwerem schritt die strasze tritt: gott segn euch, herr!schrein um ihn her die pflasterer, und sehn in ruh dem rammeln zu. Voss 6, 266; bergmännisch rammeln, ein bohrloch nach erfolgter ladung fest einstampfen: wirft der bergmann nach und nach ... lauter letten in das schieszloch und rammelt solches recht terb und voll. Beyer bei Veith bergwb. 373; lieb herz, er (ein kleiner junge) rammelt erbsen sich ins ohr! Freiligrath werke 2, 212; dinge, die sie jedem, der es anhören mochte, mit der unbarmherzigsten gewiszheit in die ohren rammelten. Wieland 32, 363; von können kommt die kunst, die schönheit kommt vom schein. so wird erst nach und nach die sprache fest gerammelt. Göthe 56, 31.
7636 Zeichen · 102 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rammelnswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    rammeln swv. BMZ lasciviosi ludi, lustlich mit einander rammeln Dfg. 319 c . ramlen und prunsten Zimr. chr. 3. 539,35 ;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rammelnsw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    rammeln , sw. V. Vw.: s. rammelen*

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rammeln

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Rammeln , verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. 1. * Eigentl…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    rammeln

    Goethe-Wörterbuch

    rammeln 1 refl: sich herumjagen, raufen, balgen [ mBez auf die Vagabunden der ersten Fassung von Goethes ‘Claudine von V…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rammeln

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Rammeln , von Hafen und Kaninchen, soviel wie sich begatten; s. Rammler .

  6. modern
    Dialekt
    RammelnPl.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Rammeln [ràməln Vbg. ] Pl. Frosch- und Krötenlaich. s. d. folgende.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rammeln

10 Bildungen · 2 Erstglied · 4 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von rammeln 2 Komponenten

ramm+eln

rammeln setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rammeln‑ als Erstglied (2 von 2)

rammeln II

RhWB

rammeln II = begatten s. bei Rämmel I.

rammeln III

RhWB

rammeln III -a- das Wort, ndl., mndl., fries. rammelen entsprechend, im Ablaut zu rummeln, ist zunächst am lrip. WRand u. daran anschliessen…

rammeln als Zweitglied (4 von 4)

anrammeln

DWB

anrammeln , oppilare, einrammeln: das pflaster anrammeln.

ausrammeln

DWB

aus·rammeln

ausrammeln , coire desinere, von schafen, katzen und hasen. Fischart setzt es transitiv für aushecken: welche ein trunkener münch und ungele…

einrammeln

DWB

ein·rammeln

einrammeln , fistuca adigere: pfäle einrammeln. Heilmans Thuc. 572 ; ihr sprecht von gold, wir hatten viel gesammelt, in fels und hölen heim…

fastrammeln

MeckWBN

fast·rammeln

Wossidia fastrammeln ä. Spr. festrammen: 'alle Rückpföste ... tüchtig fest rammeln lassen' Ferb. Contr. 1, 48.

Ableitungen von rammeln (4 von 4)

berammeln

MeckWB

berammeln bespringen, von mnd. ram Widder; übertr. vom menschlichen Geschlechtsverkehr Sta Dros ; Wa.

errammeln

DWB

errammeln , ludendo, saltando obtinere, reficere: auf solche wol erschnaufte und errammelte abdawung entschlossen sie sich eben auf derselbe…

verrammeln

DWB

verrammeln , verb. 1 1) durch einrammeln von pfählen den weg versperren: die thüre war verrammelt und von auszen so geschickt verschüttet un…

zerrammeln

DWB

zerrammeln , verb. , zerstoszen, zerwühlen ( zu rammeln 4 c, th. 8, 78): z. durch vieles rammeln ( wälzen, balgen ) ganz aus seiner ordnung …