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Quisel

nhd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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2 in 2 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Quisel

Bd. 6, Sp. 1350
Quisel das Wort, ndl. kwezel, westf. quiesel, –is- entsprechend, wohl eine Abl. zu quiseln, wiseln ‘sich unruhig bewegen’, ist lrhn. an der Saar n. einschl. Saarl, an der Mos, n. Mos allg., rrhn. n. einschl. kurköln. Neuw, Altk-Horhsn, Siegld-Müsen allg., doch steht gegenüber der sehr verbr. Bed. 1 b bes. rrhn. eine Reihe anderer ursprüngl. Bed.; -iz- [Rip selten -e-; Eup-Stdt, Saarbg, Mos, SMay -īz-; Aach-Stdt, SNfrk in Geilk, Heinsb, Erk, MGladb, Grevbr, Kemp -īəz-; Heinsb-Saeffelen, Geld, Mörs, Klev, Rees, Dinsl -ē-; doch -e- Klev hier u. da; -i- Rees-Wesel], Pl. -ələ, –əln, Klevld -əlts, Demin. -əlχə(n), –əlkə, –əltjə f. [Saarbg-Wellen n.]: 1. persönl. a. ursprüngl. α. behender, beweglicher kleiner Mann (m.); bewegliches, lebhaftes Kind, bes. Mädchen uWupp, Sol, Rees-Wesel; emsiger Mensch, meist von Frauen Merz-Saarhölzb. Danz, d., Qu.chən, gen dir en Koh; du sät (sagte) dat lausig Qu.chən: dat Kalf dezo! Danz, d. Qu.chən, gen dir e Perd; du sät dat l. Qu.chən: da's mer net derwert. Danz, d., Qu.chən, eich gen dir e Man; du sät dat l. Qu.chən: dan danzen eich, wat eich kan! Tanzld. Prüm-Waxw, ähnl. Erk. — β. verächtl. αα. Frau, die ständig etwas auszusetzen hat, immer klagt, sehr empfindl., bes. im Essen ist (auch von Kindern), unstet ist u. dabei fein u. vornehm tut Barm, Elbf, Düss-Ld, Ruhr, n. Ruhr, Klev, Mörs, Kemp, MGladb-Odenk, Grevbr-Wanlo, Neuss, Sieg-Siegbg, Siegld; übertrieben kleinliche Person Kemp-Hüls; verwöhntes, zimperliches, gerne weinendes Kind (Schreihals) Ess, Dinsl, Siegld-Marienborn Müsen, Kobl-Winning. — ββ. Frau, die nicht voranmacht, es zu genau nimmt; en alen Qu. (m.) weibischer Mann Gummb-Schwarzenbergisch. — γγ. Weib, das viel über andere redet Sieg-Fussh, — δδ. unsauberes Weib Trier-OFell, Bo-Walberbg. — εε. Geizhals Aden-Langenf (m.). — b. verächtl. alte Jungfer, die frömmelt; Kirchenläuferin, Betschwester, Scheinheilige, die im Alter viel die Kirche besucht, während sie in ihrer Jugend nicht viel taugte [im Mosfrk auch unbeliebte ältere, unverheiratete Person, ohne dass sie frömmelt; Schimpfn. für die Lehrerin; in Urkunden des SNfrk u. von Geld werden die Beginen Quesels [] genannt, bes. die Kempischen Qu.]; die al Qu. leggt de ganzen Dag en de Kerk Kref; en hellig Qu. Saarbg-Borg, Verbr. ist diese Bed. lrhn. allg.; rrhn. kurköln. Neuw, Altk n. Horhsn, Sieg, MülhRh, Waldbr, Düss-Stdt, Duisb. RA.: Alleng (allein) wie en Qu. Eup-Raeren. Brav wie en Qu. Aach-Stolbg. Die Qu. es so fromm, die pesst Weihwater Geld. En Qu. es enen Engel e jen Kerch, en Klappei (Klobott) open Stroəss en ene Düvel e jen Hus Aach, Heinsb. Qu.ən en Beginge sönd net, wie se schinge (scheinen) Aach-Stdt. Wo en Qu. em Hus es, do setz der Düvel om Dach Dür, Bergh, — do sett der D. op de Schorresten Geilk. Die Qu. diht (tut), äs wenn osen Herrgott bländ (blind) wär; en en Wogschall (Waageschale) wirf se fönf Nicksnötzigkeiten, en de andere f. Rusekränz un meint dann, wann osen Herrgott föhlt, dat dei Zong zwöschen de Wogebalken stöhn (stände), wär alles got Neuw-Asb. Violett steəht de Qu.ə nett Aach-Stdt. Ennen Esel, en Qu. on enne Notenbom (Nussbaum) häbben et Schlohn van duhn (nötig), wenn se Dög sallen duhn (taugen sollen) Geld, Kemp. Et Dögt en de Meddse (Mitte), sät den Düvel, doə stong (stand) he töschen twie Q.n Kemp-Süchteln. — 2. übertr. a. persönl. α. ale Qu. m. verächtl. alter Junggeselle May-Baar Nachtsh, Daun-NEhe, Aden-Kempenich Lederb. — β. Art kleiner Käfer, der rasch läuft Merz-Saarhölzb. — γ. Rind mit anormalem Geschlechtsorgane Neuw-Datzeroth. — b. sachl. α. verächtl. sehr kleine Kartoffel, Äpfel; mer mitscht (müsste) bal e Brell op deihn, fir de Qu.n ze seihn Merz-Saarhölzb; -izəlχər Schleid-Blumenth, uWupp. — β. -izəln Pl. die von Baumzweigen abgehauenen kleinen Schösslinge uWupp 1870.
3853 Zeichen · 127 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    quiself.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    quisel , quissel , f. , nnl. queezel ( Kramer 1, 304 b ), alte jungfer, betschwester, scheinheilige Hönig Kölner mundart…

  2. modern
    Dialekt
    Quisel

    Rheinisches Wb.

    Quisel das Wort, ndl. kwezel, westf. quiesel, –is- entsprechend, wohl eine Abl. zu quiseln, wiseln ‘sich unruhig bewegen…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit quisel

16 Bildungen · 15 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von quisel

qui + -sel

quisel leitet sich vom Lemma qui ab mit Suffix -sel.

quisel‑ als Erstglied (15 von 15)

Quiselant

RhWB

quis·elant

Quiselant -əlant , Pl. -tə May-Kirchesch m.: verächtl. alter Junggeselle.

Quiselarsch

RhWB

quisel·arsch

Quisel-arsch Sieg-Fussh m.: verächtl. (u. so auch die andern Zs.) listiger Mensch.

Quiseler

RhWB

qui·seler

Quiseler -izələr Sg. u. Pl. (u. -rə ) Bernk-Maring , Koch-Kaifenh Brieden , May-Ditschd Glees Metternich Volkesf m.: dass.

Quiselgalle

RhWB

quisel·galle

Quisel-galle -·l. Elbf f.: Krankheit des Pferdes, das dabei sehr unruhig ist.

quiselig

RhWB

qui·selig

quiselig Adj.: 1. a. zu Quisel 1 a. α. lebhaft, beweglich Verbr. wie Qu. 1 a α; ungeduldig Altk-Otterb, Ahrw-Rolandseck , Gummb-Berghsn ; kl…

Quiselöres

RhWB

Quiselöres -əlrəs , Pl. -əsə Sieg-Ägid , Heinsb-Oberbr m.: verächtl. Betbruder.

Quiselte

RhWB

quis·elte

Quiselte -əltə, Pl. -tən Remschd, Barm f.: verächtl. albernes, weinerliches Weib, Zimperlise.

quisel als Zweitglied (1 von 1)