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Pöbel

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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Pöbel

Bd. 6, Sp. 1367
Pöbel a kollektivierend für die unter(st)e Gesellschaftsschicht, das gemeine Volk bzw deren/dessen (zufällig) anwesende Vertreter(innen); negativ konnotierend, jedoch kaum explizit abwertend; vereinzelt neben/iUz ‘Volk’ Bescheidenheit gehört in gute geschlossene Gesellschaft. Schon in grösserer Societät steht das Unbescheidne immer im Vortheil, aber Derbheit ja Grobheit gehört in eine Volksversammlung wo der P. mitreden will und den man überschreyen..muss GWB422,526,18 MuR Plp Was in Frankreich vorbei ist, das spielen Deutsche noch immer,|Denn der stolzeste Mann schmeichelt dem P. und kriecht GWB51,270 XenNachl 10(29) Die Höchsten Personen erscheinen auch..Carl IV. [König von Spanien] mit Gemahlin so wie Godoy..aber der eigentliche Roman [‘Don Alonso’ von Salvandy] geht im Niveau der Hofleute..vor, und die Scene senkt sich immer tiefer herunter bis zum P., den Zigeunern, den Straßenräubern GWBB38,301,6 Ottilie [Ende Jan 24] K das Drama setzt eine müßige Menge, vielleicht gar einen P. voraus, dergleichen sich bei uns nicht findet; denn solches Gelichter wird..über die Gränze gebracht GWB251,19,18 Wj II 8 [bei den Feiern zur Krönung Franz I.] durch öffentlichen Ausruf bekannt..daß weder die Brücke noch der Adler über dem Brunnen..vom Volke wie sonst angetastet werden solle. Es geschah dieß, um manches bei solchem Anstürmen unvermeidliche Unglück zu verhüten. Allein um doch einigermaßen dem Genius des P-s zu opfern, gingen eigens bestellte Personen hinter dem Zuge her, lös'ten das Tuch von der Brücke, wickelten es bahnenweise zusammen und warfen es in die Luft GWB26,320,26 DuW 5 Volk gegen Oligarchen, P. gegen Volk, Persönlichkeit gegen Menge oder Aristokratie, findet man in beständigem Conflict GWB44,336,9 CellAnh X 422,138,12 MuR(242) 9,310 Mahomet 784 u 786 18,84,13 MädchOberkirch I 1 ‘süßer P.’ als neckische Anrede [Mephisto zu den Hexen:] Platz! Junker Voland kommt. Platz! süßer P., Platz! GWB14,203 Faust I 4023 b kollektivierend für Menschen geringer Bildung od schlichten Verstandes, die breite, dumpfe Masse, bes auch als Publikum; als Schimpfwort in Übs von ital: popolaccio; einmal ‘jdn wie P. behandeln’ iSv jdn unterfordern [Regentin:] Der Übermuth der fremden Lehrer hat sich täglich erhöht; sie haben..die stumpfen Sinne des P-s zerrüttet und den Schwindelgeist unter sie gebannt GWB8,184,11 Egm I von außen war der versammelte P. mit Gewalt herein gedrungen; der Theil des Volkes, der am Schauspiele den wenigsten Antheil nimmt, weil es Geld kostet, es für eine Schule des Satans hält, Brand, theure Zeit und Landplagen von einer solchen Bande magnetisch herbei gezogen glaubt GWB52,29,9 ThS IV 5 Man hielt von Seiten der Menge, und zwar nicht eben gerade des P-s, die Naturwissenschaften..für schädlich GWBN4,22,7 FlH VI Bandinell..sagte: Als ich meinen Hercules und Cacus aufdeckte, wurden mir gewiß über hundert schlechte Sonette darauf gemacht, die das schlimmste enthielten was man von einem solchen P. erwarten kann GWB44,193,13 Cell IV 5 Man kann dem Publicum keine größere Achtung bezeigen, als indem man es nicht wie P. behandelt. Der P. drängt sich unvorbereitet zum Schauspielhause, er verlangt, was ihm unmittelbar genießbar ist GWB40,78,19u20 WeimHoftheat 51,169,10 ThS II 7 48,147,10 TänzerinGrab 37,140,10 Von dtBaukunst 1773 B46,159,10 Zelter 20.11.29 Beilage ‘gelehrter P.’ diffamierend für die musenfernen Büchergelehrten Und dann, such ich unter der Hand, mir eine kleine Literarische Kenntniss der grosen Bücher zu verschaffen, die der gelehrte P. theils bewundert, theils verlacht, und beydes weil er sie nicht versteht; deren Geheimnisse aber zu ergründen nur ein Pekulium für den empfindsamen Weisen ist GWBB51,43 Langer 11.5.70 c kollektivierend für Menschen niederer Gesinnung, gewaltbereites Gesindel; als roh, gefährlich, ungezügelt, unbeherrschbar, unberechenbar u aufrührerisch angesehener Mob; einmal ‘unterer und oberer P.’ für blutgierige Gaffer aus allen Ständen; in Bildbeschreibung (Bossi) anspielend auf Matth 27,22f bzw Mark 15,13f bzw Joh 19,5f Glauben Sie, daß der ungeheure Tyrann, der P., oder vielmehr dieser und jener Tyrann, der das Ungeheuer führt und leitet, irgend eine Rücksicht nehmen werde? GWB18,89,17 MädchOberkirch I 2 Freilich bin ich kein Freund des revolutionären P-s, der auf Raub, Mord und Brand ausgeht, und hinter dem falschen Schilde des öffentlichen Wohles nur die gemeinsten egoistischen Zwecke im Auge hat GWBGespr(FfA II 12,559,13) Eckermann 27.4.25 so finden wir nicht etwa jene absurden Geschichten wiederholt, wie in..Rom zarte, unschuldige, höher gebildete Menschen..gemartert und gemordet werden, zur Schaulust eines wahnsinnigen unteren und oberen P-s GWB341,169,14 KuARheinMain 491,239,24 Bossi,Leonardo 39,35,24 Götz1 I 8,222,6 Egm II Syn zu a Leute Menge Plebs Volk zu b Gassenvolk Gelichter Gesindel Masse Menge Menschenpack Pack zu c Gesindel Beatrice FrankB.F.
4868 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pöbel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Pöbel , des -s, plur. inus. 1. Das gemeine Volk, der größte und niedrigste Haufe in einem Staate, der große Hause. E…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pöbel

    Goethe-Wörterbuch

    Pöbel a kollektivierend für die unter(st)e Gesellschaftsschicht, das gemeine Volk bzw deren/dessen (zufällig) anwesende …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pöbel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Pöbel (v. lat. populus , franz. peuple ), die niedrigste Klasse eines Volkes, insofern sie sich durch Mangel an Bildung …

  4. modern
    Dialekt
    Pöbelm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Pöbel m. : ' Gesindel ', Pewel (pēwəl) [KU-Schmittw/O KL-Gimsb. u. Umg.]. Syn. s. Gesindel . — Zu frz. peuple. — Südhess…

  5. Sprichwörter
    Pöbel

    Wander (Sprichwörter)

    Pöbel 1. Böser Pöbel braucht viel Ruthen und Hirten. – Sutor, 896. Er soll schwer zu ziehen und zu regieren sein. Was di…

  6. Spezial
    Pöbel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pö|bel m. (-s) jentöm (-s) m. , massa (masses) f. , ciamercia (-ces) f. , jentaia (-ies) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit poebel

79 Bildungen · 78 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von poebel 2 Komponenten

poe+bel

poebel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

poebel‑ als Erstglied (30 von 78)

pöbelandrang

DWB

poebel·andrang

pöbelandrang , m. : dieses ( das judenquartier ) war mit starken mauern versehen, auch mit eisernen ketten vor den thoren, um sie gegen pöbe…

Pöbelanführer

Campe

poebel·anfuehrer

◎ Der Pöbelanführer , — s, Mz . gl. der Anführer des Pöbels, bei verschiedenen Gelegenheiten, z. B. in einem Aufstande oder während einer Pö…

pöbelart

DWB

poebel·art

pöbelart , f. : ich zeige mich in pöbelart versunken. H. Heine buch der lieder 53 neudruck.

pöbelaufstand

DWB

poebel·aufstand

pöbelaufstand , m. : auf die massen gestützt, hoffte er ( Danton ) sich seiner gegner .. durch einen pöbelaufstand .. entledigen zu können. …

Pöbelauftritt

GWB

poebel·auftritt

Pöbelauftritt ‘Straßen-, Markt- und Pöbel-Auftritt’ für: öffentliches Erscheinen vor heterogenem, eher ungebildetem Zufallspublikum 33,266,2…

pöbelblendwerk

DWB

poebel·blendwerk

pöbelblendwerk , n. : alles leere pöbelblendwerk ward verworfen und wir wandelten in lauter leben. Heinse Ardingh. 2, 279 .

pöbelblut

DWB

poebel·blut

pöbelblut , n. : nimmermehr, dasz solche für dich aus argem pöbelblut aufwuchs ( de scelesta plebe dilectam )! die so treu dich liebet, ... …

pöbelei

DWB

pöbelei , f. etwas pöbelhaftes: auch die alten hatten ihre pöbeleien im drama, in der satire, wenn es zweck und eigenheit foderte. Sturz 1, …

pöbeler

DWB

pöbeler , m. plebejer, plebicola, ein pöfeler Stieler 2389 .

pöbelfreund

DWB

poebel·freund

pöbelfreund , m. freund des pöbels: dasz nicht mein pöbelfreund ... mich reisze herschweis weg. Schottel 1007, 53 .

pöbelfrucht

DWB

poebel·frucht

pöbelfrucht , f. : der kornwucherer. ewig sei von mir verflucht du verhaszte pöbelfrucht ( kartoffel ). Langbein (1852) 2, 366 .

pöbelfurcht

DWB

poebel·furcht

pöbelfurcht , f. : Daniel. gott sei euch gnädig! Franz. pöbel - weisheit, pöbelfurcht! — es ist ja noch nicht ausgemacht, ob das vergangene …

pöbelgefolge

DWB

poebel·gefolge

pöbelgefolge , n. : jeder ( der drei geächteten ) mit wildem, groszem pöbelgefolg. Grabbe 2, 150 .

pöbelgeiz

DWB

poebel·geiz

pöbelgeiz , m. : und pöbelgeiz und schwindel spornte jeden, den geist der nation zu tödten. Seume ges. schriften 4, 393 Zimmermann.

pöbelgesinde

DWB

poebel·gesinde

pöbelgesinde , n. : denn ob wol ein raht und die väter oder die guten darwider weren, so wird doch das pöfelgesind an uns miszbrauchen und v…

pöbelglaube

DWB

poebel·glaube

pöbelglaube , m. , vgl. pöbelwahn : dieser pöbelglaube der unwissenden. Herder bei Campe.

pöbelgriff

DWB

poebel·griff

pöbelgriff , m. griff nach dem pöbel, nach pöbelhaften ausdrücken: dem seine stümpelei nach pöbelgriffen glükket. Schottel 1009, 79 .

pöbelhaft

DWB

poebel·haft

pöbelhaft , adj. und adv. dem pöbel eigen und gemäsz, in der art und weise desselben, roh, gemein. vgl. pöbelmäszig . 1 1) adjectiv: seine t…

pöbelhaftig

DWB

poebel·haftig

pöbelhaftig , adj. was pöbelhaft: von pöbelhaftigen begierden würd ich und du befreit. Pyra u. Lange lied. 35 neudruck. davon die pöbelhafti…

pöbelhasz

DWB

pöbelhasz , m. : das blut ist deines herzens der liebe heiszer quell, wiewohl er sich am gletscher des pöbelhasses bricht. Platen 2, 31 ; we…

pöbelhauch

DWB

poebel·hauch

pöbelhauch , m. : alles flieht uns! ist entronnen — ehre, der pöbelhauch! er hauche weg! Herder bei Campe.

pöbelhaufe

DWB

poebel·haufe

pöbelhaufe , m. : mit verlust desz guten namens einen guten freund erkauffen, eignet nicht den weisen leuten, nur dem blinden pöfel-hauffen.…

pöbelheer

DWB

poebel·heer

pöbelheer , n. : Haman. du weiszt wieviel es uns mühe gemacht bis wir es haben so weit gebracht an herrn Christum nicht zu glauben mehr, wie…

pöbelherrschaft

DWB

poebel·herrschaft

pöbelherrschaft , f. : gewöhnlich sagt man, dasz die regierungsform Roms von August an monarchisch gewesen sei. dagegen möchte wol mit grösz…

Pöbelherrscher

Campe

poebel·herrscher

◎ Der Pöbelherrscher , — s, Mz . gl. derjenige Herrscher, der bei Pöbel beliebt und in Ansehen ist, durch denselben herrscht (Ochlocrat ). C…

Ableitungen von poebel (1 von 1)

gepöbel

DWB

gepöbel , n. das niedere volk, gesindel, s. pöbel : gepüfel, gepoffel, gebufels Dief.-Wülcker 612 ; gepöfel Stieler 2389 . Holtei Lammfell 1…

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APA
Cotta, M. (2026). „poebel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/poebel/gwb
MLA
Cotta, Marcel. „poebel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/poebel/gwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „poebel". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/poebel/gwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_poebel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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