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Pöbel

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Pöbel

Bd. 3, Sp. 796
Der Pöbel, des -s, plur. inus. 1. Das gemeine Volk, der größte und niedrigste Haufe in einem Staate, der große Hause. Ehedem war dieses Wort ohne allen verächtlichen Nebenbegriff üblich, so wie man jetzt das Wort Volk gebraucht, und in diesem Verstande kommt es auch noch mehrmahls in der Deutschen Bibel vor. Allein heut zu Tage klebt ihm fast in allen Fällen der Begriff der bürgerlichen so wohl als sittlichen Niedrigkeit an, daher man dieses Wort selten anders als mit einem verächtlichen Nebenbegriffe gebraucht. 2. Figürlich. 1) Personen ohne Tugend und vorzüglicher Denkungsart, Personen, welche in ihrer Art zu denken und zu handeln dem Pöbel in der vorigen Bedeutung gleich sind, da man denn zuweilen wohl von dem Pöbel in allerley Ständen spricht. 2) Die größte und geringste Anzahl von Dingen Einer Art. Der Tod sieht keinen Vorzug an, Und stellt den allergrößten Mann Zum Pöbel der gemeinen Schatten, Haged. Der Mond und der ganze Pöbel des Gestirnes haben ihre Wanderschaft, Opitz. Anm. Bey den Oberdeutschen Schriftstellern der vorigen Jahrhunderte Gebuvel, Popel, Pepel und das Bösel. Es ist, so wie das Engl. People und Französ. Peuple, aus dem Lat. Populus entlehnet. Sehr unnöthig, und wider die ganze entschiedene Aussprache der Hochdeutschen ist es, das harte p in der letzten Sylbe wieder herzustellen, und dieses Wort, wie einige Sprachlehrer verlangt haben, Pöpel zu schreiben. Sollte die Schreibart der Lateiner die Richtschnur für die Deutschen seyn, so könnte es leicht einem Dritten einfallen, dieses Wort Popul zu schreiben, und der hätte dem eben so viel Recht als der vorige. In Boxhorns Glossen heißt das gemeine Volk smal Firihi, bey dem Hornegk Throten, im Hochdeutschen ist im Scherze auch Hans Omnis, in Meißen Hottich, in Nieders. Jahn Hagel, Klattjenvolk u. s. f. üblich, welche größten Theils auch den verächtlichen Nebenbegriff der Niedrigkeit bey sich haben.
1899 Zeichen · 25 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pöbel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Pöbel , des -s, plur. inus. 1. Das gemeine Volk, der größte und niedrigste Haufe in einem Staate, der große Hause. E…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Pöbel

    Goethe-Wörterbuch

    Pöbel a kollektivierend für die unter(st)e Gesellschaftsschicht, das gemeine Volk bzw deren/dessen (zufällig) anwesende …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pöbel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Pöbel (v. lat. populus , franz. peuple ), die niedrigste Klasse eines Volkes, insofern sie sich durch Mangel an Bildung …

  4. modern
    Dialekt
    Pöbelm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Pöbel m. : ' Gesindel ', Pewel (pēwəl) [KU-Schmittw/O KL-Gimsb. u. Umg.]. Syn. s. Gesindel . — Zu frz. peuple. — Südhess…

  5. Sprichwörter
    Pöbel

    Wander (Sprichwörter)

    Pöbel 1. Böser Pöbel braucht viel Ruthen und Hirten. – Sutor, 896. Er soll schwer zu ziehen und zu regieren sein. Was di…

  6. Spezial
    Pöbel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Pö|bel m. (-s) jentöm (-s) m. , massa (masses) f. , ciamercia (-ces) f. , jentaia (-ies) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit poebel

79 Bildungen · 78 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von poebel 2 Komponenten

poe+bel

poebel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

poebel‑ als Erstglied (30 von 78)

pöbelandrang

DWB

poebel·andrang

pöbelandrang , m. : dieses ( das judenquartier ) war mit starken mauern versehen, auch mit eisernen ketten vor den thoren, um sie gegen pöbe…

Pöbelanführer

Campe

poebel·anfuehrer

◎ Der Pöbelanführer , — s, Mz . gl. der Anführer des Pöbels, bei verschiedenen Gelegenheiten, z. B. in einem Aufstande oder während einer Pö…

pöbelart

DWB

poebel·art

pöbelart , f. : ich zeige mich in pöbelart versunken. H. Heine buch der lieder 53 neudruck.

pöbelaufstand

DWB

poebel·aufstand

pöbelaufstand , m. : auf die massen gestützt, hoffte er ( Danton ) sich seiner gegner .. durch einen pöbelaufstand .. entledigen zu können. …

Pöbelauftritt

GWB

poebel·auftritt

Pöbelauftritt ‘Straßen-, Markt- und Pöbel-Auftritt’ für: öffentliches Erscheinen vor heterogenem, eher ungebildetem Zufallspublikum 33,266,2…

pöbelblendwerk

DWB

poebel·blendwerk

pöbelblendwerk , n. : alles leere pöbelblendwerk ward verworfen und wir wandelten in lauter leben. Heinse Ardingh. 2, 279 .

pöbelblut

DWB

poebel·blut

pöbelblut , n. : nimmermehr, dasz solche für dich aus argem pöbelblut aufwuchs ( de scelesta plebe dilectam )! die so treu dich liebet, ... …

pöbelei

DWB

pöbelei , f. etwas pöbelhaftes: auch die alten hatten ihre pöbeleien im drama, in der satire, wenn es zweck und eigenheit foderte. Sturz 1, …

pöbeler

DWB

pöbeler , m. plebejer, plebicola, ein pöfeler Stieler 2389 .

pöbelfreund

DWB

poebel·freund

pöbelfreund , m. freund des pöbels: dasz nicht mein pöbelfreund ... mich reisze herschweis weg. Schottel 1007, 53 .

pöbelfrucht

DWB

poebel·frucht

pöbelfrucht , f. : der kornwucherer. ewig sei von mir verflucht du verhaszte pöbelfrucht ( kartoffel ). Langbein (1852) 2, 366 .

pöbelfurcht

DWB

poebel·furcht

pöbelfurcht , f. : Daniel. gott sei euch gnädig! Franz. pöbel - weisheit, pöbelfurcht! — es ist ja noch nicht ausgemacht, ob das vergangene …

pöbelgefolge

DWB

poebel·gefolge

pöbelgefolge , n. : jeder ( der drei geächteten ) mit wildem, groszem pöbelgefolg. Grabbe 2, 150 .

pöbelgeiz

DWB

poebel·geiz

pöbelgeiz , m. : und pöbelgeiz und schwindel spornte jeden, den geist der nation zu tödten. Seume ges. schriften 4, 393 Zimmermann.

pöbelgesinde

DWB

poebel·gesinde

pöbelgesinde , n. : denn ob wol ein raht und die väter oder die guten darwider weren, so wird doch das pöfelgesind an uns miszbrauchen und v…

pöbelglaube

DWB

poebel·glaube

pöbelglaube , m. , vgl. pöbelwahn : dieser pöbelglaube der unwissenden. Herder bei Campe.

pöbelgriff

DWB

poebel·griff

pöbelgriff , m. griff nach dem pöbel, nach pöbelhaften ausdrücken: dem seine stümpelei nach pöbelgriffen glükket. Schottel 1009, 79 .

pöbelhaft

DWB

poebel·haft

pöbelhaft , adj. und adv. dem pöbel eigen und gemäsz, in der art und weise desselben, roh, gemein. vgl. pöbelmäszig . 1 1) adjectiv: seine t…

pöbelhaftig

DWB

poebel·haftig

pöbelhaftig , adj. was pöbelhaft: von pöbelhaftigen begierden würd ich und du befreit. Pyra u. Lange lied. 35 neudruck. davon die pöbelhafti…

pöbelhasz

DWB

pöbelhasz , m. : das blut ist deines herzens der liebe heiszer quell, wiewohl er sich am gletscher des pöbelhasses bricht. Platen 2, 31 ; we…

pöbelhauch

DWB

poebel·hauch

pöbelhauch , m. : alles flieht uns! ist entronnen — ehre, der pöbelhauch! er hauche weg! Herder bei Campe.

pöbelhaufe

DWB

poebel·haufe

pöbelhaufe , m. : mit verlust desz guten namens einen guten freund erkauffen, eignet nicht den weisen leuten, nur dem blinden pöfel-hauffen.…

pöbelheer

DWB

poebel·heer

pöbelheer , n. : Haman. du weiszt wieviel es uns mühe gemacht bis wir es haben so weit gebracht an herrn Christum nicht zu glauben mehr, wie…

pöbelherrschaft

DWB

poebel·herrschaft

pöbelherrschaft , f. : gewöhnlich sagt man, dasz die regierungsform Roms von August an monarchisch gewesen sei. dagegen möchte wol mit grösz…

Pöbelherrscher

Campe

poebel·herrscher

◎ Der Pöbelherrscher , — s, Mz . gl. derjenige Herrscher, der bei Pöbel beliebt und in Ansehen ist, durch denselben herrscht (Ochlocrat ). C…

Ableitungen von poebel (1 von 1)

gepöbel

DWB

gepöbel , n. das niedere volk, gesindel, s. pöbel : gepüfel, gepoffel, gebufels Dief.-Wülcker 612 ; gepöfel Stieler 2389 . Holtei Lammfell 1…

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APA
Cotta, M. (2026). „poebel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/poebel/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „poebel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/poebel/adelung. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „poebel". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/poebel/adelung.
BibTeX
@misc{lautwandel_poebel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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