Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
pilgern
pilgern
Pilger m. ‘Wallfahrer’. Ahd. piligrī̌m (8. Jh.), mhd. bilgerīm, bilgerīn, pilgerīn ist wie mnd. pelegrime, pelegrī̌m, pilgerne, mnl. pel(e)grijm, pelgrim, pelegrijn, nl. pelgrim eine Entlehnung aus spätlat. pelegrīnus, dissimiliert aus lat. peregrīnus Adj. ‘fremd, ausländisch’, Subst. ‘Fremdling’, zum Adverb lat. peregrē ‘aus, in der, in die Fremde’, eigentlich ‘was über den eigenen Acker, das eigene Siedlungsgebiet, speziell den ager Rōmānus, also über Rom hinausgeht’, vgl. lat. per (s. per) und ager ‘Acker, Territorium’. Im mittelalterlichen Lat. bezeichnet peregrinus, pelegrinus auch den ‘fremden Mönch, der als Gast in ein Kloster kommt’, vor allem aber den ‘Wallfahrer’, auch ‘Kreuzfahrer’. Die lat. Bedeutungen finden sich im Ahd. bzw. Mhd. wieder, vorherrschend wird die Bedeutung ‘Wallfahrer’. Während älteres Pilgrim in gehobener Sprache erhalten bleibt, tritt seit dem 15. Jh. Pilger auf, wobei altes auslautendes -īn (als Kasusendung oder Deminutivsuffix mißverstanden) aufgegeben wird. Schwierigkeiten bereiten die lautlichen Differenzen zwischen den alten hd. Formen und dem lat. Ausgangswort. Man versucht, sie auf den Einfluß des Männernamens ahd. Piligrīm zurückzuführen. Dessen erstes Glied stellt man zu ahd. billi, aengl. bill ‘Streitaxt, Schwert’, das zweite zu den unter Grimasse (s. d.) behandelten germ. Formen (zum Auftreten in Eigennamen vgl. Anord. 188 f.). – pilgern Vb. ‘eine (Fuß)reise zu einer religiös verehrten Stätte machen, wallfahren’ (18. Jh.).