Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
PHLUOC stm.
1. der pflug, ein werkzeug zur bestellung des ackers. aratrum phluoch sumerl. 32,1. pfluog voc. o. 10,28. swer bî sînem pfluoge was und von der unmuoʒe genas dem wart der pfluoc ze gote erkant Barl. 264, 37, Christus ist die erde, die vom pfluge durchschnitten wird. vgl. MS. 1, 134. a. die wîlen giengen mit dem pfluoc, die welln nu stechen, wâpen hân Teichn. 16. die bûrenknehte, die si von den pfluogen ziehent ebenda. dâvon habt iuch zuo dem pfluoc rittr und kneht, daʒ ist mîn rât, sît der hof sô übel stât, daʒ man nimmer zuht dâ siht das. 218. der dâ drischt und habt den pfluoc das. 263. der bûman.. er lât den pfluoc umbstrîchen das. 278. er lieʒ eine vorch varn mit eime pfluge, um das stadtgebiet zu bezeichnen, zitt. jahrb. 3,18. si sulin pfluc und pfert lâʒen stên mühlh. rechtsb. 31, 27. und sol der pfluoc gân alsô daʒ ein krei ein nuʒ iʒʒet ûf dem rade Stöber's Alsatia 1854/55 s. 76. vgl. commentar zu narrensch. zu 84, α u. 64,82. — mich hât der pfluoc hiute geriten, hilf mir an mîn bete nider Helbl. 1,1063.
2. das geschäft, das man treibt. es ist sehr schwer zu entscheiden, ob diese bedeutung eine metaphorische, aus nr. 1 entlehnte ist, oder ob sie direct an das verbum pflegen anknüpft. in vielen beispielen liegt die metapher allerdings auf der hand, bei andern wieder kann man sie kaum mit einiger wahrscheinlichkeit behaupten. im gêt sîn pfluoc harte wol, sîn hof ist alles râtes vol a. Heinr. 775. mîn phluoc gêt, gêt wol, ich treibe mein geschäft mit erfolg. vgl. Nith. 38,8. von anders nihtiu gienc sîn pfluoc: daʒ dûht in urbor genuoc Parz. 544,15. ich nenn iu sînen besten phluoc. ze reht er pflac der wâfen W. Wh. 244,22. des wuochers phluoc ist so geriht er slâfet und envîret niht Vrid. 27,15. vgl. die anm. sô al diu werlt hât ruowe, sô gelît dîn (des wuchers) pfluoc niemer, der gewinnet niemer dehein ruowe, weder tac noch naht Berth. 60. du læʒest mich niemer geruowen: wan dîn pfluoc ist eht alle zît ûf der verte und ûf der arbeit des gewinnes — eʒ sî hagel oder niht, sô gêt dîn pfluoc alle zît gelîche das. 273. ze Rôme und Âkers ist ein pfluoc der hât iemer tôren genuoc Vrid. 155,14. vgl. die anm. liegen triegen ist ein pfluoc der hât ackerliute genuoc das. 168,13. nît und valsch des tiufels pfluoc, mit dem er hiute ze acker gêt Renner 230. er nam den pfluoc mit dem ende, verfolgte eifrig sein vorhaben, er gienc ime geistlîche nâch, daʒ er nie hinder sich nesach an deme selben ackergange Litanei 851. gên und loufen ist mîn phluoc und darauf fluochen schelten ist mîn phluoc a. w. 2,51 u. 57. daʒ ich hân von sînen schulden ninder gênden pfluoc Nith. 38,8. dit was irs gewinnes pluc Pass. 31,19. vil harte ebene gienc sîn pfluoc, sein geschäft, seine verhältnisse standen gut, Reinh. 18. vgl. die anm. von vogelweide ist mîn pfluoc, ich bin vogelsteller, ackermann aus Böhmen s. 3. — Gr. Ruod. Db, 21, wo W. Grimm anfangs pfluoc vermuthete, ist in der zweiten auflage von ihm muot gesetzt.
3. die leute, die mit dem pfluge arbeiten. dort gêt ein kint her, daʒ sol dem pfluoge z'eʒʒen tragen Reinh. s. 292,31. vgl. die anm. dâ vant der gefüege froun Herzelöiden pflüege Parz. im leseb. 400,6.