Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
pfelli
‚Seidenstoff, kostbarer Stoff, kostbares Tuch;
coccum, ostrum, palliolum, purpura, sericus‘,
gruonêr pfelli ‚blauvioletter feiner Stoff; hya-
cinthus‘, rôtêr pfelli ‚roter feiner Stoff; coc-
cum, rubrum‘ <〈Var.: ph-; -e>〉. Das Wort ist aus
(m)lat. pallium n., -us m. ‚Seiden- oder Bro-
katstoff, Stoffstück, Altartuch, liturgisches Ge-
wand, um den Hals getragener weißer Tuch-
streifen für Papst und Erzbischöfe, Mönchs-
gewand, Nonnenschleier‘ entlehnt. – Mhd. pfel-
le st./sw.m., pfel st.m. ‚feines kostbares Sei-
dentuch, Gewand, Decke aus kostbarer Sei-
de‘, frühnhd. pfel m. ‚feiner Seidenstoff‘, meto-
nymisch ‚daraus gefertigte Gewänder‘, nhd.
mdartl. ält. bair. pfel m. ‚Art kostbarer Stoff‘.
Daneben existiert das gleichfalls aus lat. pal-
lium n. übernommene Fremdwort mhd. pal-
lium, frühnhd. pallium ‚schmaler Bandstreifen
von weißer Wolle mit eingesetzten schwarzen
Kreuzen, der vom Erzbischof oder Metropo-
liten beim feierlichen Gottesdienst der Messe
getragen wird, bischöflicher Mantel, Gebühr
für die Verleihung der Bischofswürde‘, nhd.
Pallium n. ‚mantelartiger Überwurf (im anti-
ken Rom), Krönungsmantel der mittelalterli-
chen Kaiser, weiße Schulterbinde mit 6 schwar-
zen Kreuzen als Amtszeichen der katholischen
Erzbischöfe, Großhirnrinde bei Wirbeltieren
und beim Menschen‘.