lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

ohnmächtig

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
14
Verweise raus
24

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

ohnmächtig

ohnmächtig

Ohnmacht f. ‘Bewußtlosigkeit, Schwäche, Machtlosigkeit’, mhd. āmaht (13. Jh.), mnd. āmacht ‘Bewußtlosigkeit, Mangel an Kraft’, eine Bildung, die für das Ahd. nur aus dem Adjektiv (s. unten) zu erschließen ist (vgl. aber bedeutungsähnliches ahd. unmaht, 9. Jh., aengl. unmiht, got. unmahts ‘Schwäche, Krankheit’), setzt sich aus dem unter Macht (s. d.) dargestellten Substantiv und einem meist Trennung oder Verneinung ausdrückenden Nominalpräfix kontinentalwestgerm. ā-, aengl. ǣ- ‘fort, weg, zurück, nach’ (s. Ameise, vgl. ferner ahd. āteili, āteilīg, mnd. āteilec ‘unbeteiligt, ausgeschlossen’, ahd. āmād, mhd. āmāt ‘Nachmahd’, ahd. āwiggi, mhd. āwicke, anfrk. āwigki, mnl. mnd. āwech ‘Abweg, unwegsame Gegend’, aengl. ǣwǣde ‘unbekleidet’) zusammen. Dieses westgerm. Präfix ist wohl mit aind. ā́ ‘her, heran, hinzu’ (z. B. in āttah Part.adj. ‘empfangen’), griech. o- (ὀ-) ‘nahe bei, an, zu, mit’ (z. B. in okéllein, ὀκέλλειν ‘ans Land treiben’), urslaw. *ja- (teilweise mit abschwächender bzw. annähernder Funktion, s. Vasmer 3, 475) zur Partikel ie. *ē̌, *ō̌ ‘nahe bei, zusammen mit’ (wahrscheinlich verwandt mit dem Pronominalstamm ie. *e-, s. er, es) zu stellen. Durch Vokalverdunklung vor Nasal (s. ohne) entwickelt sich spätmhd. ōmaht (Mitte 14. Jh.), frühnhd. Om(m)acht (neben bis ins 16. Jh. noch gebräuchlichem Am(m)acht), das mit ohne in Verbindung gebracht und zu Ohnmacht (16. Jh.) umgebildet wird. Diese Lautgestalt begünstigt offensichtlich die (besonders seit dem 18. Jh. sich ausbreitende) allgemeinere Verwendung im Sinne von ‘Macht-, Hilflosigkeit, erzwungenes Unvermögen’. – ohnmächtig Adj. ‘ohne Bewußtsein, kraft-, machtlos, nicht fähig zu handeln’, ahd. āmahtīg ‘macht-, kraftlos, schwach’ (um 1000), mhd. āmehtec, frühnhd. am(m)echtig, mnd. mnl. āmachtich, āmechtich ‘kraftlos, schwach, bewußtlos’; Anlehnung an mhd. āne ‘ohne’ führt bereits um 1300 zur Variante mhd. ānmehtic, Trübung des Vokals ergibt spätmhd. ōmehtig, ōnmehtig (14. Jh.), frühnhd. omechtig, onmechtig, ohnmächtig.
2007 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ohnmächtig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Ohnmächtig , -er, -ste, adj. et adv. 1) In der ersten Bedeutung des Hauptwortes, ohne Macht, ohne Kräfte, kraftlos, und …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ohnmächtig

    Goethe-Wörterbuch

    ohnmächtig in Bed 3 vereinzelt un-; auch subst 1 besinnungslos, bewußtlos; öfter ‘o. werden/sein’, ‘jdm o. in die Arme f…

  3. modern
    Dialekt
    ohnmächtig

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    o hn mächtig . ‘Das Schweissbad hat ein starcke Art Da manchen in omechtig ward’ Murner. Bad. Scherzh. abgeleitet: s wir…

  4. Sprichwörter
    Ohnmächtig

    Wander (Sprichwörter)

    Ohnmächtig Das ist zum ohnmächtig werden. ( Schles. )

  5. Spezial
    ohnmächtig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ohn|mäch|tig I adj. 1 (bewusstlos) da nescia, atomé (atomá, atomada) 2 (machtlos) impotënt (-nc, -a), che ne pó fá nia, …

Verweisungsnetz

34 Knoten, 30 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 5 Kompositum 23 Sackgasse 6

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ohnmaechtig

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ohnmaechtig

ohnmaecht + -ig

ohnmaechtig leitet sich vom Lemma ohnmaecht ab mit Suffix -ig.

ohnmaechtig‑ als Erstglied (1 von 1)

ohnmächtigkeit

DWB

ohnmaechtig·keit

ohnmächtigkeit , f. , mhd. âmehtikeit mit den beiden bedeutungen von ohnmacht: daʒ kumt der tohter ze fromen von Syon, diu sich hât geleit i…