notwendig -th-; beim jungen Goethe mehrf ‘nohtwendig’ (zB GWB37,57,1
); wiederholt Zusammenschr ‘höchstnotwendig’ (zB GWBB21,3,12
), einmal unsachgemäße Bindestrichschr ‘notwendig-wahr’; etwa 300 von gut 1200 Belegen subst, knapp 400 Belege adv 1
(als Gegebenheit, Voraussetzung, Leistung) von allergrößter Relevanz, ausschlaggebender Bedeutung, absolut erforderlich, ganz und gar unentbehrlich, höchst wichtig, unumgänglich a
im Nachklang der ursprünglichen, wortwörtlichen Bed: Not abwendend, lebensnotwendig, zur elementaren Daseinssicherung nötig; subst auch für das Existenzminimum; mehrf (einmal auch iron) ‘n-es Bedürfnis’ oä; öfter in Überschneidung mit c und d Der Ackerbau..diese erste und n-e Beschäftigung des Menschen GWB19,205,15 BrSchweiz I das Volk [
der Venezianer], eine große Masse, ein n-es unwillkürliches Dasein. Dieses Geschlecht hat sich nicht zum Spaß auf diese Inseln geflüchtet, es war keine Willkür, welche die Folgenden trieb, sich mit ihnen zu vereinigen; die Noth lehrte sie, ihre Sicherheit in der unvortheilhaftesten Lage suchen GWB30,102,22 ItR [
Melinas Schauspieler] waren erfreut, mit so geringen Kosten sich in der Gunst eines so n-en Mannes [
des Barons] befestigen zu können GWB21,245,4 Lj III 2 Herr Curator..will..mir zu meinem Unterhalte nicht das n-ste, nicht das geringste reichen GWBDjG
34,295,9 RAnw [9.9.74] deßwegen mich unsere Leute und Reiter anriefen und auf das dringendste baten ihnen zu diesem n-sten aller Bedürfnisse [
Tabak] zu verhelfen GWB33,87,24 Camp B3,263,18 Krafft 11.[12.78 Korr B7,378] 18,39,20 Aufgeregten II 4 B46,150,1 Zelter 13.11.29 B49,81,8 Schultz 18.9.31
uö b
(existentiell bzw essentiell, funktional) unverzichtbar; öfter ‘etw ist jdm n.’, ‘sich (jdm) n. machen’ α
mBez auf bestimmte Personen u deren Nähe Ich sehe wie wenig ich für mich bestehe und wie
n. mir dein Daseyn bleibt daß aus dem meinigen ein Ganzes werde GWBB7,94,6 ChStein 11.9.85 Wie
n. mir gestern Abend..deine Gegenwart gewesen wäre kann ich dir mit Worten nicht ausdrücken GWBB5,255,10 ChStein [Anf Feb 82] Es ist doch gewiß, daß in der Welt den Menschen nichts
n. macht als die Liebe GWBAA58,7 Werth I [
Marie:] bedauern sollt' er [
Clavigo] mich! daß die Arme, der er sich so
n. gemacht hatte, nun ohne ihn ihr Leben hinschleichen, hinjammern soll GWB11,55,23 Clav I 51,226,20 ThS III 7
uö abgeschwächt: in einer bestimmten Funktion (nahezu) unersetzlich; auch: (gerade jetzt) unabkömmlich [
Goethe bittet für die beiden Genannten um Freistellung vom Kriegsdienst] Der erste [
Kräuter] ist auf der Bibliotheck wircklich
n. Der andre [
Körner]..hat für Serenissimum Instrumente zu liefern GWBB30,171,14 Gersdorff 21.4.14 Andere [
unter den gegenwärtig reichen Leuten] hätten als arme Handlungsdiener sich ihren Patronen
n. gemacht, und wären endlich zu ihren Schwiegersöhnen erhoben worden GWB26,275,14 DuW 5 Mein Verlangen Sie einmal wiederzusehen, war bisher immer durch die Umstände in denen ich hier mehr oder weniger
n. war, gemäsigt GWBB4,49,8 CEGoethe 9.8.79 B34,122,15 CarlAug [6.]2.21 K B51,360 Kirms 13.12.14 11,95,27 Clav IV B51,283 Voigt 9.3.10
uö β
mBez auf für die individuelle Existenz, Daseinsweise, Persönlichkeit wesentliche (geistige) Güter, Umstände, Tätigkeiten etc; einmal hyperbol ‘n-er als Brot’; mehrf ‘jd hat etw n.’: jd hat etw sehr nötig ihm [
Langer] war..eine Vermittelung [
zwischen ihm u dem ‘großen Weltgott’]
n., deren Analogon er überall in irdischen und himmlischen Dingen zu finden glaubte GWB27,193,11 DuW 8 würde ich mich..ganz wehrlos..finden, wenn ich nicht..mich gewöhnt hätte, die Existenz desjenigen, der mich mit..Haß verfolgt, als ein n-es..Ingrediens zu der meinigen zu betrachten GWB36,281,14 BiogrEinzh Wie erquickst du mich Beste durch iedes Wort was aus deinem Munde geht, das mir n-er als Brod ist GWBB6,104,19 ChStein 8.12.82 Für meine Sinnesart ist diese Reise heilsam, ja
n. GWB31,76,2 ItR so konnte er [
Gleim] die Religion des rechtschaffenen Mannes, die ihm angeboren und seiner Natur
n. war, immerfort ausübend, sich für den rechtglaubigsten aller Menschen halten GWB35,242,2 TuJ 1805 B22,234,1 Przin Solms 30.12.11 B6,120,14 ChStein 22.1.83 B45,86,1 JGLenz 16.12.28 B20,331,3 Christiane 10.5.09
uö c
für die Lebens-, Alltagsbewältigung dringend benötigt, dafür hochgradig wichtig, nützlich, förderlich, zuträglich; oft ‘das N-e’; einmal iron ‘n-er Bürger’ eine reine gesunde Natur..eine unbefangene Behandlung des täglich N-en, das alles war ihr [
Charlotte Buff] zusammen gegeben GWB28,152,12 DuW 12 Freunde der schönen Wissenschaften..die man eigentlich Liebhaber des Unnützen und Mittelmäßigen hätte nennen sollen; denn indem sie den Kreis n-er und brauchbarer Kenntnisse verließen, glaubten sie sich dem Schönen und Angenehmen ausschließlich zu übergeben GWB52,89,7 ThS IV 15 Die wahren Weisen fragen wie sich die Sache verhalte in sich selbst und zu andern Dingen, unbekümmert um den Nutzen,
d.h. um die Anwendung auf das Bekannte und zum Leben N-e GWBN11,116,6 MuR(698) da die Zierde des Menschen erstes Bedürfniß zu sein scheint und ihm fast über das N-e geht, so war die Anwendung der Farben..bald im Gebrauch GWBN3,XX,18 FlH Urzeit Ich konnte gar wohl bemerken, daß man mit geräuchertem Speck und Fleisch, mit Reis und Linsen und andern guten und n-en Dingen nicht haushältisch genug verfahre GWB33,41,7 Camp [
Vögel:] Was kannst du? Worin übertriffst du das Volk? [
Hoffegut:] Ich kann pfeifen! [
Vögel:] Schön! o schön! o ein köstlicher, ein n-er Bürger! GWB17,113,2 Vögel 25
1,211,2 Wj III 11 B6,139,19 Herder 20.3.83 B42,190,19 Zelter 24.5.27 18,196,25 Unterhaltungen
uö d
für einen bestimmten Zweck (alternativlos) erforderlich, (faktisch) unabdingbar, (absolut) elementar bzw fundamental, das unverzichtbare Minimum; auch (in Überschneidung mit 1f) mBez auf instrumentelle Verhältnisse; bes mBez auf Kunst(handwerk) u Baukunst, auch hinsichtlich ästhet Ansprüche; vereinzelt im Bereich der Natur man beruhige sich [
bei Darstellungen von Grausamkeiten in antiker Kunst] mit dem Ausspruch: alles N-e ist schicklich GWB49
1,127,14 Philostrat Alle Künste fangen von dem N-en an; allein es ist nicht leicht etwas N-es in unserm Besitz..dem wir nicht zugleich eine angenehme Gestalt geben GWB47,55,2u3 Kunst uHandw die Behandlungsart der Reben um Zürch..wäre eine herrliche Darstellung, wenn ihr jemand gewachsen wäre, denn das Wahre liegt immer im N-en, und man kommt darauf mehr oder weniger zurück GWBT13,172,14 v 16.11.31 Sonst erfreut ich mich an einem geglückten Ganzen [
eines Kupferstichs], jetzt erfahr ich [
aus Longhis ‘La Calcografia’, 1830] von n-en Strichen und Puncten wodurch es hervorgebracht wird GWBB49,96,9 Boisserée 27.9.31 Die Baukunst setzt..ein Material voraus..dessen zweckmäßige Anwendung kann auch noch durch das einfache Handwerck geschehen, wenn der Zweck blos nützlich, sogar durch die rohste Naturpfuscherey, wenn er blos
n. ist. Soll sie aber Kunst werden, so muß..der Zweck neben dem n-en und nützlichen auch das sinnlich Harmonische seyn GWB47,327,8u9 Baukunst 1795 Plp Das erste dieser Werke [
antike Basreliefs] ist wohl das vorzüglichste, es enthält eine vollständige, jedoch ökonomische Darstellung, indem nur die n-sten Figuren auf demselben erscheinen GWB48,32,5 Kunstausstellg 1801 A(GJb30,37) Bericht [22.]11.12 K 32,152,7 ItR 27,90,15 DuW 7 49
1,192,15 Beisp symbolBehandlg N7,145,9 Weinstock
mBez auf Literatur, Musikkompositionen ich verachte auch diese sogenannten Einheiten [
im Drama] nicht, weil sie theils zum N-en eines Stückes, theils zu seiner Zierde gehören GWB51,108,1 ThS II 2 Von des außerordentlichen Mannes [
Shakespeare] geistiger Hand zuerst nur leicht umrissene Stellen finden wir bedächtiger ausgeführt, und zwar auf eine Weise, die wir als
n. billigen und bewundern müssen GWB41
2,256,6 Üb:Shakesp,Hamlet [
betr Kalidasas ‘Sakuntala’] der Dichter..bleibt..dergestalt Herr und Meister seiner Schöpfung, daß er gemeine und lächerliche Gegensätze wagen darf, welche doch als n-e Verbindungsglieder der ganzen Organisation betrachtet werden müssen GWBB47,285,23 Chézy 9.10.30 das sind die beiden Arten [
des Fluchens] die ich dem Drama vergönnen möchte, doch nur als Gewürz, und daß sie
n. stehen müssen und sie niemand herausnehmen könnte ohne dem Ausdruck zu schaden GWBB2,67,13 Salzmann 6.3.73 seine [
Haydns] Werke sind eine ideale Sprache der Wahrheit, in ihren Theilen
n. zusammenhängend und lebendig GWB41
2,385,8 Haydn,Schöpfg [Zelter/G] zu dem ästhetischen Lakonismus..wo nur das N-ste, aber auch das Unerläßliche gehörig faßlich dargebracht wird GWB42
2,63,8 ÜbIndividualpoesie 37,216,15 FGA Jägerin 40,228,1 Staël,Dichtgn
uö e
abgeblaßt: (wirklich) wichtig, von großer Bedeutung, zentraler Funktion Ich fülle nun die Lücken aus und sehe was ich [
in Rom] noch nicht gesehen und das n-ste zum zweyten und dritten male GWBB8,156,19 ChStein 1.2.87 24,379,3 Wj II 7 B29,207,15 Voigt 22.6.18
uö f
zu einem bestimmten Zweck auf jeden Fall, unbedingt, als unerläßliche Voraussetzung beizubringen, durchzuführen, bereitzustellen, zu erledigen uä, auch: (pragmatisch) dringend geboten; einmal (in ‘Dichtung u Wahrheit’) ‘n-er Verkehr’ für Berufsverkehr bzw Gütertransport, häufig adv od präd Da man..sogleich zur Erbauung des Ofens schreiten will; so haben Sie die Güte, die n-en Vorbereitungen wegen den Bruchsteinen zu machen GWBB51,109 JCWVoigt [27.3.95] K Auch macht sich eine Reparatur an der Accouchirhaus-Brücke gegenwärtig
n. GWBB18,64,2 Griesbach 18.10.94 K Mein Egmont ist bald fertig und wenn der fatale vierte Ackt nicht wäre den ich hasse und
n. umschreiben muß, würde ich mit diesem Jahr auch dieses lang vertrödelte Stück beschliesen GWBB5,239,16 ChStein 12./13.12.81 Vor einigen Tagen habe ich einen Italiäner nach Weimar geschickt..eine Art von Maitre Jacques, der das mechanische der Reise zu besorgen, alle Händel mit den Postmeistern Wirthen pp abzuthun hat, das ist schon sehr viel, weil die Seccatur und Prellerey in Italien unendlich ist; man muß
n. einen Italiäner an die Italiäner hetzen, um mit ihnen fertig zu werden GWBB8,294,5 CarlAug 17.11.87 Für den Fortgang der Anstalt [
Tierarzneischule in Jena] ist die Anstellung eines Prosectors unumgänglich
n. GWBA(MA11
2,614,37) Bericht [Ende Okt 17] [Renner Oberaufs] Daß die Meinigen in dem gegenwärtigen Augenblick das Franckfurter Bürgerrecht gewinnen ist eigentlich nicht unumgänglich
n. GWBB20,190,16 JFHSchlosser 26.10.08 29,21,9 DuW 16 N5
1,330,21 Fl ÄltEinl B46,28,15 JChFKörner 29.7.29 B4,25,27 Krafft 26.3.79 A(FfA I 27,330,24) Meyer 7.3.20 [Oberaufs]
uö(häufig) mit (deutlich) zeitlicher Akzentuierung: umgehend zu tun, ohne (weiteren) Aufschub anzugehen [
bei einer Feuersbrunst] wie die Menschen doch so viel guten und schicklichen Begriff haben, etwas anzugreifen. Die fatalsten sind dabey..die nur sehen was
nicht geschieht, und darüber die aufs n-e Gerichteten Menschen irre machen GWBB4,239,16 ChStein 26.6.[80] John hat einen Rückfall gehabt..Ich will..ihm das Michaels Quartal vorschießen, mehr kann ich nicht thun. Es wird daher
n. daß man seinen Eltern die Sache zwar schonend aber deutlich vorstellt GWBB23,401,2 Christiane 16.7.13 Die n-sten Expeditionen und Anordnungen durchgedacht GWBT6,49,2 v 17.5.17 Da der Schloßbau hoffentlich nie ganz liegen bleiben, sondern man jährlich wohl das n-ste und nächste fortarbeiten wird GWBA(FfA I 27,78,22) Votum [21./26.2.95] Wenn Sie nur die versprochene Elegien nicht so
n. brauchen! GWBB11,26,23 Schiller 12.2.96 Nichts N-es liegt vor. Nur der Wunsch nach freundlicher Unterhaltung..lies mich die Einladung senden GWBB43,248,18 Meyer 17.1.28 B7,175,14 JFFritsch 4.2.86 B40,199,14 Reinhard 26.12.25 B13,290,11 Christiane 15.10.98 B31,218,10 CarlAug 11.7.19 K
uö(häufig) g
aus einem bestimmten Grund (moralisch) dringend geboten da der Mensch, wenn er einigermaßen resolut ist, auch das N-e selbst zu wollen übernimmt, so faßte ich den Entschluß, mich freiwillig [
aus Wetzlar] zu entfernen GWB28,172,25 DuW 12 Der Körper muß, der Geist will, und wer seinem Wollen die n-ste Bahn vorgeschrieben sieht, der braucht sich nicht viel zu besinnen GWBB48,21,13 Zelter 21.11.30
uö abgeblaßt iSv richtig, tunlich, sinnvoll, angebracht, förderlich, erwünscht uä Und doch ist es in manchen Fällen..
n. und freundlich, lieber nichts zu schreiben, als nicht zu schreiben GWB20,13,19 Wv I 1 wenn der Schmied immer sein Hufeisen schmiedet und die Köchinn immer kocht; so ist das n-e und rechte gethan im Krieg wie im Frieden GWBB23,381,14 Christiane 27.6.13 Man kann von dem Philosophen nicht verlangen, daß er Physiker sei; und dennoch ist seine Einwirkung auf den physischen Kreis so
n. und so wünschenswerth GWBN1,286,1 FlD 717 [
betr im Kreise um Boisserée entstandene Zeichnungen vom Kölner Dom] Ich verarge es..unsern jungen Leuten nicht, daß sie bey dieser mittleren Epoche verweilen; ich sehe sogar dieses Phänomen als
n. an GWBB21,296,26 Reinhard 14.5.10 so möchte es..höchst nützlich, erfreulich und
n. seyn, mit demjenigen, dessen Principien mit den unsern zusammentreffen, öfters zu conversiren GWBB42,356,5 Buttel 3.5.27 B20,200,15 Christiane 7.11.08 B33,101,14 Schubarth 9.7.20 B40,69,28 Zelter 19.9.25
uö 2
nicht zu (ver)ändern, (absolut, von Natur aus) festgelegt, konstant, gesetzmäßig; öfter iGz ‘zufällig’, ‘willkürlich’ a
philos: den Grund seines (So-)Seins in sich selber habend1); auch iSv selbstevident, mBez auf Kausalität2) sowie iSv analytisch wahr, logisch widerspruchsfrei; einmal scherzh ‘n-e Konklusion’ die Vernunft..behandelt das N-e als den Grund ihres Daseins; das Zufällige weiß sie zu lenken, zu leiten und zu nutzen..Wehe dem, der sich von Jugend auf gewöhnt, in dem N-en etwas Willkürliches finden zu wollen, der dem Zufälligen eine Art von Vernunft zuschreiben möchte GWB21,108,8u13 Lj I 17 Diese [
Menschen wie Spinoza] überzeugen sich von dem Ewigen, N-en, Gesetzlichen, und suchen sich solche Begriffe zu bilden, welche unverwüstlich sind GWB29,10,23 DuW 16 Der eingeborenste Begriff, der n-ste, von Ursach' und Wirkung GWBN11,103,13 MuR(1236) Ich werde..zeigen..ob die Versuche [
Newtons] vollständig..und ob die Schlüsse, die er daraus zieht,
n. erfolgen GWBN5
1,174,28 ÜbNewt DivRefrangib so fügt sich so schönen Prämissen als n-e Conclusion ein löbliches: Ergo bibamus hinzu GWB42
2,514,3 Epochen dtLit NeuesteEpoche 42
2,167,12 MuR(444) 40,63,23 Üb:Piccolom [G/Schiller] N11,376 Plp N5
1,344,8 Fl Nachtr
uö iS einer conditio sine qua non; öfter ‘n-e Bedingung’ Wir haben sie [
die Farben] physiologische genannt, weil sie dem gesunden Auge angehören, weil wir sie als die n-en Bedingungen des Sehens betrachten GWBN1,2,5 FlD 3 [
Schillers] anscheinende Ketzereyen..daß Freyheit und Bestimmtheit nicht n-e Bedingungen der Schönheit, sondern n-e Bedingungen unsers Wohlgefallens an der Schönheit seyen GWBB18,65,19u20 Schiller [8./19.10.94] K N5
1,193,4 FarbenerschRefraktion 26
uö abgeschwächt iSv logischerweise, folgerichtig, zweifellos, gewiß Mit dem Buche..geht es mir wunderlich.
N. muß es einer..eingesteckt haben GWBB12,5,16 Schiller 11.1.97 eine..häuslich wichtige Begebenheit..deren sich Eduard noch wohl erinnerte, mußte
n. darin [
in alten Tagebüchern] angemerkt stehen GWB20,154,4 Wv I 14 B43,33,9 Streckfuß 18.8.27 K N9,203,8 Basaltsteinbr [Nöggerath]
uö b
unabänderlich α
naturgesetzlich, naturgegeben, natürlich, auch: wesensmäßig; mehrf ‘n-es Übel’; einmal (‘Physiognomische Fragmente’) iSv determinierend als Übs von griech: ἀναγκαîον Die Natur wirkt nach ewigen, n-en, dergestalt göttlichen Gesetzen, daß die Gottheit selbst daran nichts ändern könnte GWB29,12,15 DuW 16 Alles [
in Holbachs ‘Système de la nature’] sollte
n. sein und deßwegen kein Gott GWB28,69,4 DuW 11 Demokritus behauptet..die Farbe sei nichts von Natur N-es, sondern ein durch Gesetz, Übereinkunft, Gewöhnung Angenommenes und Festgestelltes GWBN3,5,6 FlH I das..sechzehnte Jahrhundert..wo man..die n-en und zufälligen Übel der Welt unter dem Bilde des..Teufels zu vergegenwärtigen wußte GWB27,165,9 DuW 8 [
Wilhelm] dachte nicht anders, als daß der Schauspieler..das Theater aufsuchen werde. Es schien ihm eben so natürlich und
n., als daß der Frosch das Wasser sucht GWB21,78,6 Lj I 14 37,133,9 ShakespTag N3,285,9 FlH V N6,282,17 MetamPfl II 6 37,348,13 PhysiognFragm
uö ‘n. verwandt’: blutsverwandt; ‘n-e (Wahl)Verwandtschaft’: (quasi) naturgesetzliche Anziehung Ich habe..wenn zwischen Freunden,
n. Verwandten und Verbundenen sich einige Differenz hervorthat, immer lieber geschwiegen als erwidert GWBB43,120,18 Cotta 24.10.27 [
betr Verhalten zu Spinoza] Geist und Herz, Verstand und Sinn suchten sich mit n-er Wahlverwandtschaft GWB28,289,11 DuW 14 B40,154,13 AkadJena 24.11.25
abgeschwächt iSv naturgemäß, mit einiger Sicherheit Bringt ja selbst die gemeinste Chronik
n. etwas von dem Geiste der Zeit mit, in der sie geschrieben wurde GWBB46,242,5 Zelter 15.2.30 Die größte Schwierigkeit wird seyn den bildenden Künstler aus seiner beschränkten Egoisterey herauszuziehen in die er
n. versinken muß, indem er meist nur ein kleines Publikum hat GWBB15,143,23 Cotta 17.11.00 Dilettanterey und damit
n. verknüpftes Nivelliren GWBB40,255,17 Zelter 21.1.26 bey der immer zunehmenden Menge von Theilnehmern [
wiss Zusammenkünfte], das Wünschenswerthe zwar gefördert, aber doch immer zugleich..mit Fremdem, Falschem, Störendem
n. vermischt werde GWBB37,286,13 Sternberg 18.12.23 B5,25,9 Ernst II 27.12.80
uö β
unter bestehenden Lebensumständen unabwendbar, unausweichlich, unvermeidlich; öfter ‘n-e Umstände’ oä die gewöhnliche Lebensweise einer Familie, die aus den gegebenen Personen und aus n-en Umständen entspringt GWB20,80,14 Wv I 7 20,259,21 Wv II 5 B22,158,2 CWFritsch 27.8.11
uö γ
im Verlauf einer (hist) Entwicklung unvermeidlich, konsequent, zwangsläufig; öfter: ‘n-e Folge’ Dabey wäre zu untersuchen was [
in der Geschichte der Färberei]
n. und was zufällig gewesen sey.
N. nennen wir was jenen Gesetzen [
der Färberei] gemäß geschieht. Zufällig was entweder aus Willkühr oder aus gegebenen Umständen entspringt GWBN1,394 FlD Var der kindische Haß [
der Nachbarskinder]..äußerte sich nun in frohem Erstaunen..halb willigem halb unwilligem und doch n-em Annahen, und das alles war wechselseitig GWB20,326,28 Wv II 10 wenn die Lüge einen Augenblick nützen kann, so schadet sie
n. auf die Länge. Im Gegentheil nutzt die Wahrheit
n. auf die Länge, wenn sie auch im Augenblick schadet GWB45,13,20u21 RamNeffe es war Glück das ihre [
der Venezianer] Lage so vorteilhaft machte, es war Glück daß sie zu einer Zeit klug waren da noch die ganze nördliche Welt im Unsinn gefangen lag, ihre Vermehrung ihr Reichthum war n-e Folge GWBT1,244,3 v 29.9.86
uö(häufig) abgeschwächt: stets, absehbar, üblich, allgemein man..fühlt aber erst hinterher, daß eine dergleichen Anstrengung
n. einen abgespannten Zustand zur Folge hat GWBB40,141,15 Zelter 26.11.25 erschreckt mich die Nachricht von Eisenach [
über drei explodierte frz Munitionswagen]. Solche zufällige Folgen des Krieges sind fürchterlicher als die n-en GWBB21,383,18 CarlAug [14.]9.10 Dilettantism ist eine n-e Folge schon verbreiteter Kunst GWB47,302,7 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller] Majorität..wir lassen sie freilich gelten im n-en Weltlauf, im höhern Sinne haben wir aber nicht viel Zutrauen auf sie GWB25
1,213,16 Wj III 11
uö notwendig-wahr
als Übs von frz: nécessairement vrai eine eigentliche Gewißheit..welche auf nothwendig-wahren und durch sich selbst evidenten Principien beruht GWBN11,79,15 MathMißbr
→ GWB
natur- nächst- schicklich- Syn zu 1
not nötig unerläßlich vonnöten wichtig zu 1a-b unentbehrlich unersetzlich unverzichtbar zu 1c nützlich praktisch zweckdienlich zweckgemäß zweckmäßig zu 1d erforderlich unumgänglich zu 1f dringend dringlich eilig erforderlich gebieten(geboten) nächstnotwendig mitteilenswert unbedingt unerläßlich unumgänglich unverzüglich wesentlich zu 1g angemessen erwünscht förderlich passen/passend schicklich richtig tunlich wünschenswert zu 2 gesetzlich gesetzmäßig konsequent zu 2a analytisch gewiß notwendigerweise zweifellos zu 2b bedingen(bedingt) unabänderlich zu 2bα bestimmt naturgesetzlich natürlich natürlicherweise naturnotwendig zu 2bβ unabwendbar unausweichlich unfreiwillig unvermeidlich zu 2bγ folgerecht notgedrungen stets üblich unausbleiblich unweigerlich 1) Campe 3,521: „ist nothwendig oder schlechterdings nothwendig, was den Grund seines Daseins in sich selbst enthält, oder dessen Gegentheil ein Widerspruch ist.” Vgl auch Kants von Baumgarten (‘Metaphysica’ §101f) übernommene Nominaldefinition der notwendigen Existenz (Gottes): „Schlechterdings notwendig ist, dessen Gegenteil an sich selbst unmöglich ist”. Kant, Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes (1763). Hg KReich(1963),202) nach Kants drittem Postulat des empirischen Denkens mit dem Begriff der ‘materialen Notwendigkeit’ von Kausalität; vgl KrV. Hg RSchmidt(1956),266 u 276-282 Lydia QuaasL.Q.