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nirgend

nhd. bis GWB · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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5 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

nirgend adv.

Bd. 13, Sp. 853
nirgend, adv. verneintes irgend theil 42, 2156, altniederfränkisch nie wergin (aus nio hwargin gramm. 3, 36. 220), zusammengezogen niergin (gloss. Lips. 711, 713), mnd. nergene, nerne, neren, nergende, nergent (Schiller-Lübben 3, 174a), md. niergen, nirgen, nergen, mit ausfall des g nieren, nirne, nêren, dann auch als niergen, niergent, nirgen (statt niener, niender, niendert) übergegangen in mhd. denkmäler (Lexer 2, 77 und nachtr. 331); nhd. im 16. jahrh. noch niergen, verkürzt nirgen (nergen), nieren, nirn, gewöhnlich aber mit schlieszender dentalis niergend, verkürzt nirgend (nirget Spee), welche form in der schriftsprache neben der weiterbildung nirgends (s. dasselbe) durchgedrungen ist. 11) local, an keinem orte, an keiner stelle, wobei manchmal auch der temporale oder modale begriff (zu keiner zeit, auf keine weise) mitverstanden sein kann: niergen, nirgen, nergent, nernt, nullibi, nuspiam Dief. 384c. 385c; niergent, nullibi gemma gemm. r 3b; wer sich selber also gaxet, den helt man niern für. Keisersberg sünden des munds 56b; da sie ihn niergen kunt sehen. Murner Eulensp. 10; er wol niergen bleiben, wa kinder waren. 28; ein gott, des gleichen nirgend ist. Jes. 46, 9; ein prophet gilt nirgend weniger denn in seinem vaterland und in seinem hause. Matth. 13, 57; ein münch ist nirgend besser dann im kloster. Agricola sprichw. nr. 319; dasz nirgend ires bleibens war. Ulenberg ps., Kehrein kirchenl. 2, 161, 12; nirgend war drocken land. 229, 5; es ist mancher so gar rhumretig, sich selb zu preisen wunderthetig, fehrt oben ausz, sich nergn anstöszt. Waldis Es. 3, 79, 23; elliptisch oben aus und nirgend an: denn der selbigen (eigensinnigen köpfe) spott mann, das sie sich des understeen, das in schedlich ist, hui oben usz und nirgent an, wer oben usz feret mit dem kopff, der stöszet sich gewiszlich. Frank sprichw. nr. 104 Latend. Agricola nr. 217. Simrock 411; hui oben hinaus und nirgend an! oder wol aus und an, stosz nirgend an galt als ausfahrformel der hexen, s. myth.4 906; doch in felden noch in wälden (ich) nirget meinen knaben find. Spee trutzn. 202 B.; weil den Daphnis sie nun nirget (: birget) auf dem feld und wiesen sieht. 207; und kont nirgend fortkommen. Schuppius 16; nirgend sah man (an seinem schlafrocke) einen risz. Stilling jug. (1780) 16; ich bin nirgend wohl und überall wohl. Göthe 16, 154; nirgend sah ich ein gedränge. 12, 291; er konnt ihn nirgend entdecken. 40, 81; das will aber doch nirgend greifen und fassen. 47, 249; nirgend noch spuren von einem wege, nirgend noch fluren. Tieck 10, 232; nirgend! — nirgend eine kohle! ges. novellen 5, 265; was er auszutheilen vermochte, wollte nirgend reichen. Freytag ahnen 3, 142; nirgend hin, an keinen ort hin, nirgendwohin: der amechtige teufel wil nirgend hin denn an unser ort. Luther 3, 46b; und wissen nirgent hin zu fliehen. Frank sprichw. nr. 479 Latend.; ich wuste nirgendhin. Weise erzn. 45 neudruck; in verbindung mit einer andern negation, um nachdrücklicher zu verneinen: als nun kein liecht niergendt gesehen ward. buch d. liebe 213c; maszen er nirgend keine lebens-mittel mehr sahe. pers. rosenth. 3, 27, oft nur (wie im mnd. nergen nein Schiller-Lübben 3, 174b) zur verstärkung des kein dienend, durchaus (nach ort, zeit und weise) keiner: so dunkt mich niergen kein besser huofschlag sein dan von silber und von golt. Murner Eulensp. 31; dann er mehr auff die flucht eilet, dann der andern gest niergendt keiner. Amadis 130. vergl. 3. 22) modal, auf keine weise, durchaus nicht, doch wieder mit beimischung des localen oder temporalen begriffs: der dieb man nirn basz warten kan, man henck sie dann an galgen nan. Eyring 2, 406; dir .. ein grab-lied ietz zu bringen, geht hart und sauer her, mein spil will niergend klingen, der kummer ist zu gros. Rompler 75. 33) mit nachgestellter (selten vorangestellter) präposition dient es wie im nd. (Schiller - Lübben 3, 174b. Kramer 1, 217a) und wie niener zum ausdrucke eines starken, von einer präposition abhängigen nichts: nirgend an u. s. w. durchaus (nach ort, zeit und weise) an nichts, mit nachfolgendem dann (denn), als, durchaus an nichts anderes als u. s. w.: wiewol Amadis niergend an gedacht, denn wie er mittel und weg erdenken möcht, dasz er. Amadis 153 K.; dasz er nirgendt denn an streit gedacht. 148; darumb er niergent durch, dann mit ritterlicher hand und gewalt errett werden können. 120; nirgend für halten, flacci pendere Denzler 213b; dann ich niergend umb (aus keinem anderen grunde) hieher kommen, dann dasz ich dises streits auszgang beschawen möcht. Amadis 128 K.; ich wunder mich fürwar, warumb ir sagt, das man euch diese wort .. fürwerffe nirgend umb, denn das ir sagt .. Luther 4, 379a; ich bin nun alt und ich sie anderst niern umb halt, denn das sie mein im alter pflegen. Waldis Es. 4, 17, 76; dasz er nirgend von wüszte. Stumpf chron. 343b; das zipperlein kommt nirgend anders her als von unmäszigen affecten und passionen. Ludwig 1332; das sein leichte nachgültige menschen und sein niergen zu guot. Keisersberg evang. (1517) 222b; mensch, der nirgent zu nütze ist. Frank sprichw. nr. 160 Latend.; die nirgend zu dienen, dann dasz sie. E. Alberus vi; sie dienen nirgend zu als zur armuth. Schuppius 199; es dienet nirgend zu. Stieler 2653; mit vorangestellter präposition: mangel doch an nirgend es find. Corner, Kehrein kirchenl. 1, 38, 3.
5429 Zeichen · 116 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nirgend

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Nirgend , ein Nebenwort des Ortes, an keinem Orte, im Gegensatze des irgend oder irgends. Hab ich doch nirgend keine Hül…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    nirgend

    Goethe-Wörterbuch

    nirgend ca 30 Archivbelege; einmal als Element nachdrücklicher doppelter Negation a lokal: an keinem Ort, an keiner Stel…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nirgend

7 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

nirgend‑ als Erstglied (7 von 7)

nirgendheim

DWB

nirgend·heim

nirgendheim , n. scherzhaft als erdichteter ortsname von Nirgendheim, nirgend seszhaft, ohne heimat: groszfürsten ... von Nirgendheim. Fisch…

nirgendshaus

DWB

nirgends·haus

nirgendshaus , n. wie nirgendheim: herr zu Nirgendshaus, princeps Utopiae Aler 1475 b ; er ist von Nirgendshausen ( dativ plur. ). Ludwig 13…

nirgendsheim

DWB

nirgends·heim

nirgendsheim , n. dasselbe: er ist von Nirgendsheim. Ludwig 1332 ; zu Nirgensheim, in Utopia Aler 1475 b .

nirgendsher

DWB

nirgends·her

nirgendsher , adv. nusquam Stieler 827 , nirgendsanderswoher, ex nulla alia re. ebenda; das eigenthümliche, ganz auf sich ruhende und nirgen…

nirgend(s)hin

GWB

nirgends·hin

nirgend(s)hin mehrf Getrenntschr a lokal: an keinen (anderen) Ort, in keine (andere) Richtung; einmal ‘nirgends hin noch her’ (vgl s v nirge…

nirgendskirche

DWB

nirgends·kirche

nirgendskirche , f. die kirche, die nirgends ist: denn nunmehr wisset ihr, dasz sie ( die lutherischen prädicanten ) die ankunft ihrer kirch…

nirgendwo

DWB

nirgendwo , adv. verneintes irgendwo ( th. 4 2 , 2159), nicht irgendwo, an keinem orte. Rädlein 677 a ; danke gott, wer hände hat, dasz er s…