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Nerven

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Nerven

Bd. 4, Sp. 314
Nerven, Nervensystem. Die N. sind die Werkzeuge der Vermittlung zwischen den centralen Organen, Gehirn, Rückenmark und Ganglien, u. den peripherischen Theilen des thierischen Körpers. Mit Ausschluß der mikroskopischen Thierchen einfachster Construction (Monaden, Vibrionen etc.) ist das Vorhandensein eines N.systems durch das ganze Thierreich nachzuweisen. Die N. der Wirbelthiere erscheinen als solide, weiße, markige Stränge, die von einer fibrösen Hülle, N. scheide, Neurilem, umgeben sind. Dieselben bestehen aus einer kleineren oder größeren Anzahl mechanisch nicht mehr theilbarer Fasern, Primitivfasern, die selbst wieder einzeln von einer zelligen Scheide umgeben und dadurch unter sich zu einem gemeinschaftlichen Bündel verbunden sind. Diese N. stränge, welche als zusammengehöriges Ganzes die Centralorgane des N.systems verlassen, verzweigen sich auf ihrem Wege durch die Organe mannigfaltig, doch überschreitet die Theilung bis zu den mikroskopischen Gebilden der Organe selbst die Gränze der Primitivfasern nicht. Die Theilung dieser selbst geht erst innerhalb der elementaren Gewebe selbst vor sich. Soweit dieses Verhältniß bis jetzt (1855) von den Naturforschern (an ihrer Spitze Rudolf Wagner) aufgeklärt ist, so würden sich die Primitivfasern, deren Durchmesser, bei den animalischen N. etwa 0,004''', bei den sympathischen N. fasern etwa 0,0012'''— 0,0016''' beträgt, mit einemmal in mehre kurze Aestchen auflösen; aus der Spitze jedes dieser einzelnen Aestchen kämen eine Anzahl secundärer Zweigchen hervor und diese Zweigchen selbst würden erst eine dichotomische weitere Theilung durch mehre Ordnungen hindurch erleiden, doch so, daß sich die terminalen Spitzen nie mit terminalen Spitzen einer anderen Primitivröhre durch Schlingen, wie man früher glaubte und zum Theil noch jetzt (Baumgärtner, Kölliker) glaubt, verbinden würden. Durch diese Theilung entstehen aus einer einzigen Primitivröhre 200—300 terminale Spitzen, die durch eine gleichzeitige Massenzunahme als Ganzes betrachtet den Durchmesser der Primitivröhre um ein Vielfaches übertreffen. In Betreff der letzten Endigungen der Primitivröhren innerhalb der Centralorgane sind die Untersuchungen nur soweit gediehen, daß eine unmittelbare Verbindung zweier Primitivfasern auch am centralen Ende nicht beobachtet wurde, wogegen eine mittelst der Ganglienzellen dieser Organe durch seine, von diesen ausgehende Fasern, vermittelte Verbindung vorzukommen scheint. Die feinste Structur der Primitivröhren selbst anlangend, so besteht die cerebrospinale Primitivröhre im lebenden Zustand aus einer seinen durchsichtigen Scheide und aus dem flüssigen N. marke. Sogleich nach dem Tode aber tritt eine theilweise Gerinnung des N.markes ein und dann unterscheidet man unter dem Mikroskop außer der Scheide eine Corticalsubstanz und einen Axencylinder, zugleich erscheint dann die N.substanz als körnige Masse. Die sympathischen Fasern haben einen gleichen Bau, nur sind dieselben von beträchtlich kleinerem Durchmesser. In physiologischer Beziehung haben die N. dreierlei Functionen vorzustehen, nämlich der Bewegung und dem Stoffwechsel in peripherischer Richtung und der Perception der Außenwelt in ihrer centralen Thätigkeitsrichtung. Jede einzelne Primitivfaser scheint nur ausschließlich einer dieser 3 Functionen vorstehen zu können. Vom physiologischen Standpunkt aus theilt man das gesammte N.system in 1) das Cerebrospinal-N.system: Gehirn, Rückenmark u. die davon entspringenden N. umfassend; 2) das Gangliensystem, die Ganglien und die davon abgehenden N. begreifend. Ersteres steht den eigentlich thierischen Functionen der Bewegung und Empfindung, letzteres dem Stoffwechsel, der mehr vegetativen Sphäre des animalischen Körpers vor. Die beschreibende Anatomie theilt die N. in 1) Gehirn-N., 2) Rückenmarks-N. und 3) Ganglien-N. Von Gehirn-N., die in ihrem Verlauf und in der Vertheilung ihrer Zweige die größte Beständigkeit zeigen, zählt man 12 Paare von N., nämlich das Paar 1) des Geruchs-N., 2) Seh-N., 3) Augenmuskel. N., 4) Rollmuskel-N., 5) des dreiästigen N., 6) des äußeren Augenmuskel-N., 7) des Gesichts-N., 8) Gehör-N., 9) Zungenschlund-N., 10) des herumschweifenden od. Lungenmagen-N., 11) des Bei-N., 12) des Unterzungen-N. Der Rückenmarks-N. gibt es 1) 8 Hals-N., 2) 12 Rücken. N., 3) 5 oder 6 Lenden-N., 4) 5 oder 6 Kreuz-N. Das Ganglien- oder sympathische N.-system. in seinem Verlauf und seiner Vertheilung das unbeständigste, wird eingetheilt 1) in den Kopf- u. Hals-, 2) Brust- u. 3) Unterleibstheil. Es besteht aus einer Anzahl von Centralpunkten, Ganglien, von welchen Verbindungszweige zu andern Ganglien und zum Cerebrospinal-N.systeme gehen. Das größte Ganglion im Kopf ist das halbmondförmige, in der Brust das Herzgeflecht, im Unterleib das Sonnengeflecht (g. solare) in der Nähe des Magens.
4815 Zeichen · 71 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nêrven

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Nêrven , verb. reg. act. 1) Mit Nerven versehen, wovon doch nur der Gegensatz entnerven im figürlichen Verstande, für en…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Nerven

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Nerven , Nervensystem. Die N. sind die Werkzeuge der Vermittlung zwischen den centralen Organen, Gehirn, Rückenmark und …

  3. Sprichwörter
    Nerven

    Wander (Sprichwörter)

    Nerven 1. Hast du in den Nerven keine Kraft, so hilft dir auch kein Knoblauchsaft. »Dem hilft alles Studiren nicht, dem …

  4. Spezial
    Nerven

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Nerven- нервный , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nerven

155 Bildungen · 152 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von nerven 2 Komponenten

ner+ven

nerven setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

nerven‑ als Erstglied (30 von 152)

Nervenarzt

SHW

Nerven-arzt Band 4, Spalte 959-960

nervenäther

DWB

nerven·aether

nervenäther , m. : Rabette kam mit dem thee-zeug und einer flasche, worin für den hauptmann thee-mark und elementar-feuer oder nervenäther w…

nervenanfang

DWB

nerven·anfang

nervenanfang , m. : tief bis an die nervenanfänge getroffen, stand Albano auf. J. Paul Titan 1, 150 .

Nervenapparat

GWB

nerven·apparat

Nervenapparat zu ‘Nerv,Nerve’ 1a; Nervengewebe als funktionelle Einheit [ an einem fossilen Stier ] finden wir daß bei demselben die Kapsel …

nervenarm

DWB

nerven·arm

nervenarm , m. nerviger arm: und ihr nervenarme .. die Nemeas löwen würgten mit gewalt. Stolberg 14, 148 .

Nervenarzt

PfWB

nerven·arzt

Nerven-arzt m. : wie schd., Neʳveaʳzt [LA-Gommh, verbr.]; vgl. Nervendoktor . Südhess. IV 954 . —

nervenast

DWB

nerve·nast

nervenast , m. , nervenästchen , n. : jedes nervenästchen dieser thierpflanze. J. Paul Hesp. 4, 9 .

nervenaufreibend

RDWB1

nervenaufreibend нервный (не имеет отношения к "тереть") Das war eine ~e Woche! - Нервная была неделя!

nervenbau

DWB

nerven·bau

nervenbau , m. der bau, die verzweigung und einrichtung der nerven, das nervensystem: wenn ein unvermutheter schreck unsern nervenbau erschü…

nervenbaum

DWB

nerven·baum

nervenbaum , m. : der umgekehrte nervenbaum entsprieszet aus dem geschwollnen fötus-gehirn wie aus einem kerne. J. Paul Hesp. 4, 8 .

Nervenbehagen

GWB

nerven·behagen

Nervenbehagen zu ‘Nerv,Nerve’ 1b; metasprachl iS selbst erzeugter (schwärmerischer) geistig-seelischer Erregung, anstelle relig Empfindungen…

nerven als Zweitglied (2 von 2)

ēgenerven

KöblerMnd

*ēgenerven , sw. V. nhd. eigenes Erbe (N.) haben Hw.: s. ēgenervet E.: s. ēgen (2), erven

entnerven

DWB

ent·nerven

entnerven , enervare: dasz ihm die ohren klingen und die entnervte hand den degengrif verliert. Wieland ...; sich einer entnervenden kleinmu…

Ableitungen von nerven (1 von 1)

entnerven

DWB

entnerven , enervare: dasz ihm die ohren klingen und die entnervte hand den degengrif verliert. Wieland ...; sich einer entnervenden kleinmu…