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mulm

mhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
15
Verweise raus
10

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

mulm m.

Bd. 12, Sp. 2657
mulm, m. zerfallene erde, staub; nd. mulm, niederl. molm; eine medialbildung zur wurzel mal mahlen, zerreiben, nächst verwandt dem goth. mal-ma sand, mhd. mel-m sand, staub Lexer wb. 1, 2096, und zu goth. mul-da staub, ahd. molta, vgl.molde sp. 2477, ebenso zu mollicht sp. 2481 mit seinen nebenformen mülbicht und mullig, und zu müll sp. 2653 gehörend; gewiss eine sehr alte bildung, hat es sich als gewerbswort der landwirte und bergleute der schriftlichen aufzeichnung bis zum 16. jahrh. entzogen, wo es zuerst Kilian als niederl. bringt: molm, olm, caries, pulvis ligni cariosi, molm-worm, teredo, molmachtigh hout, lignum cariosum; später im deutschen: mülm, gemülm, prorsus contritae res. Schottel 1366; der mulm, das gemülm, praeter cariem et pulvisculum e vermium erosione ortum, etiam quamlibet prorsus contritam rem notat. Stieler 1302; es bedeutet im landwirtschafts- und forstwesen das zu erde zerfallene holz: mulm, die fäulnis im holz. Jacobsson 3, 101a; obersächs. der mulm, zerbröckeltes, vermodertes holz u. dergl. Albrecht 173a; dahero auch, wann von selbem (baume, der rotbuche) ein ast gehauen, in wenig jahren solcher hieb müllmicht wird, dasz die spechte den mulm heraus hacken und ihre jungen darinnen aufbringen. Hohberg 3, 2, 330a; die modererde (hessisch die molme, dammerde, humus Vilmar 271): dein grün, Ägyptus, mit schwarzem mulme befruchtet. Voss Virgils landb. 4, 293 (1. ausg. schlamme); und sonst wie erde zerfallendes: die erdäpfel sind zu mulm verkocht. Göthe 11, 94; bergmännisch mulm, aufgelöste, verwitterte gesteinsmassen. Veith bergwb. 344; mulm, ein vom erdfeuer ausgewittertes erz. Hertwig bergb. (1734) 278; mulm, ein trocknes, dunkles, insgemein schwarzes, mildes, gleichsam rusziges erz, silber und blei haltend. Jacobsson 3, 101a.
1801 Zeichen · 33 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    mulm

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    mulm führt Ziemann ohne beleg auf als: staubichte erde. dumpfere aussprache für melm?

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mulm

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Mulm , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, trockne lockere Stauberde und andre ihr ähnliche staubarti…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mulm

    Goethe-Wörterbuch

    Mulm 1 bröckelige, zerfallene Masse, aufgelöste Substanz; hier speziell iSv Brei Die Erdäpfel sind zu M. verkocht GWB 12…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mulm

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Mulm , trockene, lockere Erde, besonders Holzerde; ausgewittertes Erz in pulveriger Gestalt, besonders ein Silber und Bl…

  5. modern
    Dialekt
    Mulmm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Mulm , Mulmen m. : ' lockere, verwitterte, humusdurchsetzte Erde ', Mulm [KU-Kaulb BZ-Dernb O'schlettb Heeger Nachl.], M…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mulm

19 Bildungen · 12 Erstglied · 7 Zweitglied · 0 Ableitungen

mulm‑ als Erstglied (12 von 12)

Mulmich

SHW

Mulm-ich Band 4, Spalte 813-814

mulmelig

WWB

mulmelig → WWB mulmerig .

mulmen

DWB

mul·men

mulmen , verb. pulverem excitare. Schottel 1366 ; mit umlaut mülmen, pulverem excitare, in pulverem redigi, comminui. Stieler 1302 .

mulmerig

RhWB

mulm·e·rig

mulmerig -u- Waldbr-Wildbg Adj.: locker, leicht auseinanderfallend, vom Ackerboden.

mulmicht

DWB

mulm·icht

mulmicht , mülmicht , adj. vom mulm befallen; vom holz: mülmicht, cariosus, mülmicht werden, carie infestari. Stieler 1302 ; mülmicht gefäsz…

mulmichtig

DRW

mulm·ichtig

mulmichtig, adj. wie melbig vgl. mehlmundig, moltig, 1Mund (II 2 j) eß endarff ... C.H. ... uff mulmechtigen munt addir uff tode hant nicht …

mulmig

DWB

mul·mig

mulmig , adj. wie mulmicht: mulmige gang- und erzarten. Veith bergwb. 344 ; ohnmächtig im mulmigen sande mich windend. Voss bei Campe.

Mulmœler

MeckWB

mulm·oeler

Wossidia Mulmœler n. Spielbildung für Mul, Müling und ähnl. im Schmetterlingsreim Wo. V. 2, 1466 a.

Mulmteil

GWB

mulm·teil

Mulmteil für Partikel einer aus morschem od verfaultem Holz u lockerer Erde bestehenden Substanz; mBez auf die durch Blitzschlag verformte W…

mulmtheile

DWB

mulmtheile , m. plur. theile zerfallenden holzes: dasz als die welle ( einer windmühle ) anfing zu faulen sich klümpchen bildeten, die jetzi…

mulm als Zweitglied (7 von 7)

Bleimulm

Campe

blei·mulm

Der Bleimulm , des — es, d. Mz. ungew. s. Campe Bleierde.

Braunkohlenmulm

GWB

braunkohle·n·mulm

Braunkohlenmulm leicht zerfallende Bodenart aus verwitterter Braunkohle Jenaischer Sand und B. Als beste Erde GWB T5,303,21 Agenda Maria Erx…

Eisenmulm

Campe

eisen·mulm

Der Eisenmulm , des — es, d. Mz. ungew. verwittertes Eisenerz, das eisenhaltige Erdarten enthält.

silbermulm

DWB

silber·mulm

silbermulm , m. bergmännisch ein mildes oder fettiges, auch verwittertes silbererz. Jacobsson 4, 174 b , minera argenti mollior Campe.