Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Muli
Muli
Maulesel m. (15. Jh.), Maultier n. (Anfang 16. Jh.) sind verdeutlichende Zusammensetzungen für eine Kreuzung (den Bastard) von Pferd und Esel. Vorauf geht ahd. (9. Jh.), mhd. mūl m., nhd. Maul m. (so noch vereinzelt im 19. Jh.), eine Entlehnung aus lat. mūlus. Der frühnhd. lautliche Zusammenfall mit Maul n. (s. d.) führt zu den oben genannten Verdeutlichungen (vgl. auch Maulpferd bei Luther, das sich jedoch nicht durchsetzt). Die zoologische Fachsprache unterscheidet (18. Jh.) zwischen Maultier (Kreuzung von Eselhengst und Pferdestute, lat. mūlus) und Maulesel (Kreuzung von Pferdehengst und Eselstute, lat. hinnus). Für beide Arten heute weithin Muli n. m. aus dem Südd. und Öst. (19. Jh.), möglicherweise singularisiert aus dem Plural ital. muli (Sing. mulo); oder eher zu ital. mulo mit deminutiv-vertraulichem Endungs-i (wie in Mutti, Hansi, Bubi usw.). Maultierzucht wurde vorzugsweise im Südtiroler Alpengebiet betrieben.