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Möller

mhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Möller m.

Bd. 4, Sp. 1246
Wossidia Möller a. Spr. Mölner m. Müller; Müllerordnung für Müller auf landesherrlichen Mühlen von 1583 Bär. Ges. 2, 1, 618 f.; 'den auf dem Lande befindlichen Müllern und Zimmer-Meistern soll frey seyn, die Mühlen und Gebäude neu zu bauen, und im Stande zu halten' (1755) Gr.-Ges. 1, 916; 'die Müller, sie seyn Korn-, Walk-, Graupen-, Grütz-, Stampund Schneide- usw., Pacht- oder Erbmüller' geben an Contribution 3 Rthlr. (1755) 803; als eins der 'Gewerke, welche vorzügliche körperliche Stärke erfordern', ist es ihnen gestattet, 'Lehrlinge auch noch nach dem 15ten Jahr anzunehmen' Verord. von 1810; 'Schmieden und Müllern, die nicht zugleich Krüger sind, ist erlaubet, den sogenannten Schmiedeund Mühlen-Covent ihren Schmiede- und Mühlengästen ohne Entgelt zu schenken' (1755) Bär. Gr.-Ges. 1, 907; Entwurf eines Pachtkontraktes mit einem Müller Ferb. Contr. 3, 197 ff.; 2, 404 ff.; Müllerzünfte erst verhältnismäßig spät, 1675 erste Zunft für ganz Mecklenburg, Müllerzunft in Ro aber schon 1496 Meckl. 30, 15; Beitr. Rost. 2, 4, 42; Ostmeckl. Heim. 4, 17; zum Rechtlichen vgl. Mœhl 1. Stand und Person des Müllers galten als unehrlich, darauf spielen viele Rdaa. an: Dei Möller is 'n Mattendeif, Dei mett den Buern dei Matt so scheif so und ähnl. vielfach; Möller, Murer—Mähldeif, Dagdeif Bri. Volkssp. 25; Möller mit 'n Mattfatt, Wäwer mit 'n Spaulrad, Snider mit dei Snippelscher, Wo kaamt dei drei Deiw blot her? Ostmeckl. Heim. 5, 21; dat Best an 'n Möller is dei Dumen, wur hei mit nah dei Matt rin fat't ebda; Scherzfragen: Wennihr is dei Möller ihrlich? Wenn hei dei Hänn' ut dei Mœhl hängen lett ebda; Worüm bug't dei Adebor nich up dei Mœhl? Hei hett Bangen, dei Möller stählt em de Eier ebda; dei Mœhlenbarg bi Krœpelin (RoRostock@KröpelinKröp) is früher höger wääst, dor hebben de Möller all' den Sand von runmahlt Dob; s. Jb. 96, 122, Handwarker (Bd. 3, 442), haken (Bd. 3, 385), Afkat 1 b (Bd. 1, 133); ein sehr ungünstiges Charakterbild des Müllers zeichnet Bri. 1, 109 im Gedicht Möllers; die Unehrlichkeit des Müllers wird scherzhaft erklärt: de Möllers hebben an de Katt sagen, so haben sie das Mausen gelernt Monh. 6, 541a; sie haben in der Lehrzeit Katzenblut zu trinken bekommen Wo. Hum. 27; Scheltlied auf den Müller: Kik den stöwigen Möller Egg. Trems. 75; der unehrliche Müller muß nach seinem Tode umgehen Ostmeckl. Heim. 4, 19. Weiterer sprachl. Niederschlag: molitor 'ein MOeller' Chytr. 280; 'dy molner, dy dy molne besitten' (1354) UB. 13, 521; 'en iewelic moller' (1396) 23, 130; 'de molre' (Pl.) 129; PN. 'Heinricus molner' (1270) Beitr. Rost. 2, 4, 44; sprw.: 'n swarten Smidt un 'n witten Möller, Dei äten beid' von 'n sülwern Töller, Oewer 'n swarten Möller un 'n witten Smidt, Dei sünd nich wiert, dat sei de Hund beschitt RoRostock@DoberanDob; 'n swarten Möller un 'n witten Pötter dœgen nicks Gü; oft im Kinderreiterlied: Möller, du sast mahlen, Vadder kann betahlen Wo. V. 3, 474; von einem kräftigen Mädchen: dei dreggt 'n Möller mitsamt den Sack Sta Stargard@KratzeburgKratz; bildl. vom Schneefall: nu prügeln sick Möllers un Bäckers GüGüstrow@BützowBütz; brennt das Ofenfeuer stoßweise, sagt man: nu mahlt de Möller, brennt es schneller: nu sicht't de Möller Ro Rostock@DierhagenDierh; Möller ein Volkstanz Mür; Möller von hinn' her! Kommando des Greifenden im gleichnamigen Greifspiel, auf welches hin das letzte der hintereinander stehenden Paare, der eine der Mitspieler links, der andere rechts, um die anderen Paare und den mit dem Rücken zu den Paaren davorstehenden Greifer herumläuft, um sich vorn wieder zu vereinigen; der Greifer muß versuchen, einen der beiden vorher abzuschlagen, mit dem er dann das vorderste Paar bildet, während der Übriggebliebene greifen muß GüGüstrow@DersentinDers; Ha Hagenow@HelmHelm; Granz; übertr. Möller im Kindermund Maikäfersorte mit hellen, wie mit Mehl bestäubten Flügeldecken: Schill. Kr. 1, 12a; allgem. — Zss.: Arw-, Buck-, Drög'-, Gruben-, Grütt-, Hamer-, Kopper-, Krapp-, Loh-, Lohn-, Öl-, Pacht-, Walk-, Water-, Windmöller. FN. Möllerfeld, -kölk, -städ', -weg. — Mnd. mölner, mölre. — Br. Wb. 6, 205; Dä. 310b; Da. 139a; Kü. 2, 412; Me. 3, 689.
4042 Zeichen · 73 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    möller

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    möller , molner s. mülnære.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    möllerm.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ° ~möller, m. , Müller der Schrotmühle (Belege nur Ub. Hildesh.). —

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Möller

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Möller , 1) Poul Martin , dän. Schriftsteller, geb. 21. März 1794 in Uldum (Veile), gest. 13. März 1838 in Kopenhagen, s…

  4. modern
    Dialekt
    Möllerm.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Möller a. Spr. Mölner m. Müller; Müllerordnung für Müller auf landesherrlichen Mühlen von 1583 Bär. Ges. 2, 1, 618 f.; '…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit moeller

57 Bildungen · 46 Erstglied · 10 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von moeller 2 Analysen

moell + -er

moeller leitet sich vom Lemma moell ab mit Suffix -er.

Alternativen: mol+-ler

moeller‑ als Erstglied (30 von 46)

Möller-Barlowsche Krankheit

Meyers

Möller-Barlowsche Krankheit , ein Krankheitsbild, das bei jüngern Kindern beobachtet wird und durch folgende Symptome charakterisiert ist. E…

Moeller, Boy P

DWBQVZ

--- Söl'ring uurterbok. wörterbuch der Sylter mundart. Hamburg 1916 . ---

Möllerbrauk

MeckWB

Möllerbrauk m. Müllerbruch, im Bastlösereim: Mudder geiht nah 'n Möllerbrauk Pa Garw .

Möllerbrot

Campe

moeller·brot

† Das Möllerbrot , — es , o. Mz . der Hagedorn (Crataegus oxyacantha L .).

Möllerburß

MeckWB

Möllerburß m. Müllerbursche, -lehrling; bildl. vom Schneefall: de Möllerburßen slagen sick Ro; Gü Kobr. Kü. 2, 413; Me. 3, 689.

Möllerdiern

MeckWBN

Wossidia Möllerdiern f. Müllertochter: dei Möllerdierns S. Neum. Volksm. 102.

Möllerfru

MeckWBN

Wossidia Möllerfru f. Müllerfrau Müll. Reut. 87 b .

Möllergesell

MeckWB

moeller·gesell

Möllergesell m. Müllergeselle; Verord. gegen die übermäßige Inanspruchnahme von Beköstigung und Zehrgeldern durch wandernde Müllergesellen v…

Möllergewark

MeckWB

moeller·gewark

Möllergewark n. Müllergewerk: 'Altermänner des Müller-Gewerks' N. Strel. Anz. 1820, S. 518 b .

möllerieren

MeckWB

moeller·ieren

möllerieren das Müllerhandwerk betreiben: dat Möllerierent is man so binäbenher (neben der Krugwirtschaft) Wa.

möllerig

MeckWB

molle·rig

möllerig von dünnem, trocknem, wie gemahlenem Sand: dei Sand is so möllerig Lu TewsW .

Möller, Joh. Georg Peter

DWBQVZ

--- teutsch-schwedisches und schwedisch-teutsches wörterbuch. 1: Stockholm, Upsala, bo 1782; 2: Greifswald 1785; 3: Greifswald 1790 . — QV …

Möllerkauh

MeckWB

Möllerkauh f. Müllerkuh: Hollännerdiern, Preisterveih un Möllerkäuh, Wenn dat gerött, is 't ok gaud' Veih Schö Warn . Me. 3, 689.

Möllerknuppen

MeckWB

moeller·knuppen

Möllerknuppen m. 'Müllerknoten', aus Schweinsleder geflochtene dicke Peitsche von 2 m Länge mit kurzem Stiel; durch deren lautes Knallen kün…

Möllerkran

MeckWB

moeller·kran

Möllerkran m. Kran in der Mühle, womit der Rin beim Einhauen in den Stein abgerichtet wurde: 'Müller-Krahn' Behr. Mühl. 236; Abb. ebda Tab. …

Möllerlöw

MeckWB

Möllerlöw m. Müllerlöwe, scherzhaft für den Mülleresel (1887) Ro Ribn .

Möllermahl

MeckWB

moeller·mahl

Möllermahl m. Greifer im gleichnamigen Greifspiel: wenn de Möllermahl raupen ded', müßten sei henlopen Lu Eld ; spielerisch abgewandelt im R…

moeller als Zweitglied (10 von 10)

Borkmöller

MeckWBN

bork·moeller

Wossidia Borkmöller m. Ökel name für den Lohgerber: Barkmöller Wagn. Neubr. 33.

Holtmöller

MeckWBN

holt·moeller

Wossidia Holtmöller m. a. Spr. Sägemüller: 'den holtmolre' F. Eng. Kaiserb. 306.

Landmöller

MeckWBN

land·moeller

Wossidia Landmöller m. a. Spr. Landmüller: 'de lantmoller' F. Eng. Kaiserb. 14.

lômöller

MNWB

° lômöller Müller der Lohmühle, nur als Npr. (Holmberg Handwerkerbez. 34). Vgl. lôstö̂ter.

roggenmöller

MNWB

roggen·moeller

° roggenmöller , m. ( Gen. Sg. -s -mölres ; Pl. -mölre ): Müller der Roggen mahlt (Ub. Hildesh . 4, 228 u. ö.) .

sāg(e)möller

MNWB

sage·moeller

sāg(e)möller (-müller) , m. , Sägemeister auf der städtischen Sägemühle; auch der dort arbeitende Holzsäger.

Ableitungen von moeller (1 von 1)

möller(e)

MNWB

möller(e) , mölre (Dat. Sing. mȫlre, Plur. mȫlre mȫlere möllers), mölner(e) (mollener), müller(e), mülre, müllener, mülner ( ü vorw. ostfäl.…