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Smidt

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Smidt

Bd. 6, Sp. 408
Wossidia Smidt selten die märkische Lautform Smedt: Teu. in Teuth. 10, 11; Smedd Hey. Kam. 91; PN. 'Jacob Schmedt' (StaStargard@FürstenhagenFürstenh 1577) Endl. Feldb. 52b, Pl. Smäd' m. Schmied 1. Sachliches a. in den Städten bildeten die Schmiede ein altes, zahlreiches Amt Beitr. Rost. 2, 3, 72; vielfach gehörten sie zu den vier Gewerken (s. Gewerk 1, Bd. 3, 159), die die wichtigen Urkunden der Stadt mituntersiegelten, so noch 1781 in Ro: Gem. Aufs. 1782, S. 8; dem dortigen Schmiedeamt gehörten neben den Grobschmieden auch die Kleinschmiede oder Schlosser und die Nagelschmiede an 158a; 1800 gab es in den Städten Mecklenburg-Schwerins 328 Grobund Kleinschmiede, 48 Nagelschmiede, 4 Messerschmiede, 1862 625 Grob- und Klein-, 121 Nagel-, 11 Messerschmiede Arch. Landesk. 13, 230; der Grobschmied zählte zu den Handwerkern, die auch auf dem Lande ihr Gewerbe ausüben durften Bär. Gr.-Ges. 1, 915; vgl. Groffsmidt (Bd. 3, 295); jedoch war ihm das Verkaufen seiner Produkte außerhalb seines Dorfes verboten (1784) Spald. Verord. 1, 277; mit der Schmiede war Landwirtschaft, vielfach auch die Schankgerechtigkeit verbunden Bär. Gr.-Ges. 1, 907; vgl. Smäd'kraug; der Pachtsmidt hat die Schmiede für eigene Rechnung gepachtet, der Deputat-, Kost- oder Lohnsmidt ist vom Gut angestellt; ein Lopsmidt geht zur Arbeit über Land in fremde Dörfer. b. während Anker-, Bohr-, Dägen-, Klein-, Metzer-, Nagel- oder Pinnen-, Seißensmidt spezielle Eisenarbeiten ausführen, Bleck-, Gold-, Kätel-, Koppersmidt mit anderen Metallen arbeiten, leistet der Groff-, Hauf-, Beslaggsmidt, gelegentlich auch Flammen- oder Smäd'smidt (s. die einzelnen Artikel), meist einfach Smidt genannt, alle gröberen Eisenarbeiten; bes. stellte er Haufisen her und beschlug die Pferde (vgl. Beslagg), verfertigte Hak- und Plaugisen (Schor und Sick) und hielt diese in Ordnung, außerdem die verschiedenen Eisenteile für den Buwagen (s. das, Bd. 2, 178), bei dem er vor allem den eisernen Reifen auf das vom Rad'maker hergestellte Rad aufziehen mußte; teilweise waren die Pachtschmiede kontraktlich verpflichtet, diese Arbeiten für das Gut unentgeltlich auszuführen, s. Beleg bei Beslagg (Bd. 1, 785); als eiserne Pflüge und einfache landwirtschaftliche Maschinen aufkamen, übernahm der Smidt auch deren Instandhaltung. Die wichtigsten Geräte des Schmiedes sind der Ambolt (Bd. 1, 273 mit Abb. 2), auf dem das im Smäd'füer erhitzte Eisen geformt wird, und verschiedene Hämmer und Zangen, s. Ball-, Hand-, Krüz-, Schrot-, Sett-, Slicht-, Smäd'-, Upsett-, Vörslagghamer (s. singlecolVörslagg-, Smäd'- und Ballhamer (Rostock Privatbesitz) Abb.), Flack-, Hand-, Knip-, Kasten-, Mul-, Rad-, Rund-, Sick-, Smäd'-, Stocktang'; beim Anfertigen der Hufeisen werden Falz-, Lock-, Stempelhamer, beim Hufbeschlag Beslaggbuck (Dreibein, s. Abb.), -hamer, Afrit-, Beslagg-, Visentiertang', Haufmetz, Hau-, Nietkling', Klöpper, Unnerhauger singlecolBeslaggbuck (Rostock Privatbesitz) benötigt; das Feuer auf der (Smäd')eß wird durch einen Blas'balg, auch (Füer)püüster genannt, angefacht; mit dem Löschspieß wird die Schlacke losgestoßen, mit dem Sandläpel Sand auf zu heiße Stellen des Eisens gestreut; beim Feuer befindet sich der Lösch- oder Käuhltrogg, -tunn mit Wasser, worin glühendes Eisen abgeschreckt und heiße Werkzeuge abgekühlt werden; darin liegt der Löschquast oder Smäd'fidel zum Dämpfen und Löschen des Feuers; durch zu starkes Erhitzen unbrauchbar gewordenes Eisen wird in die Smölt geworfen. Die Arbeit der Schmiede am Amboß geht am besten voran, wenn der Meister das zu bearbeitende Stück hält und mit einem kleinen Hammer schlägt und zwei Gesellen mit dem großen Vörslagghamer schmieden, deshalb heißt es: een Smidt is 'n halben, twee is eenen, dree sünd dree SchöSchönberg@RehnaRehna; Twee Smäd' un een Füer Maken Arbeit un Kahlen düer RoRostock@DoberanDob; GüGüstrow@BützowBütz; die Dorfschmiede stellten oft auch die Hufnägel selbst her, doch war diese Arbeit unbeliebt: Nagel recken, Slipsteen trecken, Suer Brot Is de Smäd' ehr bitter Dod Pa; HaHagenow@BelschBelsch; viel zu tun gibt es bei Glatteis, weil die Hufeisen ausgewechselt werden müssen, und bei großer Trockenheit, wenn sich die Pflugund Hakeneisen schnell abnützen, dann ist de Smäd' ehr Aust, s. Beleg aus StaStargard@GrammertinGramm bei Glatties (Bd. 3, 181); wenn es zum ersten Mal schneit und friert, verdeint sick de Smidt sin Päpernœtsgeld (1969) Ro. 2. Brauchtum und Volksglaube: Schmiede befaßten sich auch mit dem Heilen von Krankheiten, bes. bei Pferden; 1681 sollen ihnen die 'Roß-Artzney Bücher' abgefordert werden, um zu prüfen, ob darin abergläubische Dinge enthalten sind Instruction Gü; 1788 wird verboten, daß sich 'Schmiede, Scharfrichter, Quacksalber ... in die ... Behandlung der Kranken ... einmischen' Spald. Verord. 4, 125; in der Schmiede darf man sich die Pfeife nicht mit eigenem Feuer anzünden, man soll das Schmiedefeuer benutzen GüGüstrow@WarnowWarn; wenn de Smidt int Füer spuckt, denn sweißt dat nich HaHagenow@GallinGall; bricht ein Pflugeisen, heißt es: dor hett de Smidt 'n Näs'drüppel mank lecken laten StaStargard@WulkenzinWulk; manche Schmiede sollen einem Dieb ein Auge ausschmieden können Jb. 5, 108; Sagen vom Schmied und Teufel s. Wo. Sag. 1, 202. 3. der Schmied in der Mda.: 'her Marquard de smid' (Wi 1250) UB. 1, 605; 'den (hinxst) brachte he to enem smede' (1372) 18, 131; 'de smede de scolen smeden ume mogelik gelt' (1411) Burm. Altert. 67; 'Smidt' Laur. Schg. 1, 163; Rdaa. und Sprww.: 'als dat Sprickwort ludet: Wenn dat Isern glOeyet sehr so bringet de Smydt den Hamer her' (man soll zur rechten Zeit arbeiten) Gry. Lb. 2, V 3b; de Smidt hett int Füer schäten, seggen de Lüd', wenn de Rok ut de Eß so dalsleiht HaHagenow@GallinGall; dat 's 'n slichten Smidt, dei keinen Rok verdrägen kann Raabe Proph. 2, 34; GüGüstrow@Groß RidsenowGRids; de Smidt maakt ut ollen Dreck 'n nigen macht altes Eisen mit Pech schwarz, damit es wie neu aussieht StaStargard@GrammertinGramm; wenn man einen Untergebenen eine bestimmte Arbeit ausführen läßt: dorto hett de Smidt de Tang', dat he sick de Finger nich verbrennt HaHagenow@BoizenburgBoiz; WaWaren@JabelJab; Abfertigung von Kindern: gah hen nah 'n Smidt, dee lett di an de gläuhnig Aß licken StaStargard@WesenbergWes; de Smidt hadd' den Semmel noch nich trechtsmäd't krägen zu Kindern, die fragen, ob die Eltern ihnen aus der Stadt eine Semmel mitgebracht haben MaMalchin@BredenfeldeBred; für ein gutes Gelingen der Arbeit des Schmiedes ist es notwendig, daß das Eisen die richtige Temperatur hat: de kollen Smäd' kamen in de Höll RoRostock@DoberanDob; ... nich in 'n Himmel HaHagenow@GallinGall; De kollen Smäd' un de Pfaffen Dee hett de Düwel erschaffen Ro; GüGüstrow@RühnRühn; 'n drögen Murer un 'n kollen Smidt Is nich wiert, dat de Hund se beschitt Gü; bei der Arbeit wird er vom Ruß geschwärzt: Smidt un Düwel sünd beid' lik swart LuLudwigslust@KlüßKlüß; de witten Smäd' un de swarten Bäckers sünd nicks wiert GüGüstrow@RühnRühn; s. Beleg bei Möller (Bd. 4, 1247); verwandte Berufe: Smidt un Stellmaker sünd Swagers WiWismar@KalsowKals; Smidt sin Brauder (Stellmacher) Monh. 6, 541b; scherzhaft: de Schauster un de Smidt (= Pirschauster) sünd Bräuder GüGüstrow@RühnRühn; den Schooster sin Fru un den Smidt sin Pir möten meistens barst gahn Wa; Smidt Bielefeld s. Bielefeld (Bd. 1, 848); Schelte auf einen Gesellen: du sast nah Smidt Bielefeld as Upslager, dat is teihn Mil achter de Höll WaWaren@MalchowMalch; Herr Smidt ein Volkstanz Gü, Lu, Pa; dazu wurde gesungen: Herr Smidt, Herr Smidt, Wat kriggt din Jule mit? Meckl. 30, 84; Herr Smidt, Wenn de Düwel kümmt, sast mit HaHagenow@GranzinGranz; PN.: 'henricus smitteke' (1287) Brockm. 105; Neckreime auf den Familiennamen Smidt s. Wo. V. 4, 504 ff.; FN. 'bei der Schmidten-Ecke'. 4. Zss.: s. 1 a und b; Back-, Fahnen-, Frikadellen-, Klammhaken-, Kolt-, Pinker-, Rok-, Sünnen-, Suppen-, Tügsmidt. — Mnd. smit, smet. Smidt Br. Wb. 4, 859; Dä. 434a; Me. 4, 593; Smedt Da. 197a; Kü. 3, 158; Teu. 2, 19.
7643 Zeichen · 113 Sätze

Lautwandel-Kette

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Smidt

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Smidt , 1) Johann , brem. Staatsmann, geb. 5. Nov. 1773 in Bremen, gest. e. Mai 1857, studierte Theologie, ward Professo…

  2. modern
    Dialekt
    Smidt

    Mecklenburgisches Wb.

    Smidt selten die märkische Lautform Smedt: Teu. in Teuth. 10, 11; Smedd Hey. Kam. 91; PN. 'Jacob Schmedt' ( Sta Fürstenh…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit smidt

6 Bildungen · 4 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

smidt‑ als Erstglied (4 von 4)

Smidt, Heinr

DWBQVZ

Smidt, Heinr. *1798 Altona †1867 Breslau.

Smidtsœhn

MeckWBN

Wossidia Smidtsœhn m. Schmiedesohn S. Neum. Volksm. 245.

smidt als Zweitglied (2 von 2)

Bohrsmidt

MeckWBN

bohr·smidt

Wossidia Bohrsmidt m. Schmied, der Werkzeuge herstellt: de Bohrsmidt maakte Bohrers un Snid'tüg (Stemmisen un Snid'metzer) Sta.

Ossensmidt

MeckWBN

osse·n·smidt

Wossidia Ossensmidt m. Ökel- name für den Schmied Wagn. Neubr. 33.