lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Mauerwerk

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
8 in 8 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
13
Verweise raus
11

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Mauerwerk

Bd. 13, Sp. 456
Mauerwerk im Befestigungswesen dient noch heute wie früher zur Herstellung von Hohlbauten aller Art, Kasematten, Kaponnieren etc., jetzt aber weniger, wie bei alten Festungen zur Bekleidung von Böschungen und als Hindernismittel, weil es der heutigen Geschützwirkung nicht widerstehen, insbes. dem indirekten Schuß nicht entzogen werden kann. Die alten Befestigungssysteme machten zur Erreichung der Sturmfreiheit bei trocknen Gräben für die Bekleidung der Eskarpe und Kontreskarpe, aber auch bei den sonstigen Verteidigungsanstalten vom M. reichlichen Gebrauch. Eine Ausnahme machte nur die niederländische Manier, die statt dessen die natürlichen Schutzmittel des Landes, Erde und Wasser, ausnutzten. Bei den modernen Befestigungen läßt man die dem direkten Feuer ausgesetzten Böschungen unbekleidet und ebenso wendet man statt des Mauerwerks andre Hindernismittel (Drahtgitter etc.) an. Das zur Bekleidung von Böschungen dienende M. kann anliegend (Futtermauer, Revêtement) oder freistehend sein. Die Kontreskarpe erhält stets ersteres, damit der Feind keine Deckung dahinter findet, will man durch M. der Eskarpe Sturmfreiheit erreichen, so muß es ganze Futtermauern (7–10 m hoch) bilden. Ist eine freistehende Mauer mit Schießscharten versehen, so heißt sie krenelierte Mauer, dahinter ist meist ein Rondengang angeschüttet; erhält dieser Quermauern oder werden diese noch überwölbt, so entstehen Arkaden- oder krenelierte Bogenmauern. Bei anliegendem M. erhält die Stirnfläche durch Abnahme der Mauerstärke von unten nach oben eine Neigung, Talus, die 1/10–1/12 der Höhe beträgt, oder sie wird gekrümmt oder geknickt geführt (englische Mauer). Die obere, übergreifende Reihe größerer Steine, die als Traufsteine dienenden Kordonsteine (der Kordon) bilden die Magistrale, bei den alten Systemen die Basis der Konstruktion. Zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen Bodendruck und Breschieren erhielten die Futtermauern Strebepfeiler, die, wenn überwölbt, zur Dechargen- oder Entlastungsmauer wurden. Führte man diese Anlage bis zur Rückseite des Walles durch, so entstanden Perpendikularkasematten, kasemattiertes M., das, wenn es mit Schießscharten versehen war, als verteidigungsfähiges, andernfalls als totes M. bezeichnet wird. Diese verschiedenen Arten von M. kommen jetzt nur in noch vorhandenen Hauptumwallungen, in beschränktem Maß auch in Forts, Anschlußbatterien, Zwischenwerken etc. vor. Man benutzt da vielfach das M. der Kontreskarpe, indem man das Profil der Widerlager (Strebepfeiler) und des Gewölbes in die Außenfläche treten läßt, zur Herstellung von Reversgalerien etc. Solche Schildmauer erleichtert das Herstellen von Kasematten, die dann als Reverskaponnieren benutzt werden können. Überhaupt wird das M. auch ferner zu Hohlbauten, die der Grabenverteidigung dienen, wie Revers- und Eskarpenkaponnieren, zu Blockhäusern der Waffenplätze etc., hauptsächlich aber für die durch Betonschichten gegen Steilfeuer geschützten, dem direkten Feuer entzogenen Schutz- und Unterkunftsräume verwendet werden, soweit es nicht durch Panzerungen ersetzt wird. Vgl. Festung.
3095 Zeichen · 31 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mauerwêrk

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Mauerwêrk , des -es, plur. inus. ein gemauertes Werk, ein aus Steinen, welche mit Mörtel, Kalk oder einer andern bin…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Mauerwerk

    Goethe-Wörterbuch

    Mauerwerk vereinzelt -ck 1 Gefüge aus Steinen u Mörtel a Gemauertes; Gemäuer, (Teile von) Mauern; überwiegend mBez auf R…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Mauerwerk

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Mauerwerk im Befestigungswesen dient noch heute wie früher zur Herstellung von Hohlbauten aller Art, Kasematten, Kaponni…

  4. modern
    Dialekt
    Mauerwerkn.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Mauer-werk n. : wie schd., -weʳk [RO-Dielkch, mancherorts, Krämer Gal 147]. Südhess. IV 575 ; Rhein. V 964 . —

  5. Spezial
    Mauerwerk

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Mau|er|werk n. (-[e]s) 1 (Gefüge von Mauern) muraia (-ies) f. 2 (Mauer) mür (-s) m .

Verweisungsnetz

22 Knoten, 18 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 14 Sackgasse 5

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mauerwerk

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von mauerwerk 2 Komponenten

mauer+werk

mauerwerk setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

mauerwerk‑ als Erstglied (2 von 2)

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „mauerwerk". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/mauerwerk/meyers?formid=M03483
MLA
Cotta, Marcel. „mauerwerk". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/mauerwerk/meyers?formid=M03483. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „mauerwerk". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/mauerwerk/meyers?formid=M03483.
BibTeX
@misc{lautwandel_mauerwerk_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„mauerwerk"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/mauerwerk/meyers?formid=M03483},
  urldate      = {2026-05-12},
}